Gesundheit

Merkel appelliert eindringlich zum Verzicht: Jetzt zählt jeder Tag

Das Coronavirus hat Deutschland und die Welt fest im Griff. Das RKI meldet auch am Freitag einen neuen Höchstwert bei den Neuinfektionen. Auch der R-Wert steigt wieder an. Alles Wichtige zum Coronavirus finden Sie hier im News-Ticker von FOCUS Online.

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Topmeldungen zum Coronavirus

  • Schweden meldet erstmals Mehrfach-Infektion mit Corona (22.26 Uhr)
  • Mehr als 7800 neue Corona-Fälle in Deutschland – R-Wert steigt deutlich (20.10 Uhr)
  • Belgien beschließt Teil-Lockdown (19.34 Uhr)

Merkel appelliert eindringlich zum Verzicht: "Jetzt zählt jeder Tag"

10.37 Uhr: In einem eindringlichen Appell hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) die Bundesbürger zur Verringerung ihrer Kontakte und zum Verzicht auf Reisen aufgerufen. "Treffen Sie sich mit deutlich weniger Menschen, ob außerhalb oder zu Hause", sagte Merkel am Samstag in ihrem Video-Podcast angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen. "Verzichten Sie auf jede Reise, die nicht wirklich zwingend notwendig ist, auf jede Feier, die nicht wirklich zwingend notwendig ist." 

Die Kanzlerin mahnte: "Bitte bleiben Sie, wenn immer möglich, zu Hause, an Ihrem Wohnort." Sie fügte hinzu: "Ich weiß, das klingt nicht nur hart, das ist im Einzelfall auch ein schwerer Verzicht." Aber er müsse nur zeitweilig geleistet werden. 

Dieser Verzicht werde letztlich "für uns selbst" geleistet, betonte Merkel. "Für die eigene Gesundheit und die all derer, denen wir eine Erkrankung ersparen können. Dafür, dass unser Gesundheitswesen nicht überfordert wird, dass die Schulen und Kitas unserer Kinder geöffnet bleiben. Für unsere Wirtschaft und unsere Arbeitsplätze", sagte sie.

Deutschland sei "in einer sehr ernsten Phase der Corona-Pandemie". Die Pandemie breite sich schneller als zu Beginn vor gut einem halben Jahr aus. "Der vergleichsweise entspannte Sommer ist vorbei, jetzt stehen uns schwierige Monate bevor", sagte Merkel. "Wie der Winter wird, wie unser Weihnachten wird, das entscheidet sich in diesen kommenden Tagen und Wochen." 

"Wir müssen jetzt alles tun, damit das Virus sich nicht unkontrolliert ausbreitet", mahnte die Kanzlerin. Dabei zähle jetzt jeder Tag. Jede und jeder Einzelne könne mit der Einhaltung des Mindestabstands und der Hygieneregeln sowie durch Mund-Nasen-Schutz dazu beitragen, dass die Zahlen wieder heruntergehen. "Aber wir müssen jetzt noch weiter gehen", so Merkel. 

"Die Wissenschaft sagt uns klar: Die Ausbreitung des Virus hängt direkt an der Zahl der Kontakte, der Begegnungen, die jeder von uns hat." Wenn alle ihre Begegnungen außerhalb der eigenen Familie jetzt eine Zeit lang deutlich verringerten, "dann kann es gelingen, den Trend zu immer mehr Infektionen zu stoppen und umzukehren".  Screenshot Die Kanzlerin in ihrem Video-Podcast

Deutschland sei vergleichsweise gut durch das erste halbe Jahr der Corona-Pandemie gekommen. Das sei gelungen, weil "wir zusammengestanden und die Regeln eingehalten haben", betonte Merkel. "Aus Rücksicht und Vernunft." Das sei das "wirksamste Mittel, das wir zur Zeit gegen die Pandemie haben".

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus erreicht in Deutschland seit Tagen immer neue Höchstwerte. Am frühen Samstagmorgen wurde mit 7830 neuen Ansteckungsfällen binnen eines Tages erneut eine Rekordzahl erreicht, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) mitteilte.

