Gesundheit

Bluthochdruck: Hoher Blutdruck durch diese Messfehler – Heilpraxis

Hoher Blutdruckwert: Oft ist fehlerhaftes Vorgehen beim Messen schuld

Bluthochdruck wird von den Betroffenen oft nicht bemerkt. Das kann für die Herz-Kreislauf-Gesundheit gefährlich werden. Unbehandelte Hypertonie ist nämlich ein bedeutender Risikofaktor für schwerwiegende Folgeerkrankungen. Mediziner und Medizinerinnen raten daher zum regelmäßigen Blutdruckmessen. Dabei kann es zu Messfehlern kommen.

Die meisten Menschen wissen, dass ein zu hoher Blutdruck ernst zu nehmen ist. Denn unbehandelter Bluthochdruck steigert das Risiko für zahlreiche weitere Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wichtig zu wissen ist aber auch, dass erhöhte Werte oft auf einem fehlerhaften Vorgehen beim Messen beruhen. Darauf weist die Deutsche Herzstiftung auf ihrer Webseite hin.

Kleine Fehler können für deutlich erhöhte Werte verantwortlich sein

Bluthochdruck (Hypertonie) gehört zu den Volkskrankheiten in Deutschland. Im Verlauf der Erkrankung können Folgeleiden wie Schlaganfall, Herz- oder Niereninsuffizienz auftreten, die nicht selten zum Tode führen. Daher ist es wichtig, seine Blutdruckwerte zu kennen und entsprechend einschätzen zu können.

Doch viele Patientinnen und Patienten bekommen nach wie vor nicht gesagt, wie man seinen Blutdruck richtig misst und dass schon kleine Fehler für deutlich erhöhte Werte verantwortlich sein können, obwohl der Blutdruck eigentlich gut eingestellt ist.

Wenn dann womöglich zu starke Blutdrucksenker verschrieben werden, kann das der Grund für eine verstärkte Müdigkeit oder andere Nebenwirkungen dieser Medikamente sein wie etwa Schwindelgefühle oder dass Betroffenen beim Aufstehen regelmäßig schwarz vor Augen wird bis hin zu Ohnmachtsattacken.

Die wichtigsten Regeln

Daher sollte jeder Mensch mit einem erhöhten Blutdruck unbedingt darüber informiert werden, wie man seine Werte richtig bestimmt. Die Herzstiftung hat die wichtigsten Regeln zusammengefasst:

  • Bei der Blutdruckmessung ist für eine ruhige Umgebung zu sorgen, in der nicht gesprochen wird. Bei manchen Menschen kommt es ansonsten allein deshalb zu höheren Werten.
  • Wichtig ist es, die Messung erst zu beginnen, wenn man fünf Minuten entspannt gesessen ist (Beine nicht übereinanderschlagen). Da diese Fünf-Minuten-Regel selbst in Arztpraxen oft nicht eingehalten wird, fallen die Blutdruckwerte dort häufig höher aus als bei den Selbstmessungen zu Hause.
  • Der Blutdruck ist insgesamt zweimal in Folge zu messen. Von beiden Messungen zählt der niedrigere Wert, was wegen der nachlassenden Anspannung zumeist der Wert der zweiten Messung ist. Die Herzstiftung empfiehlt zwischen den Messungen eine halbe bis ganze Minute Pause.
  • Um bei der wichtigen Bestimmung des morgendlichen Blutdrucks unverfälschte Werte zu erhalten, erfolgt die Messung vor dem Frühstück, ehe Kaffee oder Schwarztee getrunken wurde. Ebenso ist es nicht erlaubt, vorher zu rauchen, und es sollte noch keine Medikamenten-Einnahme erfolgt sein.
  • Wichtig ist, dass sich die Manschette beim Messen tatsächlich auf Herzhöhe befindet. Die Herzstiftung empfiehlt: Für eine Oberarm-Messung im Sitzen legt man seinen Unterarm entspannt auf den Schoß oder vor sich auf einen normal hohen Tisch. Die Manschette befindet sich dann automatisch auf Herzhöhe. (Für Handgelenksmessungen wird die Hand etwas unterhalb der gegenüberliegenden Schulter locker abgelegt, sodass der Arm im Ellenbogengelenk gebeugt ist.)
  • Wer mit einem Handgelenkgerät misst, sollte überprüfen, ob die Werte tatsächlich den Ergebnissen am Oberarm entsprechen, was je nach Gerät und Mensch nicht immer der Fall ist. Zeigt sich kein Unterschied, spricht nichts gegen ein Handgelenkgerät, zumal deren Handhabung oft einfacher ist und die Modelle häufig günstiger sind.
  • Grundsätzlich muss überprüft werden, ob die Blutdruckmessung am linken oder rechten Arm höher ausfällt. Die Messungen erfolgen dann auf der Seite, auf der sich die höheren Werte zeigen.

