Gesundheit

In Hessen: 160 Gäste sind in Quarantäne – Schon 16 Corona-Infizierte nach Hochzeit

Die Corona-Pandemie ist noch lange nicht ausgestanden. Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland stieg auch am Freitag wieder an. Im Blickpunkt stehen vor allem Bayern, wo das Test-Chaos immer größere Ausmaße annimmt, und Hessen. Die Stadt Offenbach muss die Maßnahmen verschärfen, nachdem der Grenzwert überschritten wurde. Alle Neuigkeiten zur Pandemie hier im News-Ticker.

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Topmeldungen zur Corona-Pandemie: Drosten empfiehlt Einstellung von kostenlosen Tests an Flughäfen +++ 310.000 Corona-Tote: Forscher zeichnen nächstes Horror-Szenario für die USA (07.50 Uhr) +++ Neue Vorwürfe gegen bayerische Behörden (22.04 Uhr) +++ 1758 Neuinfektionen – mehrere Länder im roten Bereich (20.26 Uhr) +++

Mitarbeiter verschwanden plötzlich: Corona-Teststation an der A3 kurz geschlossen

11.07 Uhr: Eine Corona-Teststation an der Autobahn 3 bei Passau war in der Nacht zu Samstag vorübergehend geschlossen. 40 ehrenamtliche Helfer unter Leitung des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) sprangen ein, um den Betrieb aufrechtzuerhalten, wie ein BRK-Sprecher mitteilte.

Mitarbeiter des privaten Betreibers Eurofins hätten die Teststation plötzlich verlassen. Die Hintergründe seien noch unklar. "Die Teststation war mindestens eine Stunde geschlossen", sagte der Sprecher. Am frühen Morgen habe Eurofins den Betrieb wieder aufgenommen.

TOP-NEWS: Drosten empfiehlt Einstellung von kostenlosen Tests an Flughäfen

10.15 Uhr: Auslandsrückkehrer können sich aktuell an Flughäfen kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Wie der "Tagesspiegel" berichtet, bereitet Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité diese Maßnahme Sorge. Drosten soll gemeinsam mit Experten aus Berliner Laboren in einem Brief an den regierenden Bürgermeister sowie die Gesundheitssenatorin Berlins die Empfehlung geäußert haben, die kostenlosen Tests wieder einzustellen.

Als Grund für seine Empfehlung nennt Drosten laut dem Bericht, dass die Test-Kapazitäten wegen der „weltweiten Kontingentierung der zwingend benötigten Reagenzien und Verbrauchsmaterialien“ knapp werden könnten. Die Testung von Reiserückkehrern sei „im Umfang der vergangenen Wochen durch die Berliner Labore nicht mehr möglich“. Dadurch sei es auch nicht mehr möglich, die Diagnostik im Rahmen der geplanten Testung von Pflegepersonal durchzuführen.

WHO empfiehlt Jugendlichen ab zwölf Jahren Maskentragen

08.13 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat neue Richtlinien vorgelegt, in denen Jugendlichen ab zwölf Jahren das Maskentragen zum Schutz vor einer Corona-Infektion in denselben Situationen empfohlen wird wie Erwachsenen. "Kinder ab zwölf Jahren sollten unter denselben Umständen Masken tragen wie Erwachsene – besonders, wenn sie den Mindestabstand von einem Meter nicht einhalten können und die Infektionsrate in der Region hoch ist", heißt es in den am Freitag veröffentlichten Richtlinien, welche die WHO in Zusammenarbeit mit dem UN-Kinderhilfswerk Unicef erstellt hat. 

Noch immer gebe es große Unklarheiten über die Rolle von Kindern bei der Übertragung des neuartigen Coronavirus, heißt es in den Richtlinien. Es gebe eine Reihe von Hinweisen darauf, dass kleine Kinder weniger empfänglich für eine Corona-Infektion seien als Erwachsene, erklärte die WHO. Allerdings deuteten weitere Daten darauf hin, dass Teenager bei der Übertragung des Coronavirus "eine aktivere Rolle spielen als jüngere Kinder". 

