Gesundheit

Inzidenz teils weit über 100: Schon 98 Kreise müssen die Notbremse ziehen

Nach monatelangen coronabedingten Schließungen dürfen seit Anfang des Monats Einrichtungen wie Schulen, Friseursalons und der Einzelhandel wieder öffnen. In kleinen Schritten soll so der Weg zurück zur Normalität eingeschlagen werden. Doch die Entwicklungen in einigen Landkreisen machen Sorge.

Seit Anfang März wird das öffentliche Leben in Deutschland in kleinen Schritten wieder hochgefahren. Je nach Corona-Lage dürfen in den einzelnen Ländern und Regionen unter anderem der Einzelhandel, Friseursalons und Schulen öffnen. Auch Museen, Zoos und Galerien können wieder Besucher empfangen.

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Weitere Öffnungen, zum Beispiel der Gastronomie oder der Theater, sind frühestens ab dem 22. März möglich – unter der Voraussetzung, dass die Sieben-Tage-Inzidenz unter 100, besser noch unter 50 bleibt.

Corona in Deutschland: 98 Kreise reißen 100er-Inzidenz

Doch aktuell rücken weitere Lockerungen für einige Landkreise und Städte wieder in ungreifbare Ferne. Der entscheidende Schwellenwert von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche wurde mittlerweile in 98 Kreisen überschritten. Die bundesweite Inzidenz stieg auf 79,1.

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Bund und Länder hatten beschlossen, dass die jüngsten Lockerungen zurückgenommen werden, wenn der Wert neuer Infektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche über 100 steigt. Viele Landräte und Bürgermeister sehen sich folglich gezwungen, die Notbremse zu ziehen – und Einzelhandel sowie Kultureinrichtungen wieder zu schließen.

Brandenburg, NRW und Baden-Württemberg scheren aus

Einige Länder scheren dabei aber aus: In der Corona-Verordnung von Brandenburg heißt es lediglich, dass die Kreise und kreisfreien Städte weitergehende Schutzmaßnahmen bei einem Anstieg der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche über 100 treffen sollen, erst ab 200 sollen die jüngsten Lockerungen zurückgenommen werden. Das brachte die Regierung von Ministerpräsident Dietmaer Woidke in die Kritik (SPD).

Auch in Nordrhein-Westfalen soll die vereinbarte "Corona-Notbremse" nicht automatisch greifen. Bei Überschreitung einer landesweiten Inzidenz von 100 sollen die Behörden dort erst prüfen, welche Umstände dazu geführt hätten, berichtet die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung". "Wenn alleine durch die vielen zusätzlichen Testungen bei einem ansonsten stabilen Infektionsgeschehen die Zahlen steigen, muss man das bei den weiteren Bewertungen mit einbeziehen", sagte ein Sprecher von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) der Zeitung.

In Baden-Württemberg hat die Landesregierung eine weitere Freiheit gegeben: "Bei der Bewertung der Inzidenzwerte kann das Gesundheitsamt die Diffusität des Infektionsgeschehens angemessen berücksichtigen", heißt es in der jüngsten Corona-Verordnung des Landes. Mit anderen Worten: Die Gesundheitsämter in Baden-Württemberg müssen nicht mehr jeden Corona-Fall einzeln zählen. So hatte der Landkreis Calw vorigen Montag eine Inzidenz von 55 und musste Geschäfte geschlossen halten. Nach einer "Bereinigung der Infektionszahlen" lag die Inzidenz am Dienstag nur noch bei 39 – und der Landrat ließ die Geschäfte öffnen.

Welche Regionen den entscheidenden Inzidenzwert von 100 gerissen haben, hat FOCUS Online mit Hilfe der Daten des Robert-Koch-Instituts für Sie zusammengetragen.

