Gesundheit

Was bekommