Gesundheit

NRW ordnet Notbremse in Düsseldorf an – RKI meldet mehr als 13.000 Neuinfektionen, Inzidenz steigt

Alle Neuigkeiten zur Corona-Pandemie: Armin Laschet fordert einen „Brücken-Lockdown“ im Kampf gegen die dritte Welle, auch Kanzlerin Merkel spricht sich für einen einheitlichen Lockdown aus. Unterdessen hat Deutschland am Sonntag die Marke von drei Millionen Corona-Infektionen überschritten. Alle aktuellen Corona-News finden Sie hier im News-Ticker von FOCUS Online.

News zu Corona in Deutschland vom 12. April

Corona-News im Überblick:

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Lauterbach zerpflückt EM-Pläne: "Verantwortungslos"

07.30 Uhr: Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält das Festhalten der UEFA an einer Fußball-EM in möglichst zwölf Ländern in diesem Sommer für "verantwortungslos". Der SPD-Politiker verwies in einem Interview der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Montag) auf ein steigendes Risiko für Fußballprofis auf Spätfolgen nach Corona-Infektionen. "Das sind gesundheitliche Langzeitschäden, die das sofortige Karriereende bedeuten können. Dies muss man Menschen, deren Gesundheit ihr Kapital ist, ehrlich mitteilen", sagte Lauterbach mit Blick auf Erkrankungen, die in der Fachsprache Long Covid (Langes Covid-19) genannt werden. imago images/epd Karl Lauterbach

Die Europäische Fußball-Union (UEFA) will am 19. April entscheiden, ob die auf dieses Jahr verlegte Europameisterschaft wie geplant in zwölf Ländern gespielt werden kann. Als deutscher Ausrichter ist München vorgesehen. Kernpunkt ist die Zulassung von Zuschauern, die acht EM-Städte bereits zugesichert haben. München muss bei seinem Konzept in diesem Punkt nach Willen der UEFA noch nachbessern.

Aerosolforscher warnen Politik vor symbolischen Corona-Maßnahmen

06.48 Uhr: Führende Aerosolforscher aus Deutschland fordern von der Politik einen Kurswechsel bei den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Seuche. "Wenn wir die Pandemie in den Griff bekommen wollen, müssen wir die Menschen sensibilisieren, dass DRINNEN die Gefahr lauert", heißt es in einem Brief an die Bundesregierung und an die Landesregierungen, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Es gilt als sicher, dass sich das Coronavirus vor allem über Luft verbreitet.

"Leider werden bis heute wesentliche Erkenntnisse unserer Forschungsarbeit nicht in praktisches Handeln übersetzt", kritisieren die Verfasser. In Wohnungen, Büros, Klassenräumen, Wohnanlagen und Betreuungseinrichtungen müssten Maßnahmen ergriffen werden. In Innenräumen finde auch dann eine Ansteckung statt, wenn man sich nicht direkt mit jemandem trifft, sich aber ein Infektiöser vorher in einem schlecht belüfteten Raum aufgehalten hat, warnen sie. Debatten über das Flanieren auf Flusspromenaden, den Aufenthalt in Biergärten, das Joggen oder Radfahren seien hingegen kontraproduktiv.

Maßnahmen wie die Maskenpflicht beim Joggen an Alster und Elbe in Hamburg etwa seien eher symbolischer Natur und ließen "keinen nennenswerten Einfluss auf das Infektionsgeschehen erwarten", schreiben die Experten. Sars-CoV-2-Erreger würden fast ausnahmslos in Innenräumen übertragen. Im Freien sei das äußerst selten, im Promille-Bereich. Hierauf sollten die begrenzten Ressourcen nicht verschwendet werden, heißt es in dem Brief. Auch würden im Freien nie größere Gruppen – sogenannte Cluster – infiziert, wie das in Innenräumen etwa in Heimen, Schulen, Veranstaltungen, Chorproben oder Busfahrten zu beobachten sei.