Rekordanstieg: Tschechien meldet über 11.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden

10.21 Uhr: Mit dem erstmaligen Überschreiten der 10 000er-Marke hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Tschechien einen Rekordwert erreicht. In dem EU-Land wurden am Freitag 11 105 positive Tests innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie am Samstag aus Daten der Gesundheitsbehörden hervorging. Das war der bisher höchste registrierte Wert an einem Tag seit Beginn der Pandemie. Der vorherige Höchstwert von knapp 9700 Neuinfektionen war am Vortag registriert worden. In Tschechien wurde zuletzt auch mehr getestet.

Insgesamt verzeichnete das knapp 10,7-Millionen-Einwohner-Land bisher 160 112 bestätigte Infektionen und 1283 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus. Der tschechische Präsident Milos Zeman rief die Bürger in einer Fernsehansprache am Freitagabend zu mehr Disziplin beim Maskentragen auf. "Uns steht nur eine Waffe zur Verfügung, solange es keine Impfung gibt: Diese Waffe ist ein kleines Stück Stoff", mahnte der 76-Jährige. Er empfahl den Menschen, auf Fachleute zu hören und nicht auf Verschwörungstheorien hereinzufallen. dpa/Petr David Josek/AP Der tschechische Präsident Milos Zeman

Söder warnt: "Stehen kurz vor dem Kontrollverlust in einigen Regionen"

Samstag, 17. Oktober, 07.36 Uhr: Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat angesichts steigender Corona-Neuinfektionen vor einem Versagen der Kontaktnachverfolgung gewarnt. "Wir stehen kurz vor dem Kontrollverlust in einigen Regionen in Deutschland. Das ist hochgefährlich", sagte Söder der "Passauer Neuen Presse" (Samstagsausgabe). Wenn eine Nachverfolgung nicht mehr möglich sei, müssten Kontakte generell mit strikten Maßnahmen begrenzt werden. "Das wollen wir aber nicht."

Deshalb sei es wichtig, "die Welle noch rechtzeitig zu brechen", betonte Söder. Die Gesundheitsämter müssten dringend ertüchtigt werden, um die Kontaktverfolgung zu gewährleisten.

Indes sei das umstrittene Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Hotspots "in dieser Phase kein besonders taugliches Mittel". Die Menschen sollten "lieber zu Hause bleiben". 

Allerdings dürfe Corona nicht "schön- oder kleingeredet" werden. Durch ein halbherziges Vorgehen steuere Deutschland unwillkürlich auf einen zweiten Lockdown zu. Die Beschlüsse von Bund und Ländern gingen nicht weit genug. "Wir hätten an den Stellschrauben stärker drehen müssen", sagte Söder. "Alle müssen deutlich nachlegen."

Zu Meinungsumfragen, in der der CSU-Chef in der Frage der Kanzlerkandidatur weit vor den möglichen CDU-Kandidaten liegt, sagte Söder: "Umfragen sind Schall und Rauch." Er halte es für politisch unklug und schwer vermittelbar, "mitten in einer Pandemie über Karrieren einzelner zu reden und nicht über die Sorgen vieler".

Schweden meldet erstmals Mehrfach-Infektion mit Corona

22.26 Uhr: Schweden hat den ersten Fall einer Mehrfach-Infektion mit dem Coronavirus bestätigt, wie das Nachrichtenportal „Dagens Nyheter“ berichtet. Demnach wurde eine 53-jährige Frau sowohl im Mai als auch im August positiv auf das Virus getestet. Dafür hatten Forscher am Sahlgrenska Universitätskrankenhaus in Göteborg zuvor eine Genom-Analyse durchgeführt und dabei festgestellt, dass es sich um zwei unterschiedliche Infektionen gehandelt habe. Der zweite Verlauf der Erkrankung sei sehr mild verlaufen, was darauf hindeute, dass die Frau durch die erste Erkrankung ein gewisses Maß an Immunität aufgebaut habe. Als die Frau im September erneut getestet wurde, konnten Antikörper im Blut nachgewiesen werden. Ali Lorestani/TT News Agency/AP/

Oberverwaltungsgericht stoppt Beherbergungsverbot in Brandenburg

21.11 Uhr: Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat das Beherbergungsverbot in Brandenburg für Gäste aus Corona-Hotspots vorläufig gestoppt. Das Gericht habe zwei Eilanträgen stattgegeben, teilte es am Freitagabend mit.

