Gesundheit

Pharmaverbände läuten die Alarmglocken nach Brexit-Beschluss

Das britische Unterhaus hat den von PremierministerinTheresa May vorgelegten Brexit-Plan am gestrigen Dienstagabend abgelehnt. Nebeneiner britischen Regierungskrise droht somit ein „harter“, alsoungeordneter, Brexit. Auch auf den Arzneimittelsektor könnte ein solcherunvorbereiteter Austritt des Königreichs aus der EU verheerende Folgen haben.Pharmaverbände warnen unter anderem vor Lieferengpässen.

Das Schreckensszenario eines ungeregelten Brexits zum angepeilten Austrittsdatum am 29. März ist wahrscheinlicher geworden: Am Dienstagabend hat das britische Parlament deutlich gegen den vorgeschlagenen Deal von Premierministerin Theresa May mit der EU gestimmt. 432 Abgeordnete sprachen sich gegen die May-Lösung aus, nur 202 Parlamentarier standen hinter ihr. Im Anschluss an die Abstimmung brachte Oppositionsführer Jeremy Corbyn sogar noch ein Misstrauensvotum ein, über das das „House of Commons“ am heutigen Mittwoch abstimmen will. May führt eine Minderheitsregierung und ist auf die Mithilfe weiterer kleiner Parteien angewiesen.

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Schon im Vorfeld der Abstimmung hatten die Pharmaverbände inEuropa immer wieder auf die Gefahren einesNo-Deal-Brexits hingewiesen. Schon am gestrigen Dienstagabend teilte der europäische Verband EFPIA mit, dass man mit „unmittelbaren, sehr realen und spürbaren“Bedrohungen der Patientensicherheit rechne. Der Verband rief die Politik jetztdazu auf, eine Reihe von Not-Maßnahmen zu ergreifen, damit die Arzneimittelversorgunggewährleistet bleibe. Dazu gehören:

  • Arzneimittelstudien und -tests, die aus demVereinigten Königreich stammen, sollen weiterhin anerkannt bleiben.
  • Hersteller aus dem Königreich sollen weiterhinZugriff auf Plattformen haben, auf denen wichtige wissenschaftliche Datengeteilt werden.
  • Die Diskussion und Abstimmung mit europäischenBehörden über Kontingentierungspläne für Arzneimittel sollen weitergehen können.
  • Arzneimittel und Materialien, die in klinischenStudien verwendet werden, sollen von neuen Zollkontrollen ausgenommen werden.Auch für den Handel mit Roh- und Wirkstoffen soll das geprüft werden.
  • Bürokratischer Briefverkehr über die Ein- undAusfuhr von Arzneimitteln soll schon vorab und nicht erst an der Grenzeerfolgen können.

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