Auch die Ausgangssperren versprechen aus Sicht der Wissenschaftler mehr als sie halten können. "Die heimlichen Treffen in Innenräumen werden damit nicht verhindert, sondern lediglich die Motivation erhöht, sich den staatlichen Anordnungen noch mehr zu entziehen", schreiben sie. "In der Fußgängerzone eine Maske zu tragen, um anschließend im eigenen Wohnzimmer eine Kaffeetafel ohne Maske zu veranstalten, ist nicht das, was wir als Experten unter Infektionsvermeidung verstehen." Mit Ausgangsbeschränkungen will die Politik verhindern, dass sich Menschen zeitweise überhaupt treffen.

Stattdessen empfehlen die Autoren mehrere Maßnahmen wie Treffen in Innenräumen so kurz wie möglich zu gestalten, mit häufigem Stoß- oder Querlüften Bedingungen wie im Freien zu schaffen, effektive Masken in Innenräumen zu tragen sowie Raumluftreiniger und Filter überall dort zu installieren, wo Menschen sich länger in geschlossenen Räumen aufhalten müssen – etwa in Pflegeheimen, Büros und Schulen.

"Die Kombination dieser Maßnahmen führt zum Erfolg", heißt es weiter. "Wird das entsprechend kommuniziert, gewinnen damit die Menschen in dieser schweren Zeit zugleich ein Stück ihrer Bewegungsfreiheit zurück." Zu den Unterzeichnern zählen der Präsident der Gesellschaft für Aerosolforschung, Christof Asbach, Generalsekretärin Birgit Wehner und der frühere Präsident der Internationalen Gesellschaft für Aerosole in der Medizin, Gerhard Scheuch. Rolf Vennenbernd/dpa Christof Asbach, Präsident der Gesellschaft für Aerosolforschung

Land ordnet ab Dienstag Corona-"Notbremse" in Düsseldorf an

06.20 Uhr: Nordrhein-Westfalen hat für Düsseldorf ab Dienstag die Corona-"Notbremse" angeordnet, da die Sieben-Tage-Inzidenz dort den dritten Tag in Folge über 100 liegt. Ab dem 13. April sind damit nur Kontakte zwischen einem Hausstand und maximal einer weiteren Person erlaubt, wie das Gesundheitsministerium am Sonntagabend mitteilte. Kinder bis einschließlich 14 Jahren würden nicht mitgerechnet.

Körpernahe Dienstleistungen, bei denen der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, seien wieder unzulässig, hieß es weiter. Dazu gehören etwa Nagelstudios und Massagesalons. Zulässig blieben medizinisch erforderliche Dienstleistungen sowie Friseurdienstleistungen, Fußpflege und Personenbeförderung. Der Besuch von Museen, Kunstausstellungen sei ab Dienstag wieder untersagt.

In der Landeshauptstadt lag die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz am Sonntag laut Robert Koch-Institut (RKI) bei 109,3. Am Freitag war die 100er Marke erstmals überschritten worden.

Theoretisch hat die Kommune jetzt noch eine Test-Option. Die Nutzung etwa der Museen könnte mit einem tagesaktuell bestätigten Schnelltest mit negativem Ergebnis zulässig bleiben, erläuterte ein Ministeriumssprecher. Das müsste die Kommune dann allerdings per Allgemeinverfügung im Einvernehmen mit dem nordrhein-westfälischen Gesundheitsministerium anordnen.

Wie es konkret weiter geht, soll laut Stadt am Montagnachmittag im Krisenstab beraten werden – erst dahin habe man ein aktuelles Lagebild. Laut Allgemeinverfügung des Gesundheitsministeriums sind neben Düsseldorf bereits 43 Städte oder Kreise von der Notbremse betroffen. Jonas Güttler/dpa

RKI-Zahlen: Mehr als 13.000 Corona-Neuinfektionen – 7-Tage-Inzidenz jetzt bei 136,4

06.12 Uhr: Die Zahl der insgesamt in Deutschland gemeldeten Corona-Infektionen ist auf über drei Millionen gestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montag haben sich nachweislich 3.011.513 Menschen in Deutschland mit dem Virus infiziert. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die erste bestätigte Infektion wurde am 27. Januar 2020 bekannt gegeben. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.683.900 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 78.452. Nicolas Armer/dpa Nach Angaben des Robert Koch-Instituts haben sich nachweislich 3.011.513 Menschen in Deutschland mit dem Virus infiziert.

