Gesundheit

„Das Gutachten zeigt, ein Rx-Boniverbot ist machbar“

Das Gutachten des IGES-Instituts zum Apothekenmarkt liegt vor. Zentrale Frage der Autoren war, inwiefern sich eine veränderte Preisbindung bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln auf den Apothekenmarkt in Deutschland sowie im Hinblick auf den Wettbewerb mit den EU-Versendern auswirkt. Eine konkrete Empfehlung bleiben die Gutachter den Lesern allerdings schuldig. Für CDU-Gesundheitspolitiker Michael Hennrich gibt es trotzdem einige wichtige Schlussfolgerungen im Hinblick auf die Diskussion um das Vor-Ort-Apothekenstärkungsgesetz.

Anfang dieser Woche kündigte sich an, dass das seit Monaten erwartete Gutachten des IGES-Instituts seinem Auftraggeber, dem Bundesgesundheitsministerium, vorgelegt wurde. Seit dem gestrigen Mittwoch dreht das Werk nun auch seine Runde in den Fraktionen des Bundestages und darüber hinaus in Apothekerkreisen. DAZ-Redakteur und Apothekenwirtschaftsexperte Dr. Thomas Müller-Bohn bezeichnet das Gutachten als „eine sorgfältig erarbeitete Studie als Entscheidungsgrundlage für das Vor-Ort-Apothekenstärkungsgesetz (VOASG)“.

Es enthält Datenauswertungen und abstrakte modelltheoretische Betrachtungen, doch ein echtes Fazit oder eine konkrete Empfehlung fehlen. Für Müller-Bohn steht fest: „Die Leser sind selbst gefragt, was sie daraus machen. Das Gutachten liefert keine Schlagzeilen, was man angeblich alles bei den Apotheken sparen könnte oder was an dramatischen Folgen zu erwarten ist. Diese Überlegungen geschehen in den Köpfen der Leser.“

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Weniger als zwei Tage vor der Bundestagsdebatte über das VOASG liegt es nun an den Gesundheitspolitikern, sich eine Meinung zu bilden. DAZ.online hat mit Michael Hennrich gesprochen, CDU-Bundestagsabgeordneter und Mitglied des Gesundheitsausschusses: Was ist sein erster Eindruck vom IGES-Gutachten?

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