Gesundheit

Rx schwächelt – Zur Rose hofft aufs E-Rezept

Die Schweizer Zur Rose Group hat den Umsatz im abgelaufenen Jahr 2021 erneut gesteigert und dabei die Marke von zwei Milliarden Schweizer Franken überschritten. Auch in Deutschland legte das Geschäft zu. Wachstumstreiber waren erneut rezeptfreie Medikamente und Gesundheitsprodukte, während das Geschäft mit Rx-Arzneimitteln nachgab. Der Konzern rechnet 2022 mit der Einführung des E-Rezeptes und damit mittelfristig auf eine Belebung der Rx-Verkäufe. Außerdem will man mit DocMorris Express die taggleiche Belieferung durch die Zusammenarbeit mit Partnerapotheken weiter ausbauen.

Der Schweizer Versandhändler Zur Rose Group, zu der auch die Online-Tochter DocMorris gehört, ist im Geschäftsjahr 2021 nach bislang noch ungeprüften Zahlen einmal mehr gewachsen und erwirtschaftete in einem nach eigenen Angaben „volatilen Marktumfeld“ einen Umsatz von erstmals mehr als zwei Milliarden Franken – konkret: 2,034 Milliarden Franken (rund 1,95 Milliarden Euro). 

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Wie das Unternehmen mitteilte, entspricht dies einem Plus von 15,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr, als der Erlös noch bei 1,762 Milliarden Franken lag. Die Zahl der aktiven Kunden, eine wichtige Kennziffer des auf Reichweite und Größe ausgerichteten Handelsunternehmens, stieg in derselben Periode um 18 Prozent auf 12,4 Millionen.

Wachstum in Deutschland, aber Rückgang im vierten Quartal 

Auch in Deutschland, dem größten Markt von Zur Rose, legte der Umsatz zu. Hier verzeichnete das Unternehmen ein Plus von 20,4 Prozent auf 1,33 Milliarden Franken. In lokaler Währung, also Euro, lag der Zuwachs bei 19,4 Prozent. Laut Zur Rose ist die Zunahme hauptsächlich auf das Onlinegeschäft mit rezeptfreien Medikamenten und Gesundheitsprodukten zurückzuführen, das „den leichten Umsatzrückgang von verschreibungspflichtigen Medikamenten“ überkompensierte.

Möglicher Datenklau bei Online-Shop 

Kurz vor Veröffentlichung der Umsatzzahlen teilte die Gruppe mit, dass möglicherweise Kundendaten des Online-Shops zurrose-shop.ch entwendet worden seien. Diese Daten seien offenbar im Netz angeboten worden. Der Online-Shop bietet frei verkäufliche Kosmetik- und Körperpflegeprodukte an. Nach Angaben von Zur Rose steht aktuell steht noch nicht fest, ob die Daten tatsächlich entwendet wurden und ob es sich dabei um echte Kundendaten handelt. Datenexperten arbeiteten mit den Behörden zur Klärung des Vorfalls zusammen.

Die Zahlen zeigen allerdings, dass das Umsatzwachstum sowohl im Konzern als auch in Deutschland insbesondere im vierten Quartal deutlich nachließ. Im ersten Halbjahr hatte Zur Rose noch von Übernahmen profitiert. Die Gruppe musste vor allem im Schlussquartal ohne den akquisitorischen Effekt aus dem Kauf der Versand- und Diabetes-Aktivitäten der Onlineapotheke Apotal auskommen, die seit Mitte August 2020 konsolidiert werde, wie es in der Mitteilung heißt. Im Laufe des Jahres 2021 hatte Zur Rose seine eigenen Wachstumsprognosen von einst 20 Prozent auf 15 Prozent zurückgenommen.

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