Gesundheit

Studierende fordern COVID-19-Impfungen in Apotheken

Der Bundesverband der Pharmaziestudierenden in Deutschland (BPhD) fordert die Bundesregierung dazu auf, den Weg für Impfungen gegen COVID-19 in Apotheken freizumachen. Zuvor hatte die ABDA betont, dass Apotheken hierzulande bereitstehen, Corona-Impfungen durchzuführen, sollten die Kapazitäten der Impfzentren und Arztpraxen erschöpft sein.

Apotheken stehen hierzulande bereit, Corona-Impfungen durchzuführen. Das teilte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) am vergangenen Donnerstag mit. Apotheken vor Ort würden gern zur Pandemiebewältigung beitragen, sollten die Kapazitäten von Arztpraxen und Impfzentren erschöpft sein. Der Bundesverband der Pharmaziestudierenden in Deutschland (BPhD) unterstützt diese Position. In einer heute veröffentlichten Pressemitteilung fordert er den Gesetzgeber auf, zeitnah die Rechtsgrundlage dafür zu schaffen.

Bereits im November erinnerte der BPhD an die Möglichkeit, auch Apotheker:innen vor Ort impfen zu lassen, wenn genügend Dosen bereitstehen. Nachdem im Jahr 2020 in Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und im Saarland Modellprojekte zur Grippeschutzimpfung in Apotheken gestartet waren, stehen schon jetzt erste Approbierte bereit, die eine neunstündige Impfschulung absolviert haben.

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Die Pharmaziestudierenden führen an, dass in der Politik der Gedanke populär geworden sei, dass Apotheker:innen die Impfaktion durch die Immunisierung selbst unterstützen können. „Auch in Apotheken sollte geimpft werden. Es darf kein Impfstoff liegen bleiben, und vor Ort muss es schnell gehen“, sagte beispielsweise Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vergangene Woche gegenüber der „Welt“.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hingegen äußerte, dass er für die Impfung in Apotheken bislang keinen Bedarf sieht. Er befürwortet, dass Ärzt:innen die Impfung begleiten, wenn es um die Anamnesestellung geht und darum, mögliche Vorerkrankungen einzuschätzen. Außerdem seien nach wie vor die Impfstoffmengen das Nadelöhr. Doch der Minister rechnet damit, dass immer mehr Dosen verfügbar sein werden. Und falls irgendwann Mediziner:innen nicht mehr alle Dosen verimpfen könnten, so Spahn, müsse man schauen, „ob und in welchen Bereichen wir vorübergehend anderen heilkundlichen Berufen das Impfen möglich machen“.

Apotheker sollen digitalen Impfpass pflegen

Die ABDA sprach sich am vergangenen Donnerstag neben der Impfung in Apotheken auch für die Möglichkeit aus, dass Apothekenpersonal Geimpften digitale Impfausweise ausstellen können. Für die Idee schlug das Corona-Kabinett gestern nach Informationen des „Tagesspiegel Background“ eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes vor. Wenn der digitale Impfpass ab Juni verfügbar sein wird, können vollständig Geimpfte ihren gelben Impfpass in der Apotheke vorlegen. Diese könnte den digitalen Impfpass aktivieren und vor Ort den QR-Code ausdrucken, der zum Abruf nötig ist. In der vergangenen Woche hatte das Bundeskabinett über eine ähnliche Vorlage aus dem Bundesgesundheitsministerium keinen Beschluss gefasst, weil hier offenbar noch Diskussionsbedarf bestand.

Zu Beginn ist mit der Pflege des digitalen Impfnachweises mehr Bürokratie verbunden. Dies hatten Hausärzteverbände in den vergangenen Tagen kritisiert. Gegenüber dem „Tagesspiegel“ sagte der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, dass Hausarztpraxen nicht „das elektronische Passamt der Republik“ seien.

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