Kinder unter fünf Jahren sollten laut WHO und Unicef keinen Mund-Nase-Schutz tragen. Dies sei im allgemeinen Interesse der Kinder und ihrer Sicherheit, erklärten die Organisationen. Auch für Kinder mit Behinderungen oder Entwicklungsstörungen sollte keine Maskenpflicht gelten, hieß es weiter. 

Für Kinder zwischen sechs und elf Jahren könne es den Richtlinien zufolge dagegen sinnvoll sein, eine Maske zu tragen – etwa, wenn sie sich in schwer von der Pandemie betroffenen Gebieten aufhielten oder Kontakt zu Risikogruppen haben. In diesem Fall sollte allerdings eine erwachsene Aufsichtsperson in der Nähe sein, um den Kindern beim sicheren Gebrauch der Maske zu helfen, betonten die Organisationen. 

310.000 Corona-Tote: Forscher zeichnen nächstes Horror-Szenario für die USA

07.50 Uhr: Forscher befürchten einem weithin beachteten Modell zufolge in den USA noch mehr Corona-Tote als zuletzt prognostiziert. Bis Anfang Dezember könnten insgesamt fast 310.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus sterben, rund 15.000 mehr als noch vor zwei Wochen angenommen. Das ging am Freitagabend (Ortszeit) aus einer Aktualisierung des Modells der Forscher des Instituts IHME der Universität Washington in Seattle hervor.

Wenn 95 Prozent der Menschen in der Öffentlichkeit stets Masken trügen, könnte die Zahl der Opfer bis 1. Dezember mit rund 240.000 deutlich geringer ausfallen, erklärten die Forscher.

Bislang sind in den USA rund 175.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 gestorben. Zuletzt starben etwa 1000 Menschen pro Tag. Das IHME-Modell prognostiziert mit Beginn der kalten Jahreszeit, ab etwa Mitte Oktober, einen Anstieg der Todeszahlen auf rund 2000 Opfer pro Tag Ende November.

Vor Treffen der Ministerpräsidenten: Laschet mit schlechter Nachricht für Fußball-Clubs

Samstag, 22. August, 07.29 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet glaubt derzeit nicht an eine baldige Rückkehr der Fans in die Fußball-Stadien. "Es gibt ein sehr verantwortungsvolles Schutzkonzept der Deutschen Fußball Liga", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Auf dieser Grundlage gab es tatsächlich die Hoffnung, dass wir bald wieder Stadionbesuche zulassen können. Angesichts des aktuellen Infektionsgeschehens scheint das derzeit aber schwierig." imago/Michael Weber CDU-Politiker Armin Laschet (l.) und BVB-Boss Hans-Joachim Watzke

Der 59-Jährige verwies auf die wohl in der kommenden Woche stattfindende Konferenz mit seinen Amtskollegen für eine "zeitnahe" Absprache, "wobei man aktuell hier wenig Hoffnung auf große Veranstaltungen machen sollte".

Neue Vorwürfe gegen bayerische Behörden

22.04 Uhr: Das Chaos um Reiserückkehrer in Bayern hat womöglich eine noch größere Dimension als bislang bekannt.  Ein Bericht des „Spiegel“ wirft neue Fragen zur Arbeit der Behörden im Freistaat auf.

Das Magazin berichtet, dass mehrere Airlines nicht wissen, wie genau am Flughafen in München mit den „Passenger Locator Cards“, den Aussteigekarten, verfahren werden soll. Diese müssen Fluggäste aus Risikogebieten im Flieger ausfüllen. dpa/Lino Mirgeler/dpa Ein Corona-Testcenter am Flughafen München.

Eigentlich sollen die Gesundheitsämter diese Karten bekommen, doch laut den Angaben einer „großen Fluglinie“ gegenüber dem „Spiegel“ ist vom Landesamt für Gesundheit auf Nachfragen, was mit den Karten nach der Landung geschehen soll, praktisch keine Antwort zu bekommen. Telefonanrufe und E-Mails würden schlicht nicht beantwortet. Anfragen des Magazins gegenüber dem Landesamt sowie dem Staatsministerium für Gesundheit und Pflege seien ebenso unbeantwortet geblieben.

Rückkehrer aus Risikogebieten sind in Bayern dazu verpflichtet, sich auf eine Coronainfektion testen zu lassen. Um zu überprüfen, ob die Reisenden sich auch daran halten, benötigen die Behörden die „Passenger Locator Cards“. Ob diese aber tatsächlich alle an den entsprechenden Stellen angekommen sind, erscheint fraglich.

