Gesundheit

COVID-19-Symptome: Britische Virusvariante mit deutlichen Abweichungen – Heilpraxis

Halsschmerzen, Müdigkeit und Myalgie bei der neuen Variante häufiger

Die typischen Symptome der Coronavirus-Infektion können sich abhängig von der Variante des Virus deutlich unterscheiden. So zeigt eine aktuelle Untersuchung, dass bei der neuen britischen Virusvariante (bekannt als B.1.1.7 oder VUI 202012/01) zum Beispiel die auffälligen Störungen des Geruchs- und Geschmackssinns seltener vorkommen, aber dafür Husten, Halsschmerzen, Müdigkeit und Muskelschmerz (Myalgie) stärker vertreten sind, als bei den bisherigen Virusvarianten.

Unter Berufung auf die Daten des britischen „Office for National Statistics“ berichtet das Fachmagazin „BMJ“ von deutlichen Abweichungen der COVID-19-Symptome bei Infektionen mit der neuen Variante des Coronavirus. Diese Unterschiede könnten auch im Zusammenhang mit der festgestellten erhöhten Infektiösität der Virusvariante stehen.

Erhebliche Unterschiede bei den Symptomen

Menschen, die sich mit der neuen Virusvariante B.1.1.7 infizieren, leiden häufiger an Husten, Halsschmerzen, Müdigkeit oder Myalgie als Menschen, die mit anderen Varianten infiziert sind, berichtet „BMJ“. Zudem gehe aus den am 27. Januar veröffentlicht Daten des „Office for National Statistics“ hervor, dass Personen mit der neuen Variante seltener an einem Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns leiden. Es habe keine Hinweise auf Unterschiede bei gastrointestinalen Symptomen, Kurzatmigkeit oder Kopfschmerzen gegeben.

Das „Office for National Statistics“ verglich B.1.1.7 mit anderen Varianten, indem es untersuchte, welche Gene beim PCR-Test positiv waren, erläutert das Fachmagazin weiter. Dabei seien Fälle in England vom 15. November 2020 bis zum 16. Januar 2021 berücksichtigt worden.

Anpassung der Symptomliste gefordert

Angesichts der Ergebnisse wird auch eine Überprüfung und mögliche Erweiterung der COVID-19-Symptomliste gefordert, was seit Mai 2020 nicht mehr geschehen ist, berichtet das „BMJ“. Derzeit werde in Großbritannien nur ein Test empfohlen, wenn hohes Fieber, neu auftretender anhaltender Husten oder Beeinträchtigungen des Geruchs- oder Geschmackssinns auftreten. Damit sind die häufigsten Symptome einer Infektion mit der neuen Virusvariante jedoch kaum abgedeckt.

Die Londoner Medizinerin Dr. Alex Sohal fordert in einem offenen Brief, den das „BMJ“ veröffentlicht hat, eine Anpassung der Falldefinition und Testkriterien für COVID-19, auch weil sich die Menschen meistens nicht über die Bedeutung von milden Symptomen bewusst seien. „Sagen Sie der Öffentlichkeit, vor allem denjenigen, die zur Arbeit gehen müssen, und ihren Arbeitgebern, dass selbst diejenigen mit leichten Symptomen (nicht nur Husten, hohes Fieber und Geruchs- oder Geschmacksverlust) das Haus nicht verlassen sollten“, so Dr. Sohal.

Dabei sollten die ersten fünf Tage der Selbstisolation Vorrang haben, da in dieser Zeit eine Ansteckung anderer am wahrscheinlichsten sei. „Testen Sie mehr von denen mit Symptomen, identifizieren Sie mehr infektiöse Fälle und reduzieren Sie die Ausbreitung … das wird helfen, uns aus diesem unbestimmten Lockdown herauszuholen“, betont Dr. Sohal.

Gegenüber dem „BMJ“ erklärte ein Sprecher des britischen Department of Health and Social Care, dass „eine fachkundige und unabhängige wissenschaftliche Gruppe die Liste der Symptome von COVID-19 unter ständiger Überprüfung halte, da sich unser Verständnis des Virus ständig weiterentwickelt.“ Auch wird eingeräumt, dass COVID-19 eine viel längere Liste von möglichen Symptomen hat, als auf der offiziellen Liste für die Testkriterien genannt werden. Dies sei damit zu begründen, dass die Tests sich an Personen richten sollen, die am wahrscheinlichsten COVID-19 haben.

Infektiöser und tödlicher

Aus anderen kürzlich veröffentlichten Daten geht hervor, dass bei der neuen britischen Virusvariante wahrscheinlich auch die Infektiösität und das Sterberisiko höher liegen, was allerdings noch weiter untersucht werden muss. In dem Beitrag des „BMJ“ erläutert der Virologe Professor Richard Tedder vom Imperial College London hierzu, dass die neuen Daten zu den Symptomen eventuell erklären könnten, warum B.1.1.7 ansteckender ist.

„Wenn zum Beispiel bei einer bestimmten Virusvariante vermehrt gehustet und vielleicht auch geniest wird, können diese beiden Aktivitäten die Menge des Virus, die in die Umgebung abgegeben wird, deutlich erhöhen und es dadurch infektiöser machen”, erklärt Professor Tedder. So könne ein trivialer Unterschied bei den Krankheitssymptome, die das Virus verursacht, eine leichtere Übertragung zwischen Menschen bedingen. (fp)

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