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Weniger Verschwendung: Supermärkte sollen kurz haltbare Lebensmittel kennzeichnen

Das Mindesthaltbarkeitsdatum des Joghurts neigt sich dem Ende zu? Der Käse ist sogar schon einen Tag drüber? Viele Menschen werfen Lebensmittel dann lieber vorsorglich in die Tonne.

Wohl so ziemlich jede Verbraucherin und jeder Verbraucher hat auf diese Weise noch gut genießbare Lebensmittel entsorgt.

Diese unnötige Verschwendung findet leider nicht nur daheim in der eigenen Küche statt. Abertausende Tonnen an Lebensmitteln landen täglich in den Mülltonnen von Supermärkten und Discountern – dabei sind viele Nahrungsmittel noch gut und genießbar.

Kennzeichnung könnte Lebensmittelverschwendung verhindern

Ein aktueller Marktcheck der Verbraucherzentrale Hamburg ergab, dass eine bessere Kennzeichnung dieser nur noch kurz haltbaren Lebensmittel helfen würde, die Verschwendung zu reduzieren.

Zu diesem Ergebnis kamen die Prüfer, nachdem sie die Präsentation kurz haltbarer Waren in verschiedenen Läden begutachtet hatten.

Laut den Verbraucherschützern werden fast abgelaufene Produkte am besten von den Händlern Rewe und Lidl gekennzeichnet. Große Aufkleber auf den Verpackungen signalisieren den Kunden, dass die Lebensmittel nur noch kurze Zeit haltbar sind.

Da die Produkte oft zwischen normal haltbaren Nahrungsmitteln im Regal stehen oder in seperaten Kisten präsentiert werden, sind sie für Verbraucherinnen und Verbraucher schnell zu finden.

Info sollte gut sichtbar sein

Die Präsentation der Discounter Aldi und Netto hingegen wird von den Verbraucherschützern kritisiert: Dort suchten Käuferinnen und Käufer vergebens nach Hinweisen zur entsprechend kurzlebigen Ware.

Oft sind diese nur mit einem roten Aufkleber versehen, bei Aldi werden außerdem fast ausschließlich Fleisch- und Fischprodukte günstiger angeboten.

Ein weiterer Kritikpunkt der Verbraucherschützer: Nur wenige Händler geben den reduzierten Preis direkt auf dem Lebensmittel an.

„Gerade dies wünschen sich Verbraucher aber, damit sie nicht erst an der Kasse erfahren, wie viel sie für die knapp haltbaren Lebensmittel zahlen müssen“, erklärt Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Mit Kennzeichnungen zum Kauf motivieren

Es gibt aber auch positive Beispiele für Warenpräsentationen, an denen sich viele Läden orientieren können. Dazu gehören spezielle Kennzeichnungen wie „Ich bin noch gut -50%“, „Supergüstig und immer noch super lecker“ oder „Zum sofortigen Verzehr reduziert“.

Im Rahmen des Marktchecks konnten die Verbraucherschützer diese jedoch nur bei Rewe, Lidl, Real und Kaufland ausfindig machen.

Zudem sollen Verbraucherinnen und Verbraucher dafür sensibilisiert werden, dass Lebensmittel nach Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums nicht unmittelbar schlecht werden, sondern noch länger genießbar sind.

Dazu können Labels auf Kartons wie „Ich halte oft länger als man denkt“ oder „Kostbares retten – riechen, probieren, genießen“ einen Teil beitragen.

Lebensmittelverschwendung: Positive Entwicklung erkennbar

Es gibt jedoch auch eine gute Nachricht: Im Vergleich zur Warenpräsentation der Jahre 2012 und 2014 hat sich die Situation insgesamt verbessert.

Laut Verbraucherzentrale Hamburg seien fast abgelaufene Lebensmittel nun insgesamt gut zu finden und leichter zu erkennen. Schwartau gibt dennoch zu bedenken, dass diese Kennzeichnung noch verbraucherfreundlicher werden müssen.

„Wenn nicht mehr so viele Lebensmittel weggeworfen werden sollen, müssen kurz haltbare Produkte im gesamten Sortiment deklariert werden“, erklärt sie. „Am besten findet man die Lebensmittel am üblichen Regalplatz sowie nach Produktgruppen sortiert in übersichtlichen Kisten.“

Unattraktive Wühlkisten müssten nach der Expertin der Vergangenheit angehören. „Der reduzierte Preis der Waren sollte schon am Produkt und nicht erst an der Kasse ausgewiesen werden.“

Auf diese Weise könne der Lebensmittelverschwendung entgegengewirkt und die Ressourcen unserer Welt geschont werden.

Quelle

  • Verbraucherzentrale Hamburg (2020): Haltbarkeit von Lebensmitteln: Wo sind die fast abgelaufenen Lebensmittel?, abgerufen am 29.07.2020 https://www.vzhh.de/themen/lebensmittel-ernaehrung/haltbarkeit-von-lebensmitteln/wo-sind-die-fast-abgelaufenen-lebensmittel

Cornelia Bertram

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