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Mehr Nachhaltigkeit: Sieben simple Regeln für einen umweltbewussten Einkauf

Seit zehn Jahren beschäftigt sich der preisgekrönte Koch und Klimaaktivist Tom Hunt mit Ernährung, die den Körper gesund hält und die Umwelt schützt.

„Genuss und Umweltbewusstsein schließen sich nicht aus!“, erklärt der Brite, der ein eigenes Restaurant in Bristol führt und schon bei den Spitzenköchen der Welt am Herd stand.

„Als mir klar wurde, wie groß das Problem der weltweiten Lebensmittelverschwendung ist, wollte ich einen neuen Weg gehen. Mein Konzept heißt Root-to-fruit. Das ist eine ganzheitliche Ernährungsweise, die uns die Fertigkeiten und das Wissen vermittelt, nachhaltig einzukaufen. Dabei müssen wir keine Abstriche beim Geschmack machen, die Nährwerte sind sogar besser – und oft ist es zudem günstiger.“

Root-to-fruit-Konzept: Gesund & nachhaltig

Genussvoll essen bedeutet, mit Liebe, Selbstvertrauen und Kreativität zu kochen, Artenvielfalt zu unterstützen und zu wissen, woher die Lebensmittel kommen. Das ist ganz einfach und erfordert auch keine jahrelange Erfahrung.

Das A und O sind hochwertige Zutaten.

„Wer sich nicht stoisch an Rezepte hält, sondern Bestandteile austauscht, mit dem, was gerade in der Küche vorhanden ist“, so Tom Hunt, „lernt neue Aromen kennen und nebenbei intuitiv zu kochen.“

Und weil Kochen mit dem Einkauf beginnt, hat der 38-jährige Food-Visionär die sieben wichtigsten Grundregeln zusammengestellt.

1. Saisonal

Das Allerwichtigste zuerst: Mit den Jahreszeiten kochen und das kaufen, was jetzt wächst. Denn das ist nicht nur gut für das Klima, sondern auch für den Geschmack.

Frisches Obst und Gemüse ist immer dann besonders vitaminreich und nährstoffhaltig, wenn es in seinem natürlichen Rhythmus gewachsen ist und im besten Reifegrad geerntet wurde.

Nebenbei liefert das die Möglichkeit, neue Geschmacksrichtungen und Rezepte auszuprobieren.

Erdbeeren und Spargel etwa, Spitzkohl und Himbeeren – das geht wunderbar zusammen. Und die besten Tomaten gibt es bei uns im August und September. Dann haben sie echtes Aroma.

Wer der Erntezeit entsprechend isst, wird entdecken, wie die Sachen wirklich schmecken. Es gilt bei heimischen Pflanzen natürlich die Erntezeit im direkten Umkreis – nicht die auf der anderen Seite der Erde.

2. Regional

Am besten sind frische Lebensmittel, wenn sie aus einem Umkreis von 200 Kilometern stammen. Lange Lieferzeiten wirken sich auf die Umwelt und den Nährstoffgehalt der Produkte aus.

Bis zu 50 Prozent der Vitamine können Obst und Gemüse verlieren – denn die mögen zum Teil weder Licht noch hohe Temperaturen.

Daher am besten von Bauern auf dem Wochenmarkt kaufen, schnell essen oder fachgerecht aufbewahren.

Wenn zum Beispiel Spinat zwei Tage bei 20 Grad auf seine Zubereitung warten muss, verliert er zwei Drittel der wertvollen Inhaltsstoffe, weil er es lieber kühl und dunkel mag.

3. Pflanzlich

Mit einer ausgewogenen, pflanzenbasierten Ernährung hat man nicht nur das eigene Gewicht besser im Griff, sie kann zudem das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Typ 2 und einigen Krebsarten senken.

Wer geschickt mischt, erhält auch als Vegetarier oder gar Veganer ausreichend Proteine, um aktiv und leistungsstark zu bleiben.

Wer nicht auf Fleisch verzichten mag, sollte unbedingt zu Bioware greifen. Denn nur Tiere, die artgerecht aufwachsen und ernährt werden, liefern gesunde Nährstoffe.

Was soll auch schon Gutes in einem Tier stecken, das binnen weniger Wochen hochgemästet und prophylaktisch mit Medikamenten gefüttert wurde?

4. Vollwertig

Als Vollwertprodukte werden rohes oder gegartes Obst, Gemüse und Vollkornprodukte bezeichnet, die so wenig wie möglich verarbeitet wurden und idealerweise frei von chemischen Zusätzen sind.

Wenn die Schale von Obst und Gemüse essbar ist, sollte sie auch gegessen werden.

Meist schmecken Wurzeln und Blätter ebenfalls – und sind nicht, wie oftmals behauptet wurde, Abfall. Getreide sollte unpoliert sein und noch Kleie und Keimling enthalten.

Wer auf Convenience-Food weitestgehend verzichtet, fördert seine Gesundheit.

5. Biodivers

Eine der wichtigsten Methoden, um die Klimakatastrophe aufzuhalten, ist der Schutz der Artenvielfalt, von der unsere Welt abhängt. Wenn eine größere Bandbreite an Sorten auf den Tisch kommt, ist das also gut für unsere Umwelt.

Daher sollte man zu alten Tomatensorten greifen, nicht immer nur Kartoffeln namens Linda kaufen und alte Apfelsorten statt Granny Smith probieren.

So kommt keine Langeweile auf den Teller, und der Körper bekommt alles, was er braucht.

6. Abfall vermeiden

Wer möglichst müllfrei einkaufen möchte, hat es nicht leicht. Die einfachste Strategie ist: weniger kaufen.

Denn viel zu viel landet hinterher in der Tonne, weil es nicht rechtzeitig gegessen wurde. Im Idealfall kauf man möglichst dort ein, wo man eigene Verpackungsutensilien mitbringen kann: Markt, Hofladen und Unverpacktläden.

Und: immer genügend eigene Beutel mitnehmen und ein frisches Küchentuch, in das sich zum Beispiel Brot gut einschlagen lässt. So lässt sich auch beim Spontankauf auf den zigsten Stoffbeutel oder Papiertüten verzichten.

7. Nachhaltig

Je mehr Menschen nachfragen, wo Dinge herkommen, desto mehr Händler werden sich bemühen, Auskunft erteilen zu können. Das macht Einkäufe transparenter.

Wenn möglich, sollte man Fairtrade-Produkte wählen. Die Fairtrade Foundation hat auch die Reduzierung von Energieaufwand, das Verbot genetisch veränderter Pflanzen und die Boden- und Wasserqualität im Blick.

Einge gute Möglichkeit ist es auch, eine Gemüsekiste beim Bauern in der Region zu bestellen, um ihn zu unterstützen.

Man kann nicht alles im Blick haben, aber es hilft schon, sich öfter mal zu fragen, ob man etwas im Sinne der Umwelt ändern sollte.

Manu Schmickler

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