Wie häufig soll der Blutdruck gemessen werden

Wie oft soll man seinen Blutdruck messen? Laut der Herzstiftung sind häufigere Kontrollen immer dann zu empfehlen, wenn beispielsweise gerade eine Medikamenten-Änderung stattgefunden hat.

Je nachdem wie schnell sich die Werte auf ein neues Niveau einpendeln (häufig ein bis zwei Wochen), kann es bis dahin sinnvoll sein, den Blutdruck täglich zu messen, optimalerweise morgens und abends und gegebenenfalls auch mittags, um einen ausreichenden Eindruck zu unterschiedlichen Tageszeiten zu bekommen.

Ein Hinweis der Fachleute: Für einen genauen Tagesverlauf, der auch die wichtigen Nachtwerte umfasst, ist dagegen eine 24-Stunden-Messung besser geeignet, wie sie von Zeit zu Zeit bei jedem Menschen mit erhöhtem Blutdruck ratsam ist.

Empfehlenswert kann ein engmaschiges Messen außerdem sein, wenn es im Sommer zu einer Hitzewelle kommt. Denn nicht selten geht der Blutdruck unter dem Einfluss von Wärme deutlich nach unten, vor allem wenn gleichzeitig zu wenig getrunken wird.

Regelmäßige Messungen können auch sinnvoll sein, wenn man seinen Alltag gerade auf einen gesünderen Lebensstil umstellt, zum Beispiel mehr Sport treibt oder auf eine gesundheitsfördernde Ernährung achtet. Häufig zeigen sich dann niedrigere Werte, die eine Reduktion der Medikamente möglich machen.

Wichtig: Gezielte Extramessungen sollten vorgenommen werden, wenn Beschwerden auftreten, die beispielsweise eine Nebenwirkung von zu hoch dosierten Blutdrucksenkern sein könnten wie etwa die eingangs erwähnten Symptome (verstärkte Müdigkeit, Schwindelgefühle bzw. dass einem beim Aufstehen regelmäßig schwarz vor Augen wird, Ohnmachtsattacken).

Ist der Blutdruck dagegen schon seit Jahren unverändert gut eingestellt, müssen die Werte nicht ständig kontrolliert werden. Je nachdem wie oft Arztbesuche vorgesehen sind, kann es reichen, lediglich in den Tagen vor dem Sprechstundentermin zu messen, um für die Besprechung aktuelle Werte vorlegen zu können.

Hinsichtlich der Häufigkeit von Blutdruckmessungen ist ein entsprechendes Augenmaß empfehlenswert. Zwar sind regelmäßige Messungen grundsätzlich positiv zu bewerten, damit Verschlechterungen des Blutdrucks nicht unbemerkt bleiben, allerdings sollte daraus kein Zwang werden, bei dem man ständig mit Sorge an seine Werte und die nächste Messung denkt.

Werte in der Arztpraxis häufig höher

Wenn der selbst gemessene Blutdruck typischerweise niedriger liegt als die Messungen in der Arztpraxis, kann das eine einfache Erklärung haben. Denn einer der bekanntesten Gründe für verfälschte Messwerte sind ausgerechnet Blutdruckmessungen, wenn diese von Ärztinnen beziehungsweise Ärzten vorgenommen werden.

Allein durch die Gegenwart eines Arztes oder einer Ärztin kommt es bei vielen Menschen zu einer mehr oder weniger starken Anspannung, was mit entsprechenden Blutdruckerhöhungen einhergehen kann und in Fachkreisen als „Weißkitteleffekt“ bezeichnet wird.

Dabei sollte man wissen, dass der Effekt eine sehr häufige und normale Körperreaktion darstellt, insbesondere wenn man bedenkt, in welcher speziellen Situation man sich als Patientin oder Patient während der Sprechstunde befindet und welche persönlichen Dinge dabei thematisiert werden.

Entsprechend schreiben nicht wenige Medizinerinnen und Mediziner den Messungen in der Arztpraxis auch nur eine nachrangige Bedeutung zu und greifen bevorzugt auf Messwerte außerhalb der Arztpraxis zurück, also zum Beispiel auf 24-Stunden-Blutdruckmessungen oder die Selbstmessungen zu Hause, die deshalb sehr gewissenhaft durchgeführt werden sollten. (sb, ad)

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