Mehr als acht Millionen Corona-Fälle in den USA

21.05 Uhr: Zweieinhalb Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl hat die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in dem Land die Schwelle von acht Millionen überschritten. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität starben bis Freitag mehr als 218.000 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion. Die USA sind damit vor Brasilien und Indien das Land mit den meisten bestätigten Infektions- und Todesfällen weltweit.

Zuletzt ist die Zahl der Infektionen in den USA wieder angestiegen – auf mehr als 60.000 neue Fälle pro Tag. Experten zeigen sich besorgt, dass es nicht gelingt, die Ausbreitung des Virus unter Kontrolle zu bekommen, zumal die Grippesaison beginnt. Kritiker machen den Umgang von Präsident Donald Trump mit der Pandemie mitverantwortlich für das Ausmaß der Krise.

Mehr als 7800 neue Corona-Fälle in Deutschland – R-Wert steigt deutlich

20.10 Uhr: Inzwischen melden mit Baden-Württemberg (+1198), Bayern (+1108) und Nordrhein-Westfalen (+2154) drei Bundesländer mehr als 1000 Neuinfektionen in den vergangenen 24 Stunden. Insgesamt meldeten die Gesundheitsämter 7862 neue Corona-Fälle, 21 weitere Menschen starben an den Folgen der Erkrankung. Insgesamt haben sich 352.253 Personen in Deutschland bisher mit dem Virus infiziert, rund 287.600 sind inzwischen wieder genesen.

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 58.640 (+1198), 1927 Todesfälle (+7)
  • Bayern: 76.804 (+1108), 2701 Todesfälle (+3)
  • Berlin: 20.763 (+676), 239 Todesfälle (+1)
  • Brandenburg: 5380 (+153), 178 Todesfälle (+1)
  • Bremen: 3475 (+100), 62 Todesfälle (+0)
  • Hamburg: 9615 (+160), 241 Todesfälle (+0)
  • Hessen: 24.151 (+670), 571 Todesfälle (+2)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 1647 (+52), 20 Todesfälle (+0)
  • Niedersachsen: 24.899 (+532), 708 Todesfälle (-1)
  • Nordrhein-Westfalen: 86.314 (+2154), 1936 Todesfälle (+5)
  • Rheinland-Pfalz: 13.217 (+343), 263 Todesfälle (+1)
  • Saarland: 4305 (+153), 177 Todesfälle (+0)
  • Sachsen: 9595 (+321), 255 Todesfälle (+2)
  • Sachsen-Anhalt: 3137 (+77), 71 Todesfälle (+0)
  • Schleswig-Holstein: 5600 (+90), 163 Todesfälle (+0)
  • Thüringen: 4711 (+75), 196 Todesfälle (+0)

Gesamt (Stand 16.10., 20.02 Uhr): 352.253 (9708 Todesfälle)

Vortag (Stand 15.10., 19.36 Uhr): 344.391 (9687 Todesfälle)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

Die Zahl der Genesenen liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei rund 287.600

Die Zahl der aktiven Fälle liegt damit bei 54.945 (+4841)

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl (Stand 16.10.): 1,22 (Vortag: 1,08 )

Zahl der Intensivbetten laut DIVI-Intensivregister, die von Covid-19-Patienten belegt werden: 688 (+33)

Zahl der aktuell invasiv beatmeten Covid-19-Patienten: 341 (+12)

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Freitag bei 1,22 (Vortag: 1,08). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Belgien beschließt Teil-Lockdown wegen steigender Corona-Zahlen

19.34 Uhr: In Belgien sollen wegen der drastisch gestiegenen Corona-Infektionszahlen alle Restaurants und Gaststätten für vier Wochen schließen. Das berichtete die belgische Nachrichtenagentur Belga am Freitagabend unter Berufung auf Informationen aus einem Krisentreffen von Vertretern der Zentralregierung und der Gemeinschaften und Regionen. Zudem soll es täglich von Mitternacht bis 5.00 Uhr morgens landesweit eine Ausgangssperre geben.

