Gesundheit

Ehemalige Klinik-Mitarbeiterin leitete persönliche Daten an Linksextremisten weiter

In mehreren hundert Fällen soll eine Mitarbeiterin des Universitätsklinikums Magdeburg persönliche Daten an Mitglieder der linksradikalen Szene weitergeleitet haben. Das Klinikum stellte die Frau inzwischen frei. Offenbar ist sie auch in den gewalttätigen Überfall auf eine Leipziger Immobilienmaklerin verwickelt.

Eine ehemalige Mitarbeiterin des Universitätsklinikums Magdeburg soll gezielt private Daten abgefragt und an Linksextreme weitergeleitet haben. Das geht aus einem Bericht der Zeitung "Die Welt" hervor. Der Frau wird vorgeworfen, in 339 Fällen Personendaten über die Sächsische Anstalt für kommunale Datenverarbeitung abgerufen zu haben.

Wie die Generalstaatsanwaltschaft Naumburg dem Blatt bestätigte, laufen gegen sie nun Ermittlungen wegen des Verdachts der Begehung von Ordnungswidrigkeiten und Straftaten nach datenschutzrechtlichen Bestimmungen. Das einzige Verfahren gegen die Frau ist es nicht. Auch die Generalstaatsanwaltschaft Dresden ermittelt wegen des Verdachts der Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung gegen die Ex-Klinik-Mitarbeiterin, heißt es im "Welt"-Bericht.

Ex-Klinikmitarbeiterin soll bei Angriff auf Immobilienmaklerin geholfen haben

Schon im August 2019 soll sie die Meldeadresse einer Leipziger Immobilienunternehmerin recherchiert haben. Rund zwei Monate später drangen zwei Vermummte in deren Wohnung ein und griffen sie mit Faustschlägen an. Angeblich, um Widerstand gegen ein Bauprojekt der Immobilienfirma zu leisten, für die die 34-Jährige arbeitete. Das zumindest geht aus einem Bekennertext hervor, der kurz nach dem Angriff auf einer linksextremen Webseite veröffentlicht wurde.

Eine Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft Dresden erklärte im Gespräch mit der "Welt", dass das Verfahren im Zusammenhang mit der Attacke inzwischen gegen "Bekannt" geführt wird. Konkret muss sich die 26-jährige Studentin Lina E. wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten.

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Dem Bericht zufolge sei in ihrer Wohnung ein USB-Stick gefunden worden, auf dem sich eine verdächtige Datei befunden habe. Diese soll Passagen des veröffentlichten Selbstbezichtungsschreibens enthalten. E.s Verteidiger erklärte der "Welt" jedoch, es gebe "keinen erkennbaren Zusammenhang zwischen unserer Mandantin und dieser Tat".

Tatsächlich steht die 26-Jährige jedoch seit einiger Zeit in den Schlagzeilen. Sie gilt als Anführerin einer linksextremen und militanten Gruppe aus Sachsen, vor dem Oberlandesgericht Dresden muss sie sich wegen der mutmaßlichen Bildung einer linksextremen kriminellen Vereinigung und mehreren tätlichen Angriffen verantworten.

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Mitarbeiterin hatte aus "dienstlichen Gründen" Zugriff auf persönliche Daten

Im Fall der ehemaligen Magdeburger Klinik-Mitarbeiterin wurden laut "Welt" bereits mehr als 300 Geschädigte vom Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt sowie der entsprechenden Behörde in Sachsen kontaktiert. Manche Personen hätten dabei von potenziellen Angriffen nach der Informationsabfrage berichtet.

Das Uniklinikum in Magdeburg bestätigte am Mittwoch, dass eine Person aus der Klinik "aus dienstlichen Gründen (Buchhaltung, gerichtliches Mahnwesen) berechtigten Zugriff auf Daten aus dem Einwohnermeldeamt" hatte. Diesen habe sie nach aktuellen Erkenntnissen gezielt und mit krimineller Energie missbräuchlich genutzt. Nach dem Beginn eines Ermittlungsverfahrens sei die Person freigestellt worden.

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