Demo zum Gedenken an rassistischen Anschlag in Hanau abgesagt

20.51 Uhr: Wegen einer "stark steigenden Zahl" von Corona-Infektionen hat die Stadt Hanau eine für Samstag geplante Demonstration zum Gedenken an die Opfer des rassistischen Anschlags mit neun Toten abgesagt. "Sobald die Infektionsfälle wieder deutlich zurückgegangen sind, holen wir diese Trauerbekundung selbstverständlich nach", sagte Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) laut einer Mitteilung vom Freitagabend.

Zum Gedenken an die Opfer des Anschlags mit neun Toten vor einem halben Jahr wollten am Samstag Tausende Menschen in der hessischen Stadt auf die Straße gehen. Veranstalter und Polizei hatten zwischen 3000 und 5000 Teilnehmer erwartet.

Der Main-Kinzig-Kreis habe dem Oberbürgermeister am Freitagabend mitgeteilt, "dass die Zahl der Neuinfizierten je 100 000 Einwohner im 7-Tage-Rückblick in Hanau auf 49 hochgeschnellt ist". Er sei "geschockt über die rasante Infektionsentwicklung". Damit sei die Schwelle für konsequente Beschränkungen erreicht.

TOP-NEWS: 1758 Neuinfektionen – mehrere Länder im roten Bereich

20.26 Uhr: Der beunruhigende Trend in Deutschland hält an. Die Zahl der neuen bestätigten Corona-Fälle ist noch einmal gestiegen – auf nun 1758 in den vergangenen 24 Stunden. Somit haben die Gesundheitsämter der Länder seit Beginn der Pandemie 231.017 Corona-Infektionen gemeldet. Insgesamt 9233 Menschen sind bisher nach einer Covid-19-Erkrankung gestorben.

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 39.832 (+336) / 1862 Todesfälle (+2)
  • Bayern: 54.494 (+347) / 2631 Todesfälle (+2)
  • Berlin: 10.654 (+112) / 226 Todesfälle (+0)
  • Brandenburg: 3800 (+18) / 173 Todesfälle (+0)
  • Bremen: 1896 (+8) / 56 Todesfälle  (+0)
  • Hamburg: 6018 (+ 30) / 232 Todesfälle (+0)
  • Hessen: 14.260 (+231) / 528 Todesfälle (+0)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 989 (+5) / 20 Todesfälle (+0)
  • Niedersachsen: 15.941 (+141) / 659 Todesfälle (+0)
  • Nordrhein-Westfalen: 56.157 (+387) / 1792 Todesfälle (+2)
  • Rheinland-Pfalz: 8541 (+66) / 242 Todesfälle (+0)
  • Saarland: 3044 (+21) / 174 Todesfälle (+0)
  • Sachsen: 5800 (+16) / 224 Todesfälle (+0)
  • Sachsen-Anhalt: 2173 (+15) / 65 Todesfälle (+0)
  • Schleswig-Holstein: 3890 (+18) / 160 Todesfälle (+0)
  • Thüringen: 3529 (+7) / 186 Todesfälle (+0)

Gesamt (Stand 20.08.2020, 20.00 Uhr): 231.017 (9233 Todesfälle)

Vortag (Stand 20.08.2020, 18.45 Uhr): 229.239 (9227 Todesfälle)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

Die Zahl der Geheilten liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei rund 205.800

Die Zahl der aktiven Fälle liegt damit bei 15.984 (+758)

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl: 1,02 (-0,02)

Fast 16.000 Menschen in Deutschland sind derzeit aktiv mit dem Coronavirus infiziert – das sind 758 mehr als am Vortag. Der R-Wert sinkt minimal auf 1,02.

