Gesundheit

Bessere Atmung bei heißem und kaltem Wetter – Heilpraxis

Auswirkungen des Wetters auf die Atmung

Luftqualität und wechselndes Wetter können die Atmung stark beeinträchtigen, dies gilt insbesondere wenn Hitze und Luftfeuchtigkeit ansteigen. Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen haben durch solche wechselnden Wetterbedingungen häufig noch stärkere Schwierigkeiten richtig zu atmen, als es ohnehin schon der Fall ist. Doch wie können durch das Wetter ausgelöste Atembeschwerden reduziert oder komplett vermieden werden?

Negative Auswirkungen auf die Atmung durch die Wetterbedingungen sind insbesondere bei Personen, die zusätzlich eine chronische Lungenerkrankung (beispielsweise Asthma oder COPD) haben, durchaus keine Seltenheit. „Menschen mit Lungenerkrankungen haben ihre eigenen Faktoren und Umstände, durch die sie sich besser oder schlechter fühlen”, betont die Pneumologin Dr. Sumita Khatri von der Cleveland Clinic (USA).

Atemwegsbeschwerden durch Temperatur und Luftfeuchtigkeit

„Zum Beispiel sind manche Menschen im Winter aufgrund der kalten Temperaturen, welche die Atemwege austrocknen, stärker betroffen. Andere sind bei heißem, feuchtem Wetter stärker betroffen, aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit. Und manche Personen sind stärker betroffen, wenn es schnelle Veränderungen der Temperatur und des Luftdrucks gibt, was es schwierig machen kann, sich schnell anzupassen”, erläutert die Expertin.

Anpassung an Wetterbedingungen

Natürlich ist es für die einzelne Person nicht möglich, das Wetter zu Gunsten der eigenen Vorlieben zu verändern, aber es können Schritte unternommen werden, um sich an das Wetter anzupassen. Es zum Beispiel können Maßnahmen ergriffen werden, um auftretende Temperaturschwankungen so gering wie möglich zu halten, erläutert die Medizinerin.

Schutz vor Temperaturschwankungen

Wenn Menschen beispielsweise von heißem Wetter in einem Raum mit einer Klimaanlage kommen, sollten sie sich einen Pullover anziehen, rät die Expertin. „Wenn Sie von beheizten Gebäuden in kaltes Wetter hinaus gehen, ziehen Sie sich warm an und bedecken Sie Ihre Nase und Ihren Mund. Die Abdeckung hilft, die Luft beim Einatmen zu erwärmen und zu befeuchten“, fügt Dr. Khatri in einer Pressemitteilung der Cleveland Clinic hinzu.

Kontrollierbare Auslöser vermeiden

Wenn möglich sollten bestimmte Auslöser vermieden werden, welche kontrolliert werden können. Neben schwankenden Temperaturen gibt es noch verschiedene weitere Auslöser für eine erschwerte Atmung, beispielsweise das Rauchen. Aber auch Passivrauchen und andere potenzielle Reizstoffe können die Atmung erschweren. Atembeschwerden können laut Dr. Khatri grundsätzlich durch folgende Reizungen ausgelöst werden:

  • Verschiedene Arten von Rauch,
  • Dämpfe,
  • Allergieauslöser im Freien,
  • Hohe Luftfeuchtigkeit und Hitze,
  • Aerosole ausstoßende Produkte,
  • Insektizide,
  • Reinigungsmittel,
  • Schimmel, Staub und Mehltau.

Medikamente können helfen

Wenn bei Menschen eine chronische Lungenerkrankung vorliegt, können verschriebene Medikamente helfen, wetterbedingte Atembeschwerden zu bewältigen. Häufig bei chronischen Lungenerkrankungen verschrieben werden laut der Expertin beispielsweise:

  • Bronchodilatatoren,
  • entzündungshemmende Mittel,
  • Sauerstoff,
  • und Antibiotika.

Bei Menschen mit Asthma und COPD führt die regelmäßige Einnahme von Medikamenten oder die Verwendung von Inhalatoren dazu, dass die Atemwege weniger empfindlich auf Temperaturschwankungen reagieren, erklärt die Expertin. „Je besser Sie Ihre Krankheit und die Entzündung kontrollieren, desto widerstandsfähiger werden Ihre Lungen sein“, fügt die Medizinerin hinzu.

Gesunden Lebensstil beachten

Neben der richtigen Anpassung an die wechselnde Luftqualität und dem Vermeiden von Reizstoffen, nennt Dr. Khatri zusätzliche Möglichkeiten, die Atmung positiv zu beeinflussen:

  • gesunde Ernährung,
  • ein strukturiertes Trainingsprogramm,
  • Vorbeugung von Infektionen der Atemwege,
  • das Vermeiden von Stress,
  • ausreichende Flüssigkeitszufuhr (bei warmem Wetter entsprechend erhöhen)

Bei Atemnot und Kurzatmigkeit ärztlichen Rat einholen

Auch wenn es vielen Menschen vielleicht relativ normal erscheint, bei extremen Wetterbedingungen verstärkt unter Atemnot zu leiden, gibt es trotzdem Momente, in den ärztlicher Rat eingeholt werden sollte, betont die Expertin. „In den meisten Fällen ist Kurzatmigkeit nicht normal”, fügt Dr. Khatri hinzu.

„Jede neu auftretende Kurzatmigkeit sollte sofort untersucht werden, ebenso wie jede Kurzatmigkeit, die nicht durch eine Erkältung oder Grippe erklärt werden kann oder einfach dadurch, dass man nicht in Form ist”, erklärt die Medizinerin weiter. „Wenn Sie zu irgendeinem Zeitpunkt bemerken, dass Sie Atembeschwerden haben, die Ihre normalen Aktivitäten beeinträchtigen, müssen Sie einen Arzt aufsuchen, um Ihre Symptome weiter zu untersuchen“, so Dr. Khatri. (as)

Autoren- und Quelleninformationen

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