Gesundheit

Erste OTC-Levocetirizin-Präparate demnächst verfügbar

Seit Ende März ist das Antihistaminikum Levocetirizin nichtmehr rezeptpflichtig. Nun finden sich in der Lauer-Taxe die ersten Präparate –die beiden Novartis-Töchter Hexal und 1A Pharma waren die Schnellsten. Dochauch UCB, der Hersteller des Originals Xusal, hat schon eine OTC-Varianteangekündigt.

Die ersten rezeptfreien Levocetirizin-Präparate kommen. Die Auslieferung ist für diese Woche angekündigt. Seit 1. April 2019 ist die enatiomerenreine Variante nämlich aus derVerschreibungspflicht entlassen. Im letzten Sommer hatte der Sachverständigenausschussfür Verschreibungspflicht dies empfohlen – nur für levocetirizinhaltigePräparate, „in festen Zubereitungen zur oralen Anwendung in Konzentrationen von5 mg je abgeteilter Form, sofern auf Behältnissen und äußeren Umhüllungen eineBeschränkung der Anwendung auf Erwachsene und Kinder ab dem vollendeten sechstenLebensjahr angegeben ist“. Das heißt, Säfte und Tropfen sind weiterhin nur aufRezept zu haben.

Mehr zum Thema

Änderung der Verschreibungsverordnung

Levocetirizin und Diclofenac-Pflaster ohne Rezept!

Die ersten, die mit ihren Präparaten am Start sind, sind die Novartis-Töchter Hexal und 1A Pharma. Hexal ist mit vier verschiedenen Packungsgrößen am Start: 6, 18, 50 und 100 Stück. 1A Pharma mit drei verschiedenen Mengen – nämlich ganz klassisch mit 20, 50 und 100 Stück. Auch der Originalhersteller UCB hat bereits angekündigt, eine OTC-Variante von Xusal® auf den Markt zu bringen und weitere Hersteller werden vermutlich folgen. Da die Tabletten in der Dosierung von 5 mg ohnehin erst ab einem Alter von sechs Jahren angewendet werden sollen, gibt es eigentlich nichts mehr, was eine Verschreibungspflicht rechtfertigen würde. Denn eine maximale Anwendungsdauer oder andere Einschränkungen – wie sie bei vielen Wirkstoffen festgelegt sind, die es sowohl als Rx- oder Non-Rx-Version gibt – gibt es hier nicht.

Unter Umständen weiter verordnungsfähig

Eine Verschreibung zulasten der GKV ist unter Umständenweiterhin möglich. So können OTC-Antihistaminika trotz gesetzlichemVerordnungsausschluss „zur Behandlung bei persistierender allergischer Rhinitismit schwerwiegender Symptomatik, bei der eine topische nasale Behandlung mitGlucocorticoiden nicht ausreichend ist“, auf Kassenrezept verschrieben werden,ebenso wie zur Behandlung „schwerer, rezidivierender Urticarien“, wofür Levocetirizinebenfalls zugelassen ist.

Levocetirizin versus Cetirizin

Levocetirizin ist daswirksame (R)-Enantiomer von Cetirizin, das als Racemat aus einem links- undrechtsdrehenden Stereoisomer besteht. Weil nur das (R)-Enantiomer wirksamist, wird nur die halbe Dosis von Levocetirizin im Vergleich zu Cetirizin benötigt,um eine äquivalente antiallergische Wirkung zu erzielen. 

Ob es hinsichtlich derNebenwirkungen einen Vorteil gibt, ist umstritten. So schrieb beispielsweisedie kassenärztliche Bundesvereinigung KBV im Jahr 2004 – das war allerdings vorEinführung der Levocetirizin-Generika: „Levocetirizin ist deutlich teurerals Cetirizin und im Vergleich zu diesem ohne belegten klinischen Vorteil im Handel.“
Die gravierendsten Nebenwirkungen der Antihistaminika „Müdigkeit“ und „Schläfrigkeit“treten laut Packungsbeilage bei beiden Wirkstoffen „häufig“ auf, also bei 1bis 10 Prozent der Anwender.

Quelle: Den ganzen Artikel lesen