Das Robert-Koch-Institut weist im aktuellen Lagebericht auf mehrere Punkte hin, unter anderem, dass aktuell mehrere Länder im roten Bereich liegen: 

  • "In den letzten Wochen ist die kumulative COVID-19-Inzidenz der letzten 7 Tage in vielen Bundesländern stark angestiegen und der Anteil an Kreisen, die keine COVID-19-Fälle übermittelt haben, deutlich zurückgegangen. Dieser Trend ist sehr beunruhigend. (…) Aus nur noch 25 Landkreisen wurden in den letzten 7 Tagen keine Fälle übermittelt."
  • "Die kumulative Inzidenz der letzten 7 Tage lag deutschlandweit bei 9,4 Fällen pro 100.000 Einwohner und ist damit weiter auf erhöhtem Niveau. (…) Die 7-Tage-Inzidenzen liegen in den Bundesländern Hessen, Bayern und Nordrhein-Westfalen deutlich über dem bundesweiten Durchschnittswert, in Rheinland-Pfalz, Berlin und BadenWürttemberg leicht darüber. Berlin und Nordrhein-Westfalen zeigen seit Anfang der Woche rückläufige Werte." dpa/Sven Hoppe/dpa/Symbolbild Eine Mitarbeiterin bereitet Proben von Menschen mit Covid-19 Verdacht für die weitere Analyse vor.

Auswärtiges Amt weitet Reisewarnung auf Brüssel aus

20.16 Uhr: Wegen der gestiegenen Zahl von Corona-Neuinfektionen warnt das Auswärtige Amt nun auch vor touristischen Reisen nach Brüssel. Bisher war in Belgien lediglich die Provinz Antwerpen betroffen. Nun kommt die Hauptstadt als Risikogebiet hinzu.

Die Einstufung als Risikogebiet bedeutet, dass für heimkehrende Urlauber in Deutschland eine Testpflicht auf das Coronavirus greift. Bis das Ergebnis vorliegt, müssen sich Reisende in häusliche Quarantäne begeben. Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, dass es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100 000 Einwohner gegeben hat.

Islands Regierung trifft sich zum gemeinsamen Abendessen – jetzt müssen alle zum Test

19.19 Uhr: Beinahe die gesamte isländische Regierung muss sich auf das Coronavirus testen lassen. Der Grund: Neun der elf Mitglieder des Kabinetts um Ministerpräsidentin Katrín Jakobsdóttir hatten sich am Dienstag in einem Hotel zum Abendessen getroffen, in dem mittlerweile mehrere Corona-Fälle aufgetaucht sind. Das teilte die isländische Regierung am Freitag mit. Das Risiko einer Ansteckung der Ministerinnen und Minister sei aber sehr gering.

Jakobsdóttir und ihre Minister sollten nun jeweils zweimal auf Corona getestet werden, erstmals am Freitag und dann noch einmal am Montag. Dazwischen sollen sie Kontakte vermeiden und zu Hause bleiben. Nur Gesundheitsministerin Svandís Svavarsdóttir und Sozialminister Ásmundur Einar Dadason, die beide bei dem Abendessen nicht dabei gewesen waren, sind davon ausgenommen.

TOP-NEWS: Kölner Infektiologe: "Was Putin macht, ist furchtbar"

18.30 Uhr: Der Kölner Infektiologe Gerd Fätkenheuer hält eine vollkommene Beseitigung des Coronavirus für ausgeschlossen. "Es wäre illusorisch anzunehmen, wir könnten das Virus zu 100 Prozent beseitigen. Das geht nicht. Wir werden es dauerhaft mit Infektionen, Erkrankungen und Sterbefällen zu tun haben", sagte Fätkenheuer dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Samstag-Ausgabe). AP Russlands Präsident Wladimir Putin

Die jüngste Impfstoff-Zulassung in Russland sieht Fätkenheuer kritisch: "Furchtbar ist das, was Wladimir Putin gerade mit der Zulassung eines nicht ausreichend getesteten Impfstoffs macht. Er spielt russisches Roulette." Zudem spiele er "Donald Trump in die Hände. Der Druck auf die Biotech-Firmen und die Zulassungsbehörden, weitere Anti-Corona-Präparate auf den Markt zu werfen, steigt dadurch enorm." Trump wolle "die Corona-Gefahr ja mit allen Mitteln noch vor der Präsidentschaftswahl aus den Köpfen der US-Bürger heraushaben."

