Gesundheit

RKI meldet so viele Covid-19-Tote wie nie zuvor – beim bisher niedrigsten R-Wert

Wie viele Coronavirus-Neuinfektionen meldet das RKI heute? Wie viele Fälle sind noch aktiv, wie viele Menschen genesen oder gestorben? Wie viele andere steckt ein Infizierter im Durchschnitt an? FOCUS Online liefert Ihnen die wichtigsten Daten zur Entwicklung der Covid-19-Pandemie in Deutschland am Mittwoch.

Mittwoch, 30. Dezember: Die Covid-19-Lage am Morgen

1. Neuinfektionen

Gegen Jahresende liegt die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland auf einem etwas niedrigeren Niveau wie vor Weihnachten. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet am Mittwochmorgen insgesamt 22.459 neue Corona-Fälle innerhalb eines Tages. Vor genau einer Woche waren 24.740  Neuinfektionen binnen eines Tages registriert worden.

Die Daten müssen jedoch mit Vorsicht interpretiert werden. Das verdeutlicht ein Warnhinweis, der in den aktuellen Lageberichten des RKI zu lesen ist: "Während der Weihnachtsfeiertage, zum Jahreswechsel und an den umgebenden Tagen ist bei der Interpretation der Fallzahlen zu beachten, dass zum einen meist weniger Personen einen Arzt aufsuchen, dadurch werden weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt. Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet werden. Zum anderen kann es sein, dass nicht alle Gesundheitsämter und zuständigen Landesbehörden an allen Tagen an das RKI übermitteln."

Das bedeutet: Die Corona-Neuinfektionsrate liegt aktuell möglicherweise also höher als vom Institut ausgewiesen. Insgesamt sind in Deutschland laut RKI seit Beginn der Pandemie bislang 1.687.185 Covid-19-Fälle bekannt.

RKI/FOL/Datawrapper  

2. Tote, Genesene, aktive Fälle

Die Zahl der in Deutschland mit oder an dem Coronavirus gestorbenen Menschen hat sich auf 32.107 erhöht, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Mittwochmorgen bekannt gab. Die Gesundheitsämter meldeten binnen 24 Stunden 1129 weitere Todesfälle so viele wie nie zuvor. Zuletzt waren die Todeszahlen deutlich niedriger gewesen, was allerdings auch mit den verzögerten Meldungen über die Feiertage und den Sonntag zusammenhängen dürfte. Eine "Normalisierung" der Datenlage zeichnete sich bereits am Dienstag ab, als das RKI über 800 Covid-19-Tote registrierte. RKI/FOL/Datawrapper Das RKI hat erstmals über 1000 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 registriert.

Ferner stieg die Zahl der Genesenen auf 1.302.600, insgesamt gibt es aktuell rund 352.500 aktive Fälle in Deutschland. Das sind knapp 3400 weniger als am Vortag.

3. 7-Tage-Inzidenz

Die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz beträgt im Deutschlandschnitt nach Angaben des Instituts am Mittwochmorgen 141,3. Ihren bisherigen Höchststand hatte sie in der vergangenen Woche mit 197,6 erreicht. Natürlich muss auch hier berücksichtigt werden, dass diese Zahl womöglich ob des Weihnachts-Verzugs gesunken ist und derzeit nicht der reellen Lage entspricht.

Bei der 7-Tages-Inzidenz handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in diesem Zeitraum. Der Wert ist ein wesentlicher Maßstab für die Verhängung und Lockerung von Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Virus. Ziel der Bundesregierung ist es, die Inzidenz auf unter 50 zu drücken.

Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind aktuell enorm: Die 7-Tage-Inzidenz liegt laut RKI-Dashboard am Mittwochmorgen erneut in Sachsen mit 330 am höchsten. Im Vergleich zum Vortag (364,7) ist sie gesunken. Am zweitstärksten betroffen ist Thüringen mit einer Inzidenz von 255,1 (Vortag: 273,7). Auf Platz 3 folgt Sachsen-Anhalt mit einer Inzidenz von 156,7 (Vortag: 172,2 ). Den niedrigsten Wert verzeichnet aktuell Niedersachsen mit 79,6 (Vortag: 87,2).

RKI/FOL/Datawrapper In Sachsen ist die Lage weiterhin am dramatischsten, die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 330.  

Wie aus dem Lagebericht des RKI vom Dienstagabend hervorgeht, ist die Situation in Sachsen weiterhin am dramatischsten. In dem Bundesland liegt mit dem Vogtlandkreis Deutschlands Corona-Hotspot Nummer 1 – die Region verzeichnet mit einem Wert von 653,1 bundesweit die höchste Sieben-Tage-Inzidenz. Dicht darauf folgt die bayerische Stadt Coburg (535,6). Platz drei und vier im Landkreis-Ranking belegen der sächsische Landkreis Meißen (510,9) und der thüringische Kreis Altenburger Land (479,9).

Screenshot RKI  

4. R-Wert

Der R-Wert gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter in der Regel ansteckt. Der bundesweite Vier-Tage-RWert liegt laut RKI-Lagebericht vom Dienstag bei 0,54 – das ist der kleinste Wert, den das Institut seit Beginn der Pandemie ausgewiesen hat. Rechnerisch stecken derzeit also 100 Infizierte 54 weitere Menschen an.

Zwar geht man ab einem Wert von 0,7 oder niedriger davon aus, dass das Infektionsgeschehen kontrollierbarer wird. Zu groß sollte die Freude über den geringen Score trotzdem nicht sein: Das weihnachtliche Test- und Meldedefizit dürfte sich auch auf den R-Wert ausgewirkt haben. RKI/FOL/Datawrapper

Das 7-Tage-R, das weniger Schwankungen ausgesetzt ist, lag am Dienstagabend bei 0,67. Das ist ein etwas niedrigerer Wert als am Vortag (0,74).

5. Intensivbettenbelegung in Deutschland

Das Divi-Intensivregister meldet 5625 Covid-19-Patienten in Intensivbetten (Stand Mittwoch). Von den 5625 Patienten sind 3063 an Beatmungsgeräte angeschlossen, das sind rund 54 Prozent der Covid-Intensivpatienten. Divi Screenshot

Insgesamt sind laut Intensivregister aktuell 20.235 Intensivbetten belegt und 3754 Betten frei – das entspricht einer Auslastung von rund 84 Prozent.

Hinweis: Zahlen können aufgrund von Meldeverzug von den tatsächlichen Zahlen abweichen.

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