Gesundheit

COVID-19-Studie: Erhöhte Symptombelastung bei Rauchenden – Heilpraxis

Corona: Rauchen erhöht die Wahrscheinlichkeit für Krankenhausaufenthalt

In einer neuen Studie von britischen Forschenden hat sich gezeigt, dass Rauchen mit einem erhöhten Risiko für COVID-19-Symptome verbunden ist. Zudem müssen Raucherinnen und Raucher bei einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 häufiger ins Krankenhaus als Menschen, die nicht rauchen.

Die kürzlich in dem Fachmagazin „Thorax“ veröffentlichte Studie von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern untersuchte den Zusammenhang zwischen Rauchen und der Schwere der durch das Coronavirus SARS-CoV-2 verursachten Krankheit COVID-19.

Deutlich höheres Risiko

Laut einer Mitteilung analysierten die Forschenden vom King’s College London Daten aus der ZOE COVID Symptom Study App. Von den Nutzenden der App rauchten elf Prozent. Der Anteil der Rauchenden in der Gesamtbevölkerung von Großbritannien liegt bei 14,7 Prozent.

Während mehr als ein Drittel der Anwendenden angab, sich während des Untersuchungszeitraums (24. März und April 2020) körperlich nicht wohl zu fühlen, entwickelten derzeitige Rauchende – im Vergleich zu Nichtrauchenden – mit 14 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit die klassischen Symptome, die auf eine COVID-19-Erkrankung hindeuten: Fieber, anhaltender Husten und Atemnot.

Gegenwärtige Raucherinnen und Raucher hatten auch häufiger eine höhere Symptombelastung als Nichtrauchende. So berichteten Rauchende mit einer 29 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit über mehr als fünf und mit einer 50 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit über mehr als zehn mit COVID-19 assoziierten Symptomen, einschließlich Geruchsverlust, Appetitlosigkeit, Durchfall, Müdigkeit, Verwirrtheit oder Muskelschmerzen. Eine größere Anzahl von Symptomen deutete auf einen schwereren COVID-19-Verlauf hin.

Darüber hinaus kamen derzeitige Rauchende, die positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden, mehr als doppelt so häufig wie Nichtrauchende ins Krankenhaus.

Rauchentwöhnung im Kampf gegen Corona

Die Autorinnen und Autoren empfahlen, eine Strategie zur Rauchentwöhnung als Element zur Bekämpfung von COVID-19 aufzunehmen, da das Rauchen sowohl die Wahrscheinlichkeit einer symptomatischen Erkrankung als auch das Risiko für eine schwerere Krankheit erhöht.

Eine Senkung der Raucherinnen- und Raucher-Quoten könnte auch die Belastung der Gesundheitssysteme durch andere rauchbedingte Erkrankungen verringern, die einen Krankenhausaufenthalt erfordern.

Gesundheitliche Folgen verringern

„Einige Berichte deuten auf eine schützende Wirkung des Rauchens auf das COVID-19-Risiko hin“, so Studienautor Dr. Mario Falchi. Doch Studien in diesem Bereich können laut dem Wissenschaftler leicht durch einzelne Faktoren wie der Auswahl der Teilnehmenden oder ihren Reaktionen verzerrt werden.

„Unsere Ergebnisse zeigen deutlich, dass Raucher ein erhöhtes Risiko haben, an einer größeren Bandbreite von COVID-19-Symptomen zu leiden als Nichtraucher“, sagt Dr. Falchi.

Die leitende Forscherin Claire Steves weist darauf hin, dass die COVID-19-Raten weiter steigen und das britische Gesundheitssystem bald überlastet sein könnte, weshalb es besonders wichtig ist, die Auswirkungen der Pandemie zu verringern und Möglichkeiten zur Reduzierung der Krankenhauseinweisungen zu finden.

„Unsere Analyse zeigt, dass das Rauchen die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass eine Person in ein Krankenhaus kommt. Daher ist die Rauchentwöhnung eines der Dinge, die wir tun können, um die gesundheitlichen Folgen der Krankheit zu verringern“, so die Ärztin. (ad)

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