Binnen eines Tages wurden 13.245 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 99 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI von Montaggmorgen hervor. Am Montag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Zudem könnten die Zahlen wegen der Schulferien noch nicht vergleichbar mit früheren Werten sein. RKI-Präsident Lothar Wieler rechnete ab Mitte dieser Woche wieder mit verlässlicheren Daten zur Pandemie. Vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 8497 Neuinfektionen und 50 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Montagmorgen bundesweit bei 136,4. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.07 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

Am Vortag gab das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 129,2 an, vor einer Woche lag sie bei 128. Der Inzidenzwert ist momentan noch mit Vorsicht zu genießen und dürfte wegen weniger Tests und Meldungen über Ostern zu niedrig ausfallen. Das RKI erwartet, dass der Wert im Laufe der kommenden Woche wieder belastbar sein wird.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntag bei 1,08 (Vortag: 1,02). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 108 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert sei weiter gestiegen, schreibt das RKI. Die in den Tagen nach Ostern beobachtete Absenkung des Werts könnte an der vorübergehend geringeren Testzahl gelegen haben. Auch der R-Wert kann nach RKI-Angaben erst in einigen Tagen wieder aussagekräftig bewertet werden.

"Niedriger Schutz" chinesischer Vakzine: Jetzt dementiert chinesischer Gesundheitsbeamter seine Aussagen

Montag, 12. April, 06.00 Uhr: Äußerungen eines hohen Gesundheitsbeamten Chinas haben Wirbel um die Wirksamkeit chinesischer Impfstoffe ausgelöst. Der Direktor des chinesischen Zentrums zur Prävention und Kontrolle von Krankheiten (CDC), Gao Fu, trat umgehend dem Eindruck entgegen, er habe erstmals eingestanden, dass chinesische Vakzine einen niedrigen Schutz böten. "Es war ein komplettes Missverständnis", sagte Gao Fu der Zeitung "Global Times" (Montagausgabe).

Er habe vielmehr eine "wissenschaftliche Vision" vorgelegt, dass eine Anpassung der Impfabfolge oder die Vergabe verschiedener Vakzine nacheinander auch Optionen sein könnten, den Schutz zu verstärken. "Wie ihre Wirksamkeit verbessert werden kann, muss von allen Wissenschaftlern in der Welt in Erwägung gezogen werden", betonte Gao Fu in dem Blatt, das vom kommunistischen Parteiorgan "Volkszeitung" herausgegeben wird und als englischsprachiges Sprachrohr dient.

Seine Äußerungen auf einer Konferenz am Samstag in Chengdu hatten viele Reaktionen ausgelöst, weil über chinesische Impfstoffe weniger Daten vorliegen als über westliche Vakzine. Unter dem Punkt "Wege zur Lösung des nicht hohen Schutzes vorliegender Impfstoffe" hatte Gao Fu nach Angaben der Zeitung "The Paper" (Pengpai Xinwen) gesagt: "Es ist auch notwendig, Wege zu prüfen, wie der niedrige Schutz bestehender Vakzine angegangen werden kann."

Über drei Millionen Corona-Infektionen in Deutschland – Intensivzahlen schnellen weiter in die Höhe

20.30 Uhr: Die Gesundheitsämter der Bundesländer haben am Sonntag binnen 24 Stunden 16.907 Corona-Neuinfektionen gemeldet, wie aus einer Auswertung von FOCUS Online hervorgeht. Damit lag die Zahl der neu gemeldeten Fälle um fast 6000 höher als Ostersonntag, als die Länder 11.010 neue Corona-Fälle übermittelt hatten. Zudem überschritt die Zahl der gemeldeten Corona-Infektionen drei Millionen und liegt bei 3.006.304.