Belgien zählt zu den am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern Europas. Die Behörden des Elf-Millionen-Einwohner-Landes meldeten zuletzt im Sieben-Tages-Schnitt knapp 6000 registrierte Fälle innerhalb von 24 Stunden. In den vergangenen 14 Tagen wurden nach aktuellen Zahlen rund 550 Infektionen pro 100.000 Einwohner gemeldet. dpa/Yannick Neve/Le Pictorium Agency via ZUMA/dpa

Kurz mahnt: „Ein exponentielles Wachstum endet notgedrungen in einem Lockdown“

19.10 Uhr: Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz hat Verschärfungen der Corona-Regeln in seinem Land in Aussicht gestellt. Mit Blick auf die aktuelle Corona-Lage kündigte Kurz für Montag Gespräche mit den Bundesländern über neue Maßnahmen an. Das „exponentielle Wachstum“ der Infektionszahlen müsse gestoppt oder zumindest massiv abgeflacht werden. „Ein exponentielles Wachstum hat es an sich, dass es notgedrungen am Ende immer in einem Lockdown endet“, sagte Kurz nach Abschluss des EU-Gipfels am Freitag in Brüssel.

In einer schriftlichen Stellungnahme warnte Kurz zudem: „In ganz Europa verschlechtert sich die Lage, und auch die Zahl der betroffenen Bundesländer in Österreich mit steigenden Neuinfektionen nimmt zu.“ Nur durch die Reduktion von sozialen Kontakten, „was natürlich von uns allen Verzicht bedeutet“, könne der Anstieg der Infektionszahlen gestoppt werden, so Kurz weiter. Je mehr Infektionen es gebe, desto größer sei nicht nur die Herausforderung für das Gesundheitssystem, sondern auch die Bedrohung von Arbeitsplätzen und Belastungen von Unternehmen. Nach einer Videokonferenz am Montag sollten neue Maßnahmen verkündet werden. dpa

Berliner Senat scheitert vorerst mit Sperrstunden-Widerspruch

19.00 Uhr: Der Berliner Senat ist zunächst mit dem Versuch gescheitert, die Sperrstunde in der Hauptstadt weiter flächendeckend durchzusetzen. Das teilte eine Sprecherin des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg am Freitag mit. Der Senat hatte eine sogenannte Zwischenverfügung beantragt. Die Entscheidung in der Hauptsache steht noch aus.

Zuvor hatte das Verwaltungsgericht Berlin entschieden, dass unter anderem Bars und Kneipen wieder nach 23.00 Uhr öffnen dürfen, jedoch weiterhin ab diesem Zeitpunkt keinen Alkohol mehr ausschenken dürfen.

Gegen die Sperrstunde waren elf Gastronomen mit Eilanträgen vorgegangen. Nach ihrer Ansicht gibt es keine überzeugende Begründung für die Schließung der Gaststätten von 23.00 bis 6.00 Uhr. Der Senat hob hervor, dass sich nur die elf Gastronomen auf den Beschluss berufen könnten. Der Hotel- und Gaststättenverband ging am Freitag aber davon aus, dass nun viele Wirte länger öffnen werden.

Italien meldet Rekordwert an Neuinfektionen

18.37 Uhr: Marke von 10.000 überschritten. Die Gesundheitsbehörden des Landes meldeten am Freitag 10.010 neue Fälle. Damit erreichten die neu gemeldeten Ansteckungen pro Tag zum dritten Mal in Folge einen Rekordwert. Am Donnerstag wurden mehr als 8800 neue Ansteckungen registriert, am Mittwoch waren es mehr als 7000 gewesen.

In Italien werden allerdings inzwischen sehr viel mehr Tests als am Anfang der Pandemie gemacht, so dass viele Experten von einem direkten Vergleich der Werte mit der ersten Welle abraten. dpa/Cecilia Fabiano/LaPresse/AP/dpa Einzelne Regionen in Italien haben die Maskenpflicht im Freien bereits eingeführt. In wenigen Tagen könnte sie landesweit gelten.

Damit haben sich in dem Land mit seinen 60 Millionen Einwohnern  bisher nachweislich 391 611 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Am Donnerstag wurden zudem 55 neue Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung gemeldet – die Gesamtzahl solcher bekannten Todesfälle stieg damit auf 36 427.

TOP-NEWS: "Lobenswerte Professionalität und Engagement": Spaniens "Corona-Helden" erhalten Preis

17.20 Uhr: Spaniens "Nationalhelden" im Kampf gegen die Corona-Pandemie erhalten am Freitagabend den international renommierten Prinzessin-von-Asturien Preis in der Sparte Eintracht. Ärzte, Sanitäts- und Krankenpflegepersonal hätten sich durch "lobenswerte Professionalität und Engagement" ausgezeichnet, heißt es in der Jury-Entscheidung. dpa/Manu Fernandez/AP/dpa Eine medizinische Mitarbeiterin setzt auf der Intensivstation eines Krankenhauses in Madrid eine Schutzbrille auf.

