Gesundheit

Massendemo, Fetisch-Party, RKI-Attacke: Berlin versinkt im Corona-Chaos

Maskenpflicht interessiert nicht mehr. In unserer Hauptstadt wird derzeit demonstriert, gefeiert und gepöbelt – massenweise Menschen infizieren sich. Die Polizei ist im Dauereinsatz. Berlin versinkt im Corona-Chaos.

Am Wochenende appellierte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an den Geist der Zusammenarbeit, denn die Pandemie könne nicht im Geist des "Impfstoffnationalismus" überwunden werden. Doch zeitgleich versinkt Berlin immer weiter im Chaos.

Aktuelle Informationen zur Corona-Pandemie erhalten Sie hier: News zur Pandemie – Merkel frustriert in interner Schalte: „So kann es nicht weitergehen“ – Bundesländer melden 9469 Neuinfektionen

Situation tagsüber größtenteils unter Kontrolle

Am Sonntag stieg die durchschnittliche 7-Tage-Inzidenz mittlerweile auf enorme 122,7 Punkte. Besonders Berlin-Mitte (209,5) und Neukölln (228,8) tragen derzeit maßgeblich zu dem Wert bei. Täglich werden mehrere Hundert Neuinfektionen gemeldet. Schuld daran ist auch die Einstellung vieler Menschen, die sich zu Hunderten und Tausenden häufig dichtgedrängt versammeln und sichgegen die Corona-Maßnahmen wehren.

Das vergangene Wochenende steht dafür sinnbildlich: Am Samstag kontrollierten rund 1.000 Polizisten die Einhaltung der Corona-Maßnahmen, tagsüber offenbar noch ohne größere Probleme. Laut einem Zwischenbericht hätten etwa 80 bis 90 Prozent der Menschen ihren Mund-Nasen-Schutz getragen und sich an Sicherheitsabstände gehalten. Nur 23 Ordnungswidrigkeitsverfahren wurden erfasst.

Zum Abend hin geriet die Situation dann nach und nach außer Kontrolle. Über die gesamte Nacht wurden es satte 280 Ordnungswidrigkeitsverfahren. So wurde am Arnimplatz in Pankow zunächst eine kleinere Party mit 30 Personen aufgelöst.

"Fetisch-Party" in Berlin-Mitte

Später berichtete die Polizei via Twitter von einer "Fetisch-Party" mit fast 600 Gästen in Berlin-Mitte. "Es waren einfach zu viele für zu wenig Platz", hieß es in einem Statement. Die Veranstalterin erwarte demnach ein Verfahren wegen Verstoßes gegen die Infektionsschutzverordnung. Ursprünglich soll die Party für 250 Teilnehmer angemeldet worden sein.

Und dann kam auch noch ein Anschlag dazu: In der Nacht warfen bislang Unbekannte Brandsätze gegen und durch die Fensterscheiben des Gebäudes des Robert-Koch-Instituts. Die Flammen konnten von einem Sicherheitsmitarbeiter gelöscht werden. Verletzt wurde dabei niemand. Ermittelt werde in alle Richtungen, sagte eine Polizeisprecherin, auch eine politische Motivation werde geprüft.

Massendemonstration ohne Sicherheitsmaßnahmen – Polizei greift ein

Am Sonntag dann weitere Vorfälle: Rund 2.000 Menschen versammelten sich am Alexanderplatz, um gegen die Corona-Maßnahmen des Senats zu demonstrieren. Oftmals trugen die Teilnehmer keine Masken und standen dicht an dicht gedrängt. Die Polizei musste eingreifen und die Demonstration auflösen. Nicht selten wurden Polizeibeamte dabei angepöbelt und angegriffen. Mehrere Demonstranten wurden festgenommen.

Ziel der Demonstranten sollte eigentlich die mehrtägige Gesundheitskonferenz "World Health Summit" sein. Letztlich wurde daraus jedoch eine Online-Konferenz. Eine für den späten Nachmittag geplante weitere Demonstration wurde von den Veranstaltern abgesagt. Dafür waren 10.000 Teilnehmer angemeldet worden.

Ablehnung der Menschen nimmt immer weiter zu

Das Wochenende war die Krönung, bereits am Freitag kam es in der Mall of Berlin allerdings zu einem fragwürdigen Protest einer knapp 20-köpfigen Gruppe. Ein Video zeigt, wie sie ohne Mund-Nasen-Schutz durch das Einkaufszentrum liefen und "Maskenlos durch die Stadt" zur Melodie von Helene Fischer sangen. "Corona ist nicht die Pest, wir brauchen kein Attest" wurde ebenfalls immer wieder skandiert. Viele Besucher des Einkaufszentrums reagierten verärgert.

Die Politik kommt währenddessen aus dem Mahnen und Bitten um das Einhalten der Corona-Regeln gar nicht mehr heraus. So meldete sich kürzlich beispielsweise Gesundheitsminister Jens Spahn via Facebook zu Wort. "Bitte helfen Sie weiter mit und hören Sie nicht auf diejenigen, die verharmlosen und beschwichtigen. Es ist ernst", sagte Spahn in einem am Sonntag auf seiner Facebookseite veröffentlichten Video.

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