Gesundheit

Neun potenzielle COVID-19-Medikamente identifiziert – drei haben schon eine Zulassung – Heilpraxis

Vielversprechende neue Wirkstoffe gegen COVID-19

Ein amerikanisches Forschungsteam hat neun potenzielle neue COVID-19-Medikamente identifiziert, darunter drei, die bereits von der Food and Drug Administration (FDA) in den USA zur Behandlung anderer Krankheiten zugelassen sind.

Forschende der Perelman School of Medicine an der University of Pennsylvania (USA) analysierten Tausende von existierenden Medikamenten und medizinisch relevanten Molekülen auf ihre Fähigkeit, die Replikation, also die Vervielfältigung des Coronavirus SARS-CoV-2 zu hemmen. Neun Medikamente stachen bei der Untersuchung als potentielle COVID-19-Medikamente heraus. Die Ergebnisse wurden in dem renommierten Fachjournal „Cell Report“ präsentiert.

Forschung auf relevante Zellen beschränkt

Bereits in mehreren Forschungsarbeiten wurde versucht, wirksame Medikamente gegen COVID-19 in bereits bestehenden Wirkstoffdatenbanken zu entdecken. Im Gegensatz zu vielen früheren Studien fokussierten sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der aktuellen Untersuchung auf die Wirkungsweise in Zelltypen, die von SARS-CoV-2 hauptsächlich angegriffen werden, wie beispielsweise menschliche Zellen, die die Atemwege auskleiden.

Auf diese Weise entdeckten die Forschenden neun Medikamenten, die die Replikation von SARS-CoV-2 in Atemwegszellen reduzieren. Drei der Arzneien sind bereits von der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA zur Behandlung von anderen Krankheiten zugelassen. Dabei handelt es sich um:

  • Cyclosporin, welches bei Transplantationen eine Abstoßung des Organs verhindern soll,
  • das Krebsmedikament Dacomitinib,
  • das veterinärmedizinische Antibiotikum Salinomycin.

Cyclosporin besonders vielversprechend

Unten den noch nicht zugelassenen Wirkstoffen zeigten beispielsweise das potenzielle Krebsmedikament Bemcentinib und das Antihistaminikum Ebastin gute Ergebnisse. Als besonders vielversprechend heben die Forschenden Cyclosporin hervor, da es auf zwei unterschiedliche Weisen das Coronavirus zu hemmen scheint.

Beschleunigte Zulassung bei erfolgreicher Testung

Aufgrund der bereits vorhandenen Zulassung geht die Arbeitsgruppe davon aus, dass es schnell zu weiteren Tests mit freiwilligen Probandinnen und Probanden kommen wird, um die Wirksamkeit zu bestätigen. Auch eine Zulassung für die Behandlung könnte bei weiteren erfolgreichen Tests schnell abgewickelt werden (zumindest in den USA).

„Unsere Entdeckungen hier deuten auf neue Wege für therapeutische Interventionen gegen COVID-19 hin und unterstreichen auch die Wichtigkeit, Medikamentenkandidaten in Atemwegszellen zu testen“, berichtet Co-Studienautorin Sara Cherry, die Professorin für Pathologie und Labormedizin ist.

Bislang keine effektiven COVID-19-Medikamente vorhanden

Obwohl bei der Entwicklung von Impfstoffen und Therapien gegen SARS-CoV-2 bereits große Fortschritte erzielt wurden, gibt es bislang nur wenig effektive Medikamente mit antiviraler Wirkung zur Behandlung von COVID-19. Remdesivir und eine Antikörpertherapie sind die einzigen zur Verfügung stehenden antiviralen Therapien – beide sind jedoch teuer und nicht zu 100 Prozent wirksam.

Auf der Suche nach neuen Wirkstoffen gegen COVID-19

In der aktuellen Studie untersuchte die Arbeitsgruppe eine Bibliothek mit 3.059 Verbindungen, von denen bekannt ist, dass sie auf Zellen wirken, die von SARS-CoV-2 angegriffen werden. Rund 1.000 der Wirkstoffe sind bereits zugelassen – bei dem Rest handelt es sich um medizinisch relevante Substanzen, die noch nicht ausgiebig in klinischen Studien getestet wurden. Alle Wirkstoffe wurden auf die Fähigkeit analysiert, die Replikation von SARS-CoV-2 in infizierten Zellen zu hemmen, ohne dabei große Toxizität zu verursachen.

Hydroxychloroquin fiel durch den Test durch

Nur zehn der über 3000 Wirkstoffe erfüllten die Kriterien, darunter auch das Medikament Remdesivir, welches nicht in die Liste aufgenommen wurde, da es bereits zur Behandlung von COVID-19 zugelassen ist. Das Malariamittel Hydroxychloroquin, welches zu Beginn der Pandemie von manchen Personen als „Wundermittel gegen COVID-19“ bezeichnet wurden, zeigte im Rahmen der aktuellen Studie keine Wirksamkeit und wurde nicht mit in die Liste der potenziellen COVID-19-Medikamente aufgenommen. (vb)

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