Gesundheit

Corona-Schnelltest für zu Hause: Das müssen Sie über die Anwendung wissen

Inhaltsverzeichnis

Seit dem 06. März 2021 gibt es Corona-Schnelltests im freien Verkauf: Aldi war der erste Discounter deutschlandweit, der seinen Kunden den Zugang ermöglicht hat. Die Abgabe ist auf eine Packung pro Kopf begrenzt. Darin finden sich fünf Tests für insgesamt 24,99 Euro. Für noch mehr Nachschub sorgen in dieser Woche Drogeriemarktketten wie Rossmann und dm, die Corona-Schnelltests in ihren Filialen als auch online anbieten, sowie Lidl und Online-Apotheken wie Pharmeo und Aponeo. Aber wie genau funktionieren diese überhaupt? Und welche Varianten hat das Bundesinstitut für Arzneimittel zugelassen? Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten im Folgenden für Sie zusammengefasst.

1. Welche Corona-Schnelltests wurden zugelassen?

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat bisher acht verschiedene Corona-Schnelltests für den Hausgebrauch freigegeben. In dieser Liste über Sonderzulassungen für Tests zur Eigenanwendung durch Laien finden Sie alle Produkte, die ab sofort offiziell in den eigenen vier Wänden ohne medizinisches Personal durchgeführt werden dürfen:

Hersteller:

Corona-Schnelltest:

1. Healgen Scientific LLC

Clinitest Rapid COVID-19 Self-Test

2. Xiamen Boson Biotech

Rapid SARS-CoV-2 Antigen Test Card

3. Hangzhou Laihe Biotech

Lyher Covid-19 Antigen Schnelltest

4. SD Biosensor

Sars-CoV-2 Rapid Antigen Test

5. AMEDA Labordiagnostig

Amp Rapid Test SARS-CoV-2 Ag

6. Beijing Hotgen Biotech 

Coronavirus (2019-nCoV)-Antigentest

7. Aesku.Diagnostics

Aesku.Rapid Sars-CoV-2

8. AMEDA Labordiagnostik GmbH

AMP Rapid Test SARS-CoV-2 Ag Sputum

2. Worauf muss beim Kauf geachtet werden?

Mit der Freigabe von Corona-Schnelltests für den Privatgebrauch steigt die Gefahr, dass es – neben den offiziellen Sonderzulassungen – bald auch viele Fälschungen auf dem Markt geben wird. Aus diesem Grund sollten neue Produkte, wie die Atemschutzmasken, eine CE-Kennzeichnung aufweisen. Diese wird zum Beispiel vom TÜV oder der Dekra vergeben und bedeutet, dass die in Europa geltenden Schutz- und Qualitätsstandards eingehalten wurden. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte gibt dazu folgenden Hinweis: "Die Ausweisung zur Eigenanwendung durch Laien setzt ein abgeschlossenes Konformitätsbewertungsverfahren gemäß IVDD 98/79/EC Anhang III Punkt 6 unter Einbezug einer benannten Stelle (zu erkennen an der 4-stelligen Kennnummer der involvierten benannten Stelle neben dem CE-Kennzeichen, sie muss sowohl auf der Umverpackung als auch in der Gebrauchsanweisung angegeben sein) oder eine Sonderzulassung des BfArM gemäß § 11 Absatz 1 Medizinproduktegesetz (MPG) voraus". Sprich, ein Corona-Schnelltest muss entweder eine CE-Zertifizierung aufweisen oder aber eine Sonderzulassung haben.

3. Wie zuverlässig sind die Corona-Schnelltests?

Wichtig für Sie zu wissen ist, dass ein Corona-Schnelltest nicht so präzise ist wie ein PCR-Test, der nur von geschultem Personal durchgeführt werden darf. Das Ergebnis ist eine Momentaufnahme und gibt Ihnen keine hundertprozentige Sicherheit, dass Sie nicht doch infiziert sind. Die frei verkäuflichen Tests erkennen nicht das Erbmaterial des Virus (RNA), sondern Antigene – also Eiweißfragmente (Proteine) des Erregers. Trotzdem ist ein Schnelltest durchaus sinnvoll, da er das Risiko deutlich senken kann, andere Menschen unwissentlich anzustecken. Das zeigt auch eine Studie der Berliner Charité über Antigen-Tests, die im letzten Jahr von Laien durchgeführt wurden. Dabei herausgekommen ist, dass 33 von 40 Corona-Infizierten erkannt werden konnten.

4. Für wen sind die Corona-Schnelltests geeignet?

Die Schnelltests wurden so entwickelt, dass sie von Laien – also nicht geschulten oder medizinisch ausgebildeten Personen – angewendet werden können. Der Gebrauch soll so einfach sein, dass auch Menschen mit Einschränkungen oder Kinder die Durchführung verstehen. Die Tests können eine Infektion am besten kurz vor Beginn der Symptome oder mit Symptombeginn nachweisen. Ein Corona-Schnelltest gibt Ihnen und Ihrem Umfeld somit mehr Sicherheit – zum Beispiel vor einem geplanten Familienbesuch. Die Abstands- und Hygieneregeln müssen aber auch mit negativem Testergebnis weiterhin eingehalten werden. 

5. Wie wird ein Corona-Schnelltest angewendet?

Ein Corona-Schnelltest, wie er in Kürze bei Aldi erhältlich sein wird, ist für den sogenannten Nasenabstrich geeignet. Wie genau der Test angewendet werden muss, wird in der jeweiligen Gebrauchsanweisung des Herstellers detailliert beschrieben. Wichtig ist in jedem Fall, dass Sie sich genau an die einzelnen Schritte halten – je präziser die Durchführung, desto genauer ist das Testergebnis. Nachdem Sie den Corona-Schnelltest gemacht haben, müssen Sie in der Regel 15 bis 20 Minuten lang warten, bis Sie das Ergebnis angezeigt bekommen.

Hinweis: Dieser Artikel wird laufend aktualisiert. Sobald uns nähere Informationen zur korrekten Anwendung eines Corona-Schnelltests für zu Hause vorliegt, werden diese hier aufgeführt.

6. Was tun bei einem positiven Corona-Test?

Wenn Ihnen der Corona-Schnelltest ein positives Ergebnis zeigt, sollten Sie erst einmal Ruhe bewahren. Um sicherzugehen, dass Sie sich wirklich infiziert haben, muss ein PCR-Test durchgeführt werden. Rufen Sie hierfür das Gesundheitsamt oder Ihren Hausarzt an und vereinbaren Sie einen Termin – suchen Sie bitte keine öffentliche Teststation auf. Nachdem Sie getestet wurden, müssen Sie sich umgehend in Quarantäne begeben, bis das endgültige Testergebnis vorliegt. Wurden Sie erneut positiv auf das Corona-Virus getestet, gelten für Sie die Quarantänebedingungen. Hier finden Sie eine Übersicht darüber, wie Sie sich im Falle eines positiven Testergebnisses zu verhalten haben.
Ist das Ergebnis hingegen negativ, ist das leider immer noch kein Garant dafür, dass Sie sich nicht doch infiziert haben. Allerdings sinkt die Wahrscheinlichkeit. Trotzdem ist es wichtig, dass Sie weiterhin auf sich und Ihre Umwelt achten.

Noch ein wichtiger Hinweis: Ein Corona-Schnelltest ersetzt nicht die AHA-L-Regeln. Um uns und unsere Umgebung nach bestem Wissen und Gewissen zu schützen, müssen wir uns weiterhin an alle geltenden Hygienemaßnahmen halten.

Quellen: BfArM, Apotheken Umschau, Robert-Koch-Institut

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