Bei der Behandlung von Covid-19-Kranken hätten sie häufig nicht über die nötige Schutzausrüstung verfügt und die eigene Gesundheit selbstlos aufs Spiel gesetzt. Mit mehr als 33.500 Toten und über 900.000 Infektionsfällen gehört Spanien zu den am schlimmsten von der Pandemie betroffenen Ländern Europas. Auch viele Ärzte, Sanitäter und Pfleger infizierten sich. Der Prinzessin-von-Asturien Preis, der auch als "spanischer Nobelpreis" bekannt ist und von Kronprinzessin Leonor vergeben wird, soll ihren "bedingungslosen Einsatz" für das Wohl der Bevölkerung ehren. Alle Preisträger in den acht Kategorien erhalten jeweils 50.000 Euro und die Nachbildung einer Statue des spanischen Künstlers Joan Miro.

Sperrstunde gekippt: Berliner Senat will gegen Gerichtsbeschluss vorgehen

16.15 Uhr: Der Berliner Senat will gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts, das die Sperrstunde in der Hauptstadt am Freitag gekippt hat, juristisch vorgehen. Er werde Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg gegen die Entscheidung einlegen, teilte eine Senatssprecherin am Freitagnachmittag mit.

Außerdem werde der Senat eine sogenannte Zwischenverfügung beantragen. "Damit soll möglichst noch heute Klarheit geschaffen werden, dass auch die elf klagenden Gastronomen nicht nach 23 Uhr öffnen dürfen", heißt es in der Mitteilung. Falls das Oberverwaltungsgericht entsprechend schnell entscheidet, würde die Sperrstunde am Freitagabend weiterhin gelten.

"Ohnehin würde aus der Entscheidung des Verwaltungsgerichts lediglich für die elf klagenden Gastronomen die Sperrstunde entfallen – für alle anderen gilt sie in jedem Fall weiterhin", heißt es weiter. "Sollten die elf Gastronomen nach 23 Uhr öffnen dürfen, gilt das allgemeine Alkoholverkaufsverbot – wie für alle anderen – zwischen 23 und 6 Uhr."

Das Verwaltungsgericht (VG 14 L 422/20 und VG 14 L 424/20) hatte entschieden, dass unter anderem Bars und Kneipen wieder nach 23 Uhr öffnen, jedoch weiterhin ab diesem Zeitpunkt keinen Alkohol mehr ausschenken dürfen, wie ein Gerichtssprecher am Freitag sagte.

NRWKliniken nehmen CovidPatienten aus Niederlanden auf

15.50 Uhr: Kliniken in Nordrhein-Westfalen wollen erneut schwerkranke Covid-19-Patienten aus den Niederlanden aufnehmen. Noch am Freitag oder am Samstag rechne man mit dem oder den ersten Patienten für die Intensivstation der Uniklinik in Münster, sagte eine Sprecherin. Das Klinikum koordiniert die landesweite Hilfe. Es sei noch nicht absehbar, wann genau wie viele Patienten kämen und in welchen Krankenhäusern man sie intensivmedizinisch versorgen werde. "Das hängt stark von der Entwicklung in den Niederlanden ab, wie man die Lage dort in den Griff bekommt." Auch andere Bundesländer sind mit Nachbarstaaten in Kontakt.

Schon im Frühjahr waren 58 schwerkranke Patienten aus dem Nachbarland in NRW behandelt worden. Nun werden die Intensivbetten in den Niederlanden wieder knapp und NRW will erneut helfen. Überall im Land seien zahlreiche Kliniken bereit zur Aufnahme, schilderte die Sprecherin. Ende September habe die niederländische Regierung eine entsprechende Anfrage an das NRW-Gesundheitsministerium gerichtet.

In den Niederlanden steigt die Zahl der an Covid-19 Erkrankten deutlich an, mehr als 1500 Patienten werden dort bereits stationär behandelt. Das Land verfügt über sieben Intensivbetten pro 100.000 Einwohner, in Deutschland sind es 34 Betten.