TOP-NEWS: Gegen Corona-Regeln verstoßen – Bußgelder gegen 50 Polizisten

17.42 Uhr: Die Stadt Mainz hat gegen rund 50 Polizisten ein Bußgeldverfahren eingeleitet, weil sie vor etwa drei Monaten in einer Altstadt-Kneipe gegen Corona-Regeln verstoßen haben. "Die Höhe der beabsichtigten Bußgelder reicht dabei von schlichten Verwarngeldern wegen des Verstoßes gegen die Maskenpflicht bis hin zu Strafen, die deutlich im dreistelligen Bereich angesiedelt sind", sagte Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr am Freitag in Mainz.

Die Polizisten und Polizistinnen hätten gegen elementare Vorgaben der im Mai gültigen Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes verstoßen und etwa keinen Mund-Nasen-Schutz getragen sowie Kontaktbeschränkungs- und Abstandsregelungen nicht eingehalten. Die Mainzer Polizisten hatten in der Kneipe zudem länger als erlaubt gefeiert. Anlass der Feiern während des Lockdowns sollen der Beförderungstag der Polizei sowie die Beerdigung eines unerwartet gestorbenen Kollegen gewesen sein. dpa/Jonas Walzberg/dpabild Polizisten laufen im Hamburger Schanzenviertel Streife neben Außentischen der Gastronomie.

Polizeisprecher Rinaldo Roberto sagte, die Polizei müsse das Bußgeldverfahren in jedem Einzelfall abwarten, bevor sie disziplinarrechtliche Folgen prüfen könne.

Israel durchbricht die Marke von 100.000 Corona-Infektionen

17.30 Uhr: Die Zahl der Corona-Nachweise hat in Israel die Marke von 100 000 überstiegen. Wie das Gesundheitsministerium am Freitag mitteilte, wurden am Vortag 1496 Fälle registriert. Insgesamt seien damit nun 100 716 Fälle erfasst worden. 809 Menschen starben bislang mit einer Corona-Infektion.

Zum Vergleich: Seit Beginn der Corona-Krise haben sich in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts mindestens 230 048 Menschen nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 21.8., 0 Uhr). Es gibt bislang 9260 Corona-Todesfälle. Deutschland hat etwa neun mal mehr Einwohner als Israel.

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat sich in Israel zuletzt etwas stabilisiert. An Werktagen, den Tagen mit den meisten Tests, wurden zuletzt immer rund 1650 Fälle registriert. Die Pandemie war in Israel zunächst glimpflich verlaufen, nach raschen Lockerungen im Mai schnellte die Zahl der Erkrankungen dann in die Höhe.

TOP-NEWS: Ramelow wirft Spahn Panikmache vor

16.34 Uhr: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im "Spiegel" vorgeworfen, in der Corona-Krise Panik zu schüren. "Wir sollten nicht schon wieder mit der Angst operieren. Das hilft wirklich nicht weiter, ist meiner Meinung nach sogar gefährlich", sagt der Ramelow dem Nachrichtenmagazin (Freitag). "Dass jetzt mal eben überall der Karneval abgesagt werden soll, finde ich völlig falsch." Er wolle für Thüringen Wege suchen, um Karneval zu ermöglichen. Spahn hatte angesichts der wieder steigenden Zahl von Corona-Neuinfektionen in Frage gestellt, ob im Winter Karneval stattfinden kann.

Ramelow sagte, man müsse gemeinsam mit den Karnevalisten "eine Strategie finden, die das Feiern erlaubt, und nicht aus Angst vor der Apokalypse von vornherein alles abblasen." Zu Beginn der Pandemie hatten sich bei einer Karnevalsfeier in Heinsberg (Nordrhein-Westfalen) viele Menschen mit dem Coronavirus infiziert, der Kreis war einer der ersten Corona-Hotspots in Deutschland.

Ramelow warnte die Bundesregierung zugleich davor, wegen ansteigender Infektionszahlen das gesamte Land wieder herunterzufahren. Dies halte er "für ausgeschlossen und auch nicht für zulässig", sagte der Linke-Politiker.

