Gesundheit

Warum auch frisch gewaschene Handtücher Brutkästen für Bakterien sind

Wie häufig wechseln Sie Ihre Handtücher? Vermutlich viel zu selten, denn Handtücher sind weitaus schmutziger, als man denkt. Das Problem sind dabei nicht die sichtbaren Schmutzspuren, sondern unsichtbare Bakterien. Sie werden im Handtuch wie in einer Falle gesammelt. Vor der reinen Anzahl an Keimen muss allerdings niemand Angst haben. Der Körper ist darauf eingestellt in friedlicher Koexistenz mit einer Unzahl von Mikroben zu leben. 

Gefährlich wird es in WC und Badezimmer, weil dort die Hände in Berührung mit Fäkalien kommen. So werden Kolibakterien und Salmonellen auf die Handtücher gebracht. Escherichia Coli gehört zu den häufigsten Verursachern von Infektionskrankheiten. Im dunklen, feucht-warmen Milieu des Badezimmers vermehren sich die Keime dann prächtig weiter.

Charles Gerba, ein Mikrobiologe an der Universität von Arizona, wies in einer Studie nach, dass fast 90 Prozent der Handtücher mit coliformen Bakterien belastet sind und etwa 14 Prozent sogar mit Escherichia Coli. Die meisten Menschen waschen sich die Hände nicht so gründlich, dass es zu einer desinfizierenden Wirkung kommt. Die Bakterien überleben und werden mit der restlichen Feuchtigkeit in das Handtuch gerieben. „Wenn man sich nach zwei Tagen in dem Handtuch abtrocknet, bekommt man wahrscheinlich mehr Escherichia-Coli-Bakterien ins Gesicht, als wenn man den Kopf in die Toilette steckt“, sagte Charles Gerba der „Time“.

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Zwei Tage sind genug

Sein Rat: häufiges und gründliches Waschen. Handtücher in Küchen und Badezimmer sollten nach etwa zwei Tagen gewechselt und gewaschen werden. Vor allem dann, wenn kleine Kinder im Haushalt leben. Beginnen die Handtücher zu riechen, hängen sie definitiv schon zu lange.  Auch der Mikrobiologe Philip Tierno von der New Yorker „School of Medicine“ sagt: „Ein Badetuch sollte man höchstens drei Mal benutzten.“ Und das auch nur, wenn es zwischendurch komplett getrocknet wird. Denn: „Ein feuchtes Handtuch fängt an zu leben.“

Bakterien mögen es nicht, wenn das Handtuch zwischendurch trocknet. Wer einen beheizten Handtuchhalter besitzt, ist auf der sicheren Seite. Auf jeden Fall sollte man Handtüchern die Möglichkeit zum Trocknen geben und sie ausgebreitet und nicht zusammengeknüllt aufhängen.

Nur echte 60 Grad helfen

Eine ganz normale Wäsche reicht zur Reinigung nicht aus. Eine Waschtemperatur von 30 oder 40 Grad macht den Bakterien kaum etwas aus. Man sollte auch daran denken, dass die meisten Maschinen aus Gründen des Stromverbrauchs tatsächlich mit geringerer Temperatur waschen, als auf dem Programm steht. Die Stiftung Warentest wies schon vor Jahren nach, wie die Hersteller tricksen. Statt der eingestellten 60 Grad waschen sie nur mit 50 oder 45 Grad. Im Test erreicht keine von 14 Maschinen tatsächlich 60 Grad. „Echte“ 60 Grad sollten es für Handtücher und Unterwäsche schon sein. Der Schnellwaschgang arbeitet meist tatsächlich mit der angegebenen Temperatur. Kochwaschgang und desinfizierende Waschmittel wirken stärker, sind im Alltag allerdings nicht nötig. Man sollte das angehängte Handtuch auch nicht allzu lange in der Schmutzwäsche liegen lassen, denn auch dort gedeihen die Keime weiter.

Kein Handtücher-Sharing

Auch bei einem belasteten Handtuch wird es nicht sofort zu einer Infektion kommen. Doch wer regelmäßig „reife“ Handtücher benutzt, wird sie irgendwann auch dann benutzen, wenn er kleine Verletzungen oder Hautabschürfungen an der Hand hat. Und dann steigt die Infektionsgefahr. Und natürlich steigt die Gefahr auch, wenn man mit den Keimen anderer Menschen in Berührung kommt. Ein Ein-Personen-Haushalt ist geschützter, als eine Wohnung in der verschiedene Personen, die Handtücher benutzen. Vor dem Handtücher-Sharing warnt Hygiene-Professor Philip Tierno eindringlich: „Wenn das Handtuch mit anderen geteilt wird, kommt man auch in Kontakt mit Organismen, die der Körper nicht verträgt. Davon kann man Furunkel, Pickel oder sogar Infektionen bekommen.“

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