Diät & Essen

Meghan will Baby Sussex vegan ernähren – das ist absurd und gefährlich

Anfang Mai soll das Baby von Prinz Harry und Herzogin Meghan auf die Welt kommen. In englischen Boulevardmedien kam nun das Gerücht auf, dass die royalen Eltern „Baby Sussex“ vegan ernähren wollen. Doch das sieht nicht nur die Queen kritisch.

Im britischen Königshaus gibt es offenbar Streit, weil Prinz Harry und Herzogin Meghan ihr Baby wohl vegan ernähren möchten. Das berichten englische Medien. Die Queen sei von dieser Idee allerdings gar nicht angetan, heißt es bei der britischen „Sun“. Und auch Ernährungsexperten raten davon ab, Kinder ausschließlich auf pflanzlicher Basis zu ernähren.

Tatsächlich gibt es zwar gute Gründe sich von tierischen Produkten abzuwenden, etwa Fleischskandale, Massentierhaltung oder auch ökologische Überlegungen. Doch wer vegan leben und sich dennoch ausgewogen ernähren möchte, muss sehr darauf achten, qualitativ hochwertige und verschiedene Nahrungsmittel zu sich zu nehmen. Um den Körper mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen, muss die Diät aus Gemüse, Obst, Getreide, Samen und Nüssen gut geplant sein.

DGE hält veganen Diätplan für Kinder für ungeeignet

Ansonsten kann es selbst bei Erwachsenen laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) „aufgrund des Verzichts auf jegliche tierische Lebensmittel zu einer Unterversorgung mit Energie, Protein, Eisen, Calcium, Jod, Zink, Vitamin B2 (Riboflavin), Vitamin B12 (Cobalamin) und Vitamin D kommen“. Besonders hoch ist das Risiko für Nährstoffmangel allerdings bei Säuglingen und Kindern, weil sie während des Wachstums viele dieser Nährstoffe brauchen. Zudem können sie die Nährstoffe nicht so gut speichern wie Erwachsene.  

Die DGE hält daher einen veganen Diätplan für völlig un­ge­eig­net, um Säug­lin­ge und Kinder ausgewogen und gesund zu ernähren.

Risiken einer veganen Kinderernährung

Auch Schwangere sollten, wenn sie sich vegan ernähren, unbedingt Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen. Ansonsten bestehe das Risiko, dass das Kind neurologische Störungen (Mangel an Vitamin B12 und Jod) und Wachstumsstörungen (z.B. Mangel an Proteinen) entwickeln könnte. Auch die Gehirnentwicklung (Mangel an langkettigen Fettsäuren) könnte negativ beeinflusst werden.

Zudem kann eine Blutarmut (Eisen- und Vitamin-B12-Mangel) die Folge von rein pflanzlicher Diät sein, wie die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) erklärt.

„Das Risiko eines Nährstoffmangels ist umso größer, je restriktiver die Ernährung ist und je mehr Lebensmittelgruppen aus der Ernährung ausgeschlossen werden“, sagt Berthold Koletzko, Vorsitzender der DGKJ-Ernährungskommission. „Zu beachten ist auch, dass Kinder nicht immer alles mögen, und z.B. Hülsenfrüchte als wichtige Nährstofflieferanten meiden. Dann stimmt zwar das Essensangebot, aber die Nährstoffbilanz ist dennoch aus der Balance.“

„Ohne konsequente Supplementierung führt vegane Ernährung über einen längeren Zeitraum regelmäßig zu einem Mangel an Vitamin B“, berichten die DGKJ-Ärzte. Und auch Omega-3-Fettsäuren sowie Kalzium sei in pflanzlicher Kost nicht oder nur in kleinen Mengen enthalten.

Wichtige Vitamine, Nährstoffe und Mineralien

Vitamin B12, das der Mensch hauptsächlich über tierische Produkte aufnimmt, vor allem über Eier, Meeresfrüchte und angereicherte Milch, ist essentiell für die körperliche und geistige Entwicklung des Kindes. Nur in geringen Mengen ist es auch in vergorenem Gemüse wie Sauerkraut oder Algen enthalten sowie in Joghurt.

Veganer haben daher Probleme, diese essenziellen Vitamine zu sich zu nehmen, die der Körper für die Teilung der Zellen benötigt. Eine Alternative für Vegetarier und Veganer ist, das Vitamin über angereicherte Nahrungsmittel, wie Sojagetränke oder Nahrungsergänzungsmittel, zu ersetzen.

Langkettige Fettsäuren, wie Omega-3-Fettsäuren, sind vor allem in Lachs und anderem fetten Seefisch, aber auch in Walnüssen enthalten. Sie sind wichtig für die Entwicklung von Gehirn, Intelligenz, Sinnesorganen und Nervensystem von Kindern und Jugendlichen.

Hauptsächlich über Fisch und Milchprodukte nimmt der Mensch Jod auf. Veganer und Vegetarier, die in ihrer Ernährung auch auf Fisch verzichten, könnten deshalb Probleme mit einer optimalen Jodversorgung haben. Sie sollten mit Jodsalz würzen, um eine Unterversorgung zu vermeiden.

Eisen ist viel in Fleisch enthalten, aber auch in vielen Pflanzenprodukten in großen Mengen. Vegetarier und Veganer ernähren sich häufig von Vollkorn- und Sojaprodukten, Hülsenfrüchten, Haferflocken, Knollen oder Gemüsesorten, wie Fenchel, Schwarzwurzel, Linsen oder Spinat. Diese enthalten viel Eisen und gleichen häufig aus, dass ihnen dieser Mineralstoff aus Fleisch und Fisch entgeht.

Alternative: Ovo-lacto-vegetarische Ernährung

Wer sich und sein Kind trotz der Risiken vegan ernähren möchte, sollte der DGE zufolge unbedingt 4 Punkte beachten:

  • Sie sollten dauerhaft ein Vitamin-B12-Präparat einnehmen und vom Arzt überprüfen lassen, ob ihr Körper ausreichend mit Vitamin B12 versorgt ist.
  • Sie sollten darauf achten, Lebensmittel in ihre Diät einzubauen, die alle kritischen Nährstoffe (s.o.) enthalten.  
  • Lassen Sie einen Arzt regelmäßig überprüfen, ob Sie einen Nährstoffmangel haben, z.B. in Bezug auf Calcium, Zink oder Jod und nehmen sie gegebenenfalls Ergänzungsmittel ein.
  • Lassen Sie sich von einem qualifizierten Ernährungsexperten beraten.

Die Experten von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin sehen eher in der Ovo-lacto-vegetarischen Ernährung als in der veganen Diät eine Alternative zur Mischkost, „da sie bei guter Auswahl auch im Kindes- und Jugendalter den Nährstoffbedarf decken sowie ein normales Wachstum und eine altersentsprechende Entwicklung ermöglichen kann.“ Ovo-lacto-Vegetarier essen alles außer toter Tiere. Auch bei dieser Ernährungsweise sei es allerdings ratsam, eine ausreichende Eisenaufnahme immer im Blick zu behalten.

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