TOP-NEWS: Corona: Offenbach beschränkt Personenzahl für Veranstaltungen

15.45 Uhr: Angesichts steigender Infektionszahlen ergreift die Stadt Offenbach weitere Schritte zur Eindämmung des Corona-Virus. Bis 3. September werden Veranstaltungen unter freiem Himmel auf maximal 100 Personen beschränkt, in geschlossenen Räumen seien höchstens 50 Menschen erlaubt, sagte Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) am Freitag in Offenbach. Es sei aber kein "Shutdown" für Offenbach beschlossen werden, es gebe keinen Anlass für Panik. Offenbach habe nun aber einen Punkt erreicht, wo jeder nicht nötige Kontakt vermieden werden solle. In der Gastronomie gilt ab der Nacht von Samstag auf Sonntag eine Sperrstunde ab 0.00 Uhr.

In Offenbach war die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner über den kritischen Wert von 50 gestiegen – laut Stadt liegt er bei 52,0. dpa Ein Plakat über einer Straße weist auf die Abstandsregeln hin.

TOP-NEWS: Jetzt 30 Infizierte nach Mega-Hochzeit in Hessen

15.01 Uhr: Nach zwei Hochzeitsfeiern eines Brautpaars in Kelsterbach im Kreis Groß-Gerau (Hessen) sind mittlerweile 30 Menschen positiv auf Covid-19 getestet worden. Das Paar hatte erst am 7. August mit 100 Gästen und dann noch einmal am 14. August 2020 mit 160 Gästen gefeiert. Das teilte der Kreis am Freitag mit.

Besonders betroffen sei eine Familie des Hochzeitspaars. „Die 160 Hochzeitsgäste sind ermittelt und in häuslicher Quarantäne“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernent Walter Astheimer. „Ein achtköpfiges Team des Kreisgesundheitsamts ist rund um die Uhr mit der Nachverfolgung beschäftigt. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, den Infektionsverläufen nachzugehen und die Infektionsketten zu unterbrechen.“

Positiv getestete Reiserückkehrer und weitere Infektionsfälle hatten bereits am vergangenen Wochenende in dem Kreis dazu geführt, dass die Inzidenz über den Wert 20 gestiegen war. Das bedeutet Eskalationsstufe 2 des fünfstufigen Plans. Die Kennziffer gibt Auskunft über die Neuinfektionen binnen sieben Tage pro 100.000 Einwohner.

Im Zusammenhang mit der Hochzeitsfeier befindet sich aktuell eine Person in stationärer Behandlung. Astheimer betonte, dass alle rund 160 Gäste, die bei der zweiten Feier waren, als Überträger des Virus in Frage kommen, getestet und in Quarantäne geschickt wurden.

Vize-Ministerpräsident NRW: Sämtliche Karnevalsumzüge wegen Corona absagen

14.56 Uhr: Der nordrhein-westfälische FDP-Chef und stellvertretende Ministerpräsident Joachim Stamp hat sich dafür ausgesprochen, alle Karnevalsumzüge in der kommenden Saison abzusagen. Ausgelassenes Feiern sei angesichts der derzeitigen Corona-Lage nicht möglich, sagte Stamp am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf.

TOP-NEWS: Corona-Testpanne in Bayern weitet sich aus

14.09 Uhr: Die Probleme mit Corona-Tests in Bayern dauern an. Nach Recherchen des ARD-Magazins "Monitor" sind auch Teststationen an den bayerischen Flughäfen betroffen. Mehrere hundert Passagiere am Flughafen Nürnberg haben ihre Testergebnisse verspätet erhalten, zum Teil auch noch gar nicht. Auch in München und Memmingen gebe es weitere Fälle, teilte der Testdienstleister gegenüber "Monitor" mit.

Allein am Nürnberger Flughafen haben einige hundert Passagiere ihre Testergebnisse verspätet und zum Teil auch noch gar nicht erhalten. Das räumte der Dienstleister Ecolog, der Betreiber der Teststationen an den bayerischen Flughäfen, auf "Monitor"-Anfrage ein. Auch an den anderen bayerischen Flughäfen hat es solche Fälle gegeben, die Anzahl ist noch unklar. Wie viele Personen aktuell noch keine Testergebnisse erhalten haben, teilte das Unternehmen nicht mit, es handele sich um einen "kleinen Bruchteil". Die Probleme stünden im Zusammenhang mit der Umstellung von der manuellen auf eine digitale Datenerfassung. dpa/Matthias Balk/dpa Ankommende Fluggäste gehen zu einem Corona- Testcenter am Flughafen München.