Auch Niedersachsen ist eigenen Angaben zufolge in Kontakt mit dem Nachbarland, um Patienten aufzunehmen. Es gebe die grundsätzliche Bereitschaft, den von der zweiten Infektionswelle erheblich stärker getroffenen Niederlanden zu helfen, sagte eine Sprecherin des Landesgesundheitsministeriums. Rolf Vennenbernd/dpa Blick auf die Uniklinik in Münster

TOP-NEWS: Coronapositive besucht Tochter in Klinik – Anzeige erstattet

15.31 Uhr: Das Harzklinikum hat Anzeige gegen eine coronapositive Frau erstattet, die trotz Symptomen und Quarantäne ihre operierte Tochter besucht hat. Auf der Erklärung, die alle Patienten und Besucher des Klinikums ausfüllen müssen, habe die Frau angegeben, keine Symptome zu haben, teilte das Harzklinikum am Freitag in Quedlinburg mit. Dabei habe sie kurz zuvor wegen solcher Symptome eine Fieberambulanz aufgesucht und sich testen lassen. Bis zum Vorliegen des Ergebnisses habe sie zu Hause bleiben sollen. Einen Tag nach dem Krankenbesuch habe das Gesundheitsamt dem Klinikum mitgeteilt, dass bei der Frau das Virus nachgewiesen wurde.

Das kommunale Klinikum hat die Frau nun wegen vorsätzlicher Gefährdung von Patienten, Besuchern und Mitarbeitern angezeigt, wie es hieß. Auch die falschen Angaben auf der Patienten- und Besuchererklärung würden ihr zur Last gelegt.

Zu den Folgen des Besuchs vom 6. Oktober teilte das Harzklinikum weiter mit: "Infektionen von Patienten, Besuchern und Klinik-Mitarbeitern mit dem Corona-Virus sind nach diesem Vorfall bislang nicht bekannt geworden. Jedoch musste eine lange geplante Operation einer Patientin, die sich das Zimmer mit der Tochter der Besucherin geteilt hat, daraufhin abgesagt werden."

Nähere Angaben zu Mutter und Tochter machte ein Klinikumssprecher nicht. Nur so viel: Beide seien erwachsen. Natacha Pisarenko/AP/dpa

EU-Gipfel in Berlin wegen Corona abgesagt

14.24 Uhr: Die Europäische Union hat ihren für November geplanten Gipfel in Berlin zur China-Politik wegen der dramatisch steigenden Corona-Infektionszahlen abgesagt. "Im Sinne der Kontakte ist das glaube ich eine notwendige Botschaft", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Freitag in Brüssel.

Hamburg verhängt in Gaststätten Sperrstunde ab 23 Uhr

14.09 Uhr: Das Verwaltungsgericht Hamburg hat am Freitag einen Eilantrag gegen das sogenannte Beherbergungsverbot in dem Bundesland abgelehnt. Den Antrag hatte nach Angaben des Gerichts ein Ehepaar aus Köln (Nordrhein-Westfalen) gestellt, das am Freitag anreisen wollte. Er sei am Nachmittag vor der geplanten Reise vor Gericht gebracht worden. Aus Sicht des Gerichts hätte es nahe gelegen, "den Eilantrag zu einem früheren Zeitpunkt bei dem Gericht anhängig zu machen". Darin würden "komplexe, verfassungsrechtlich relevante Fragestellungen aufgeworfen", hieß es (Az. 6 E 4297/20).

In der Hansestadt müssen Touristen laut einer Verordnung zur Eindämmung des Coronavirus schriftlich bestätigen, dass sie sich in den vergangenen 14 Tagen nicht in einem Landkreis aufgehalten haben, in dem der Warnwert von 50 pro 100.000 Einwohner überschritten wurde. Ansonsten müssen die Urlauber ein ärztliches Zeugnis vorliegen, dass es keine Anzeichen für eine Corona-Erkrankung gibt.

Zu berücksichtigen sei auch, dass die Situation in einem Stadtstaat wie Hamburg – mit einer Vielzahl von Menschen auf engem Raum – anders zu bewerten sein könnte als dies in Flächenstaaten angezeigt sei, teilte das Gericht weiter mit. Gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts kann das Ehepaar Beschwerde beim Hamburgischen Oberverwaltungsgericht erheben. Markus Scholz/dpa

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