Am Sonntag wurden aus den Ländern laut der Auswertung von FOCUS Online zudem 86 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Das ist im Wochentagsvergleich mehr: Vor einer Woche lag diese Zahl noch bei 62 Todesfällen. Damit sind seit Beginn der Pandemie in Deutschland 78.414 Menschen an oder mit dem Coronavirus gestorben.

Zahl bestätigter Coronavirus-Fälle in Deutschland steigt auf 3.006.304, 78.414 Todesfälle

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg 388.308 (+1549), 8927 Todesfälle (+15)
  • Bayern 528.812 (+2913), 13.497 Todesfälle (+15)
  • Berlin 153.455 (+493), 3123 Todesfälle (+0)
  • Brandenburg 93.024 (+450), 3369 Todesfälle (+2)
  • Bremen 22.362 (+119), 421 Todesfälle (+0)
  • Hamburg 65.617 (+340), 1411 Todesfälle (+2)
  • Hessen 233.184 (+1605), 6481 Todesfälle (+8)
  • Mecklenburg-Vorpommern 33.850 (+180), 907 Todesfälle (+4)
  • Niedersachsen 211.239 (+1600), 5017 Todesfälle (+6)
  • Nordrhein-Westfalen 647.548 (+4326), 14.575 Todesfälle (+16)
  • Rheinland-Pfalz 124.088 (+726), 3398 Todesfälle (+4)
  • Saarland 33.614 (+66), 947 Todesfälle (+0)
  • Sachsen 235.730 (+1039), 8553 Todesfälle (+3)
  • Sachsen-Anhalt 79.428 (+528), 2862 Todesfälle (+3)
  • Schleswig-Holstein 53.129 (+149), 1461 Todesfälle (+1)
  • Thüringen 102.916 (+824), 3465 Todesfälle (+7)

Gesamtstand (11.04.2021, 20.18 Uhr): 3.006.304 Fälle (+16.907), 78.414 Todesfälle (+86)

Vortag (10.04.2021, 20.33 Uhr): 2.989.397 Fälle (+21.742), 78.328 Todesfälle (+160)

Die Zahl der Genesenen liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei ca. 2.671.200 (+9600). Die Zahl der aktiven Fälle liegt somit bei etwa 256.690.

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl (7-Tage-R-Wert): 1,08 (Vortag: 1,02)

Zahl der Intensivbetten laut DIVI-Intensivregister, die von Covid-19-Patienten belegt werden: 4.576 (+51)

Zahl der aktuell invasiv beatmeten Covid-19-Patienten: 2603 (+57)

Anzahl Geimpfter (und Impfquote) laut RKI (Stand 10.04): 12.670.288 Menschen haben bereits eine Erstimpfung erhalten (15,2 Prozent) und 4.910.308 Menschen eine Zweitimpfung (5,9 Prozent)

Anteil positiver Coronatests: 11 Prozent (Vortag: 11 Prozent)

Große Sorgen bereitet weiterhin die Entwicklung auf den Intensivstationen. Die Zahl der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen steigt weiter an und lag nach Angaben des DIVI-Intensivregisters am Samstag bei 4576 (+51 im Vergleich zum Vortag). Davon mussten 2603 Patienten invasiv beatmet werden, ganze 57 mehr als einen Tag zuvor.

Der R-Wert stieg außerdem weiter an und entfernt sich weiter von der kritische Marke von 1. Am Sonntag lag dieser laut RKI bei 1,08. Vor drei Tagen hatte dieser Wert noch bei 0,8 gelegen. Das war aber wohl auch durch die Osterfeiertage bedingt, die nun langsam aus dem 7-Tage-Wert fallen.

Sehen Sie hier die Inzidenzen im Überblick:  
 
 

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