Eine vierköpfige Familie aus der Oberpfalz hatte sich am vergangenen Freitag (14.08.2020) freiwillig testen lassen. Sie waren aus dem Sommerurlaub von Mallorca zurückgekehrt, noch bevor die Insel zum Corona-Risikogebiet erklärt wurde. Schon bei der Datenaufnahme in der Teststation der Firma Ecolog auf dem Flughafen Nürnberg habe es Probleme gegeben, berichtet die Familie dem ARD-Magazin "Monitor". So habe der Mitarbeiter, der ihre persönlichen Daten mit den Testnummern zusammenführen sollte, nach ihrem Eindruck Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben gehabt.

Das schriftliche Versprechen des Dienstleisters, das Testergebnis innerhalb von 24 Stunden zu übermitteln, wurde nicht eingehalten. Seit einer Woche wartet die Familie nun schon vergeblich. Zahlreiche

Versuche, über die Telefonhotline Auskunft zu erhalten, sind gescheitert. Stattdessen wurde die Familie per E-Mail aufgefordert, ihre persönlichen Daten und Testnummern erneut zur Verfügung zu stellen.

Die Probleme an den Flughäfen bringen vor allem die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml erneut in Bedrängnis. Was die bayerische Staatsregierung über die Probleme weiß, ist unklar. Eine "Monitor"-Anfrage zu den Pannen an der Corona-Teststationen an bayerischen Flughäfen ließ das Ministerium bislang unbeantwortet.

Polen verzeichnet Höchstwert bei nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen

13.21 Uhr: Polen hat so viele neue Corona-Fälle registriert wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Freitag verzeichneten die Behörden 903 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, wie das Gesundheitsministerium in Warschau mitteilte. Der Schwerpunkt der nachgewiesenen Neuinfektionen lag mit 168 erneut in Schlesien. Der bisherige Rekordwert wurde am 8. August erfasst, er betrug 843 Neuinfektionen.

Ein Sprecher des Ministeriums sagte, es gebe keine großen Epidemieherde, die ihren Einfluss auf die Werte hätten. Vielmehr gebe es eine Häufung von Fällen in zwei Pflegeheimen in Schlesien, in mehreren kleineren Betrieben in Südpolen sowie in der Region um Poznan (Posen) nach Hochzeitsfeiern. Er appellierte an die Bürger, sich auch bei Feiern an die Schutzmaßnahmen zu halten.

In Polen haben sich nach offiziellen Angaben bislang 60.281 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 1938 Menschen starben demnach in Zusammenhang mit dem Virus. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner. Robert Michael/dpa-Zentralbild/d

Elitesoldat hat Bordverbot – weil er keine Maske tragen wollte

13.00 Uhr: Robert J. O’Neill hat 2011 die tödlichen Schüsse auf den Terroristen Osama Bin Laden abgefeuert. Am Mittwoch postete er ein Bild von sich via Twitter, wie er ohne Schutzmaske in einem Flugzeug der Delta Air Line sitzt. Seine Begründung: „I'm not a pussy.“ Den Beitrag hat er mittlerweile wieder gelöscht.

 

Die Fluglinie habe jedoch umgehend reagiert, als mehrere Twitter-Nutzer sich beschwert hätten. Ein weiterer Post des Navy SEAL bestätigte die Konsequenzen. „Ich wurde gerade von Delta 'verbannt', weil ich ein Bild gepostet habe. Wow“, schrieb er. Auch die Fluglinie habe Stellung zu dem Vorfall genommen und betont, allen Kunden die Möglichkeit zu nehmen, mit Delta zu fliegen, sofern die Schutzmaßnahmen nicht eingehalten werden würden.

