Gesundheit

Gemüsechips: Gesündere Alternative zu Kartoffelchips? – Naturheilkunde & Naturheilverfahren Fachportal

Fett- und Salzgehalt von Gemüsechips zu hoch

Neben den altbekannten Kartoffelchips findet man in den Supermarktregalen immer öfter auch Gemüsechips – beispielsweise aus Roter Beete, Steckrübe oder Süßkartoffel. Bekannt ist, dass Gemüse gesund ist, doch gilt das auch für die frittierten Gemüsescheiben?

Waren sie früher eher in speziellen Geschäften wie Naturkostläden zu finden, sind Gemüsechips heute auch in vielen Supermärkten im Angebot. Bei vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern haben sie den Ruf, gesünder als die herkömmlichen Kartoffelchips zu sein. Ist das aber wirklich so?

Genuss ohne Reue?

Kartoffelchips und Erdnussflips sind noch immer die Klassiker unter den salzigen Knabberartikeln und erfreuen sich großer Beliebtheit. Doch wie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen auf ihrer Webseite schreibt, setzt sich die Erkenntnis, dass mehr Gemüse und Hülsenfrüchte auf dem Speiseplan für die Gesundheit und die schlanke Linie förderlich sind, mehr und mehr durch.

So ist es nur natürlich, dass sich Verbraucherinnen und Verbraucher auf die Suche nach gesünderen und trotzdem schmackhaften Alternativen zu den begehrten Klassikern machen.

Im Snackregal der Supermärkte gibt es inzwischen zahlreiche alternative Produkte mit zum Teil ungewöhnlichen und exotischen Zutaten: Knuspererbsen mit Paprikageschmack, Kichererbsen-Chips im Joghurt-Gurke-Style, Bean-Sticks mit Paprika, Protein-Flips, Hirsebällchen oder Crunchy Triangles aus schwarzem Reis.

Viele dieser Produkte werden mit den verschiedensten gesundheitsassoziierten Aussagen wie zum Beispiel „weniger Fett als…“, „ballaststoffreich“ oder „hoher Proteingehalt“ beworben. Solche Werbung suggeriert Genuss ohne Reue. Doch was ist dran am Gesundheits-Lockruf und welche Fett- und Salzmengen stecken tatsächlich drin? Das hat die Verbraucherzentrale NRW bei den Trendprodukten von Discountern, Supermärkten und Bioläden genauer unter die Lupe genommen.

Einer aktuellen Mitteilung zufolge richtetet sich der kritische Blick auf 80 frittierte und gebackene Produkte – konkret auf 37 Chips-Variationen auf Basis von Hülsenfrüchten, 21 Artikel mit Gemüsechips und auf 22 verschiedene Puff-Snacks, die von insgesamt 27 Herstellern im stationären und Online-Handel angeboten werden.

Nicht auf gesundes Gemüse-Image hereinfallen

Das Fazit des Nährwertchecks: Chips oder Snacks aus Roter Bete, Pastinaken, Süßkartoffeln, Mais, Bohnen, Linsen oder Erbsen sind zu fett, zu salzig oder zu kalorienreich. Diese Produkte sind nicht gesünder als Kartoffelchips oder Erdnussflips.

„Verbraucher sollten auf das gesunde Gemüse-Image bei den Alternativen zu herkömmlichen Chips und Snacks nicht hereinfallen“, so Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW. Der Experte fordert ein leicht verständliches Nährwert-Logo nicht nur bei Chips, Sticks und Flips: „Hohe Fett-, Salz- und Kalorienangaben sollten auf Lebensmittelverpackungen generell deutlich sichtbar gekennzeichnet werden.“

Ähnlich hoher Kaloriengehalt

Wie es in der Mitteilung heißt, enthalten Kartoffelchips im Schnitt etwa 535 Kilokalorien und 34 Gramm Fett pro 100 Gramm, sodass eine Portion von 60 Gramm bereits rund ein Drittel des Tagesbedarfs an Fett abdeckt. Wer solche Chips als Zwischenmahlzeit zu sich nimmt, muss sich über Polster an Bauch und Hüfte nicht wundern.

Laut den Fachleuten sorgen gepuffte Erdnuss-Flips mit durchschnittlich 485 Kilokalorien und 25 Gramm Fett pro 100 Gramm für etwas weniger Körperfett. Doch im Schnitt haben Gemüsechips mit 500 Kilokalorien und 32 Gramm Fett pro 100 Gramm kaum einen geringeren Energiegehalt als die Kartoffel-Klassiker.

Den Angaben zufolge weisen die Snackprodukte auf Basis von Linsen, Erbsen und Co. im Vergleich zu herkömmlichen Chips mit durchschnittlich 16 Gramm Fett pro 100 Gramm und 440 Kilokalorien einen etwas geringeren Energiegehalt auf.

Wie die Verbraucherzentrale weiter berichtet, schneiden gepuffte Snacks, bei denen stärkehaltige Pflanzensamen durch Hitze und Druck in aufgebauschte Flips und Knusperecken verwandelt werden, auch durch ihr geringes spezifisches Gewicht am besten ab. Die Spannweite reicht hier von 380 Kilokalorien und 1,8 Gramm Fett bis 480 Kilokalorien und 23 Gramm Fett pro 100 Gramm.

Salzanteil ist etwas geringer

Der Salzanteil ist bei Chips aus Gemüse etwas niedriger als bei den Klassikern aus Kartoffeln. Chips aus Hülsenfrüchten enthalten zwar mehr Eiweiß als die Vergleichsprodukte, doch der insgesamt hohe Salzgehalt von im Schnitt 2,3 Gramm pro 100 Gramm hebt den positiven Effekt bei diesen Produkten gleich wieder auf.

Eine Portion von 60 Gramm liefert bereits rund ein Viertel der empfohlenen Tageshöchstmenge von sechs Gramm Kochsalz. Flips sowie Pufuletti enthalten mit im Schnitt 0,8 Gramm pro 100 Gramm weniger Salz.

Knabberprodukte nur in Maßen verzehren

Der Verbraucherzentrale NRW zufolge lenken Hersteller wie Intersnack Deutschland, Kühne und TerraSana den Blick von gesundheitsbewussten Knabberfans durch ungewöhnliche, neuartige Zutaten und vermeintlich gesundheitsförderliche Eigenschaften auf ihre Produkte und suggerieren so einen Genuss ohne Reue.

Vor allem der Hinweis auf deutlich geringere Fettgehalte als in herkömmlichen Snacks auf den Verpackungen sorgt dafür, dass viele Verbraucherinnen und Verbraucher erst gar nicht auf die Idee kommen, die Nährwertangaben genauer unter die Lupe zu nehmen. So bleibt die Tatsache häufig unentdeckt, dass der Kaloriengehalt der vermeintlich gesunden Snacks kaum geringer ist als der von Chips-Klassikern.

„Ein Blick auf die Nährwertangaben lohnt sich jedoch. Allerdings brauchen Verbraucher hierbei auch eine anschauliche und sofort wirksame Hilfe zur Einordnung. Die sehen wir in der verpflichtenden Einführung des sogenannten Nutri-Score – einem farbigen, leicht verständlichen Nährwert-Logo“, so das Fazit von Schuldzinski zum Nährwertcheck.

Egal, ob aus Kartoffeln, sonstigem Gemüse oder aus Hülsenfrüchten: Chips- und Knabberprodukte sollten aufgrund ihrer Energiedichte immer nur in Maßen verzehrt werden. Um nicht der Versuchung zu erliegen, den Inhalt einer Tüte auf einmal zu verdrücken, empfehlen die Fachleute, nur eine Portion in eine kleine Schale abzufüllen und den Rest samt Tüte schnell wieder wegzupacken. (ad)

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