Baden-Württemberg (10)

  • LK Alb-Donau-Kreis 102,0
  • LK Emmendingen 101,0
  • LK Freudenstadt 116,7
  • LK Göppingen 107,7
  • LK Hohenlohekreis 105,6
  • LK Rastatt 132,7
  • LK Schwäbisch Hall 213,5
  • LK Sigmaringen 107,8
  • SK Karlsruhe 101,9
  • SK Mannheim 101,4

Bayern (33)

  • LK Altötting 104,0
  • LK Amberg-Sulzbach 149,4
  • LK Berchtesgadener Land 107,6
  • LK Cham 195,3
  • LK Dingolfing-Landau 112,7
  • LK Freyung-Grafenau 139,1
  • LK Hof 122,4
  • LK Kronach 205,3
  • LK Kulmbach 265,5
  • LK Landshut 103,2
  • LK Lichtenfels 104,8
  • LK Main-Spessart 138,7
  • LK Mühldorf a.Inn 104,4
  • LK Neustadt a.d.Waldnaab 129,2
  • LK Ostallgäu 119,0
  • LK Passau 111,1
  • LK Regen 102,1
  • LK Schwandorf 198,8
  • LK Straubing-Bogen 135,5
  • LK Tirschenreuth 204,0
  • LK Unterallgäu 129,4
  • LK Wunsiedel i. Fichtelgebirge 220,2
  • SK Amberg 175,3
  • SK Aschaffenburg 100,0
  • SK Fürth 136,2
  • SK Hof 320,8
  • SK Landshut 132,1
  • SK Nürnberg 112,7
  • SK Passau 138,2
  • SK Regensburg 135,9
  • SK Rosenheim 174,7
  • SK Straubing 125,5
  • SK Weiden i.d.OPf. 126,3

Berlin (0)

Brandenburg (4)

  • LK Elbe-Elster 170,9
  • LK Oberhavel 119,3
  • LK Oberspreewald-Lausitz 168,2
  • LK Teltow-Fläming 101,2

Bremen (0)

Hamburg (0)

Hessen (5)

  • LK Fulda 107,3
  • LK Lahn-Dill-Kreis 137,0
  • LK Main-Kinzig-Kreis 107,5
  • LK Offenbach 123,1
  • SK Offenbach 178,8

Mecklenburg-Vorpommern (0)

Niedersachsen (5)

  • LK Peine 121,7
  • LK Vechta 100,1
  • LK Wesermarsch 105,0
  • SK Osnabrück 105,9
  • SK Salzgitter 139,0

Nordrhein-Westfalen (10)

  • LK Düren 126,6
  • LK Kleve 112,7
  • LK Märkischer Kreis 156,7
  • LK Oberbergischer Kreis 116,2
  • LK Siegen-Wittgenstein 107,6
  • SK Duisburg 113,5
  • SK Hagen 109,2
  • SK Herne 165,5
  • SK Remscheid 100,6
  • SK Wuppertal 107,0

Rheinland-Pfalz (3)

  • LK Altenkirchen 112,6
  • SK Frankenthal 133,3
  • SK Pirmasens 156,6

Saarland (0)

Sachsen (6)

  • LK Erzgebirgskreis 148,7
  • LK Görlitz 103,3
  • LK Meißen 102,2
  • LK Nordsachsen 125,4
  • LK Vogtlandkreis 295,6
  • LK Zwickau 127,9

Sachsen-Anhalt (7)

  • LK Börde 100,0
  • LK Burgenlandkreis 168,3
  • LK Harz 116,7
  • LK Jerichower Land 116,1
  • LK Saalekreis 127,3
  • LK Wittenberg 140,9
  • SK Halle (Saale) 152,9

Schleswig-Holstein (0)

Thüringen (15)

  • LK Altenburger Land 167,8
  • LK Eichsfeld 123,0
  • LK Gotha 169,0
  • LK Greiz 462,0
  • LK Hildburghausen 139,2
  • LK Ilm-Kreis 178,8
  • LK Kyffhäuserkreis 176,5
  • LK Saale-Holzland-Kreis 124,2
  • LK Saale-Orla-Kreis 271,4
  • LK Schmalkalden-Meiningen 301,8
  • LK Sömmerda 180,0
  • LK Unstrut-Hainich-Kreis 153,6
  • LK Wartburgkreis 226,1
  • SK Gera 162,1
  • SK Suhl 255,5

Drei Kreise über 300

An der Spitze liegen mit Hof (Bayern), Greiz (Thüringen) und Schmalkalden-Meiningen (Thüringen) drei Kreise mit einer Inzidenz über 300. Die Inzidenz des Kreises Greiz liegt sogar weit jenseits der 400. Neun Kreise liegen daneben bei einer Inzidenz von mehr als 200. Sehen Sie alle Inzidenzen hier:   
 
 

 

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