Gesundheit

L-Thyroxin: Am Morgen vor der Blutentnahme pausieren?

Patienten, die Schilddrüsenhormone einnehmen, müssen ihreBlutwerte regelmäßig kontrollieren lassen. Vor allem in der Einstellungsphase und beiDosisumstellungen wird geraten, die TSH-Serumkonzentration regelmäßig zu überprüfen. Doch welcher Abstand zwischen Dosisanpassung und Kontrolleist sinnvoll? Und warum sollte man am Morgen vor der Blutentnahme die Einnahme pausieren?

Levothyroxin gehört zu den wenigen Arzneimitteln, die imMikrogramm-Bereich dosiert werden. Neben der engen therapeutischen Breiteerschweren Ernährung, Komedikationen und gastrointestinale Erkrankungen dieJustierung der Dosis. Oberstes Ziel ist eine möglichst stabile Einstellung derBlutspiegel an freiem Triiodthyronin (fT3), freiem Thyroxin (fT4) undThyreoidea-stimulierendem Hormon (TSH). Zur Überprüfung wird in der Regel derTSH-Wert herangezogen, der nach Empfehlung der Deutschen Gesell­schaft fürEndokrinologie (DGE) bei Substitution von Schilddrüsen­hormonen im Bereich von0,4 bis 4,0 Milli-Units/l liegen sollte. Bei älteren Patienten werden auch etwas höhereWerte akzeptiert.

Die richtige Dosierung sollte für jeden Patientenindividuell ermittelt werden, orientiert an den laborchemisch gemessenenSchilddrüsenwerten und dem subjektiven Befinden des Patienten. Bei manifester(primärer) Hypothyreose wird in der DEGAM-Leitlinie für Patienten unter 60Jahren ohne Komorbiditäten initial die Gabe von 1,6 µg Levothyroxin proKilogramm Körpergewicht empfohlen. Bei einem Körpergewicht von 75 kg entsprichtdies einer Menge von 120 μg Levo­thyroxin täglich. Um eine euthyreoteStoffwechsellage zu erreichen, wird die tägliche Dosis stufenweise jeweils nachcirca sechs Wochen um je 25 bis 50 µg erhöht oder verringert. Vor allem in der Einstellungsphaseund bei Dosisumstellungen wird geraten, die TSH-Serumkonzentration regelmäßigüberprüfen zu lassen. Eine Messung ist frühestens nach acht Wochen sinnvoll, dader TSH-Wert mindestens so viel Zeit benötigt, um sich auf einen konstanten Werteinzupendeln. Ist die Dosierung etabliert, genügen halbjährliche, späterjährliche TSH-Verlaufskontrollen.

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Ein kurzer Überblick zur richtigen Einnahme von Levothyroxin

Schilddrüsenhormone vergessen – und nun?

TSH wird nicht beeinflusst, aber T4

Am Morgen der Blutentnahme sollten Patienten ihreSchilddrüsentabletten nicht einnehmen – als reine Vorsichtsmaßnahme, wie Dr.med. Joachim Feldkamp, Chefarzt der Klinik für Allgemeine Innere Medi­zin,Endokrinologie, Diabetologie, Infektiologie am Klinikum Bielefeld Mitte, erläutert:„Die Levothyroxin-Einnahme beeinflusst TSH-Spiegel erst über einen längerenZeitraum. Eine morgendliche Einnahme beeinflusst den TSH-Wert an dem Tag nicht,wenn an dem gleichen Tag der TSH-Wert gemessen wird. Der einzige Laborwert, dersich verändern kann, ist der Wert für das freie T4. Etwa zwei Stunden nach derEinnahme kommt es zu einem leichten Anfluten des freien T4-Wertes im Blut. Dieskann gelegentlich mit einer kurzen Überhöhung dieses Wertes im Laborblattausdrucksichtbar werden. Wenn der Arzt weiß, dass der Patient morgens die Tabletteeingenommen hat, kann er dies entsprechend interpretieren. Um solcheInterpretationsschwierigkeiten zu vermeiden, wird allgemein empfohlen, morgensdie Tablette nicht einzunehmen.“

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