Gesundheit

HAV: Man muss dem Rahmenvertrag eine Chance geben

Der neue Rahmenvertrag, der in den Apotheken immer noch für viel Frust sorgt, war ein wichtiges Thema bei der Mitgliederversammlung des Hessischen Apothekerverbandes am gestrigen Donnerstag. So zeigte die stellvertretende Geschäftsführerin Berit Gritzka Verständnis für den Ärger der Apotheker, warb aber dafür, dem Vertrag eine Chance zu geben. Schließlich seien darin viele Punkte eingeflossen, für die man sich seitens der Apothekerschaft seit Jahren eingesetzt habe.

Am gestrigen Donnerstag trafen sich die Delegierten und Gäste des Hessischen Apothekerverbandes (HAV) in Frankfurt zur jährlichen Mitgliederversammlung. Nach dem Bericht des Vorstandes, der die Anwesenden über die Genese des Apotheken-Stärkungsgesetzes und den aktuellen Stand dort in Kenntnis setzte, kam die stellvertretende Geschäftsführerin Berit Gritzka zu Wort. Neben der aktuellen, für Apotheken relevanten Gesundheitsgesetzgebung thematisierte sie auch den neuen Rahmenvertrag. Dieser habe zu sehr vielen Anfragen in der Geschäftsstelle und zu viel Ärgernis in den Apotheken geführt. In ihren Augen ist es aber ganz normal, dass Neues erst einmal negativ gesehen wird. Schließlich müsse man Dinge anders machen als zuvor. 

Bei genauerem Hinsehen enthalte der Vertrag viele positive Aspekte, die man seit Jahren verhandelt habe. Viele Punkte aus der Apothekerschaft seien eingeflossen. Als Beispiel nannte Gritzka die Neuerungen bezüglich der Packungsgrößenverordnung – dazu gebe es nahezu keine Anfragen mehr –, die einzelne Betrachtung jeder Verordnungszeile, den neuen Auswahlbereich und den elektronischen Nachweis der Nicht-Verfügbarkeit. „Man muss dem Rahmenvertrag eine Chance geben“, so Gritzka. „Lieferengpässe und der Preisanker rücken ihn allerdings derzeit in ein schlechtes Licht. Apotheken müssen derzeit gefühlt ständig wegen einem, zwei, drei oder vier Cent beim Arzt anrufen.“

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Viele nicht lieferbare Artikel wirken sich negativ aus

Allerdings müsse man sich ansehen, wie es vorher war, erklärte Gritzka weiter. Da hätte man Patienten in solchen Fällen aus der Apotheke zurück zum Arzt schicken müssen. Laut der stellvertretenden HAV-Geschäftsführerin ist die Regelung mit der Rücksprache dem Wunsch der Apotheker geschuldet, solche Dinge mit dem Arzt direkt regeln zu können. Viele nicht lieferbare Artikel und ein oft niedrig gesetzter Preisanker wirkten sich hier allerdings negativ aus. „Im Ganzen sind wir aber ein Stück weiter“, so Gritzka. 

Sie bestätigte aber, dass es weitere Gespräche mit dem GKV-Spitzenverband gebe und über Nachbesserungen an einzelnen Stellen verhandelt werde. Um welche Stellen es konkret geht, erwähnte Gritzka nicht. Ein Punkt wird aber sicher das Problem zweier im Handel befindlicher wirkstoffgleicher patentgeschützter Originalarzneimittel sein, die gemäß dem neuen Rahmenvertrag dem Generikamarkt zuzuordnen sind. Das hatte der DAV bereits im Juli gegenüber DAZ.online bestätigt.

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