Diät & Essen

WHO warnt vor überzuckerter Babynahrung

Zu viel Süßstoff und Zucker in Babynahrung – davor warnt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und beruft sich auf zwei neue Studien des Regionalbüros für Europa. Untersuchungen von 8000 Babyprodukten ergaben demnach, dass ungefähr ein Drittel der in den Produkten enthaltenen Kalorien auf Zucker zurückzuführen sind. Bei regelmäßigem Verzehr drohen Übergewicht und Karies, erklärte das WHO-Büro.

Gegenstand der Untersuchungen waren unter anderem Fertiggetränke wie Smoothies, Saft und Tee sowie Müsli und Kekse, aber auch Suppen, Joghurt, Milchpulver, Fleisch- und Fischgerichte, die ausdrücklich für Babys und Kleinkinder beworben wurden. Sie stammten aus mehr als 500 Geschäften in den Städten Wien, Sofia, Budapest und Haifa. Ein Drittel der Produkte enthielt Zucker, Fruchtsaftkonzentrat oder andere Süßungsmittel.

Fragwürdige Werbung

Grund zur Sorge bereitet neben dem hohen Gehalt an freien Zuckern in pürierter Babynahrung auch deren Vermarktung. Der Studie zufolge sind 16 bis 53 Prozent der Produkte so verpackt, dass sie die Aufmerksamkeit der Kinder auf sich ziehen.

Dem europäischen Recht widerspricht das nicht, wohl aber dem internationalen Kodex der WHO. Die Leitlinien von 2016 raten davon ab, kommerzielle Beikost für Säuglinge unter sechs Monaten zu bewerben. Dem hatten sich die Hersteller jedoch widersetzt.

Richtlinien für die Mitgliedsstaaten

2016 und 2017 hatte die WHO ein Nährstoffprofil-Modell entwickelt und getestet. Es sollte den Mitgliedsstaaten helfen, zu entscheiden, welche Nahrungsmittel für Kleinkinder im Alter von sechs bis 36 Monaten geeignet sind. Jegliche Süßgetränke, darunter auch Fruchtsäfte, sind demnach für Kinder unter drei Jahren ungeeignet und sollten entsprechend gekennzeichnet werden.

Um Übergewicht und Adipositas zu vermeiden, sei eine gute Ernährung vom Säuglingsalter an notwendig, betont WHO-Regionaldirektorin Zsuzsanna Jakab. Die WHO empfiehlt, Säuglinge unter sechs Monaten ausschließlich mit Muttermilch zu ernähren.

Etiketten, die besagen, dass Nahrungsmittel für Babys unter sechs Monaten geeignet sind, seien deshalb irreführend, so die Experten. Eltern sollten beim Einkauf überprüfen, ob die Produkte Zucker, Fruchtsaft oder Süßstoff enthielten.

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