Gesundheit

Grippeimpfungen in Apotheken als europäische Erfolgsgeschichte

Während Grippeschutzimpfungen in Apotheken hierzulande immer noch hoch umstritten sind, läuft die Immunisierung gegen Influenza in den Apotheken anderenorts in Europa wie geschmiert. Insbesondere aktuelle Zahlen aus der Schweiz belegen das. Paradebeispiele dafür sind unsere Nachbarländer Schweiz und Frankreich sowie Großbritannien. Ein Überblick über das Impf-Geschehen in Europa.

In Deutschland könnte es ab dem Frühjahr 2020 erste Versuche mit Grippeschutzimpfungen in Apotheken geben. Das kürzlich beschlossene Masernschutzgesetz erlaubt es Apothekern, Gruppen von Apothekern oder den Landesapothekerverbänden, mit Krankenkassen entsprechende Verträge über Modellvorhaben zu vereinbaren. Doch trotz des ausdrücklichen Wunsches des Gesetzgebers gibt es heftige Kritik an impfenden Apothekern: Insbesondere die Ärzte wehren sich dagegen. Aber auch die Apotheker selbst scheinen nicht alle davon überzeugt zu sein: In Brandenburg haben die Kammern von Ärzten und Apothekern kürzlich eine Resolution gegen impfende Apotheker verabschiedet.

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Allerdings: Insbesondere bei der Verbändeanhörung zum Masernschutzgesetz im Bundestag wurde von den Befürwortern der Apotheken-Impfungen vehement darauf hingewiesen, welche positiven Erfahrungen damit in anderen (europäischen) Ländern gemacht wurden. Insbesondere ein aktueller Blick in die Schweiz lohnt sich dazu: Denn die Schweiz meldet Rekordzahlen bei Grippeimpfungen in der Offizin. Nach Angaben des schweizerischen Apothekerverbandes PharmasSuisse ist das direkte Impfen in der Apotheke ohne Vorliegen eines Arztrezepts heute im Alpenland in 21 von 26 Kantonen möglich. 

Bei der aktuellen Grippeimpfsaison vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2019 haben die Apotheker rund 33.000 Grippeimpfungen durchgeführt. Das entspricht einer Zunahme um 33 Prozent gegenüber der gleichen Vorjahresperiode. Allein am nationalen Grippeimpftag am 8. November 2019 verabreichten die Schweizer Apotheker rund 4.100 Impfungen, gegenüber etwa 2.500 im Vorjahr, was einer Steigerung um fast 64 Prozent entspricht.

Bislang wird der Impfservice in den Apotheken von den Kassen nicht bezahlt. Nach Presseberichten sollen die Kosten für die Kunden in den Apotheken zwischen 29 und 43 Franken liegen, was einem Euro-Betrag von 36 bis knapp 40 Euro entspricht.

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