Schweden prüft Ausnahmen von Versammlungsbeschränkungen

12.52 Uhr: Wegen der Auswirkungen der Corona-Krise auf Kultur- und Sportveranstaltungen will die schwedische Regierung Ausnahmen von den geltenden Versammlungsbeschränkungen auf den Weg bringen. Man prüfe, inwieweit Ausnahmen von der bestehenden 50-Teilnehmer-Regel für Veranstaltungen mit sitzendem Publikum ab Oktober möglich seien, sagte Schwedens Innenminister Mikael Damberg am Freitag auf einer Pressekonferenz in Stockholm. Schweden befinde sich in einer besseren Lage als noch im Frühjahr, die Grenze von maximal 50 Teilnehmern für öffentliche Versammlungen sei aber weiter wichtig, um die Ausbreitung des Coronavirus zu minimieren. Sie bleibe deshalb bestehen. Anders Wiklund/AP/TT NEWS AGENCY/dpa/GettyImages/fotomay/FOL Schweden ist in der Corona-Krise einen anderen Weg gegangen als die meisten europäischen Länder.

TOP-NEWS: Forscher: Mutiertes Coronavirus hängt mit milderen Verläufen zusammen

11.58 Uhr: Das Coronavirus mutiert – das ist ganz normal. Seit Beginn der Pandemie kursieren auf der Welt inzwischen unterschiedliche Sars-CoV-2-Varianten. Wird es durch die Mutation schwächer oder gefährlicher? Wissenschaftler in Singapur haben untersucht, wie sich die Coronavirus-Typen auf den Verlauf von Covid-19 auswirken.

Das Ergebnis veröffentlichten sie im Fachjournal „The Lancet“: Patienten, die mit der mutierten Variante (∆382) infiziert waren, hatten mildere Verläufe als diejenigen, die mit dem sogenannten Wildtyp zu kämpfen hatten. Sie teilten die Covid-19-Betroffenen in drei Gruppen ein: Infizierte mit ∆382, Infizierte mit dem Wildtyp, Infizierte mit beiden Typen. Diejenigen mit der mutierten Coronavirus-Variante brauchten seltener zusätzlichen Sauerstoff, hatten weniger mit einer überschießenden Immunreaktion in der akuten Phase der Infektion zu kämpfen und hatten eine effektivere T-Zell-Antwort in der frühen Phase der Erkrankung.

Die Forscher räumen allerdings auch Schwächen der Studie ein: Die Untersuchungen fanden zu Beginn der Pandemie statt, so dass beispielsweise Abstriche aus der frühen Infektionsphase meist fehlten, Patienten waren möglicherweise nicht repräsentativ für ihre Infektionsgruppe. Dennoch kann die aktuelle Forschungsarbeit wichtige Hinweise für die Behandlung von Covid-19 und die Impfstoffentwicklung liefern.

Corona-Beratungen Merkels mit Länderregierungschefs am Donnerstag

11.52 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird am Donnerstag kommender Woche mit den Regierungschefs der Länder erneut über die Coronakrise beraten. Regierungssprecher Steffen Seibert kündigte am Freitag eine Videokonferenz für diesen Tag an. Sie soll um 11 Uhr stattfinden. dpa/Leon Kuegeler/Reuters Pool/dpa Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Ich bin da sehr dankbar, wenn Bußgelder verhängt werden auch für das Nichtragen von Masken oder ähnlichem.“.

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 39.496 (1860 Todesfälle)
  • Bayern: 54.147 (2629 Todesfälle)
  • Berlin: 10.542 (226 Todesfälle)
  • Brandenburg: 3782 (173 Todesfälle)
  • Bremen: 1888 (56 Todesfälle)
  • Hamburg: 5988 (232 Todesfälle)
  • Hessen: 14.029 (528 Todesfälle)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 984 (20 Todesfälle)
  • Niedersachsen: 15.800 (659 Todesfälle)
  • Nordrhein-Westfalen: 55.770 (1790 Todesfälle)
  • Rheinland-Pfalz: 8475 (242 Todesfälle)
  • Saarland: 3023 (174 Todesfälle)
  • Sachsen: 5784 (224 Todesfälle)
  • Sachsen-Anhalt: 2158 (65 Todesfälle)
  • Schleswig-Holstein: 3851 (160 Todesfälle)
  • Thüringen: 3522 (186 Todesfälle)

Gesamt (Stand 20.08.2020, 18.45 Uhr): 229.239 (9227 Todesfälle)

Vortag (Stand 19.08.2020, 19.22 Uhr): 227.541 (9213 Todesfälle)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

Die Zahl der Geheilten liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei rund 204.800

Die Zahl der aktiven Fälle liegt damit bei 15.226 (plus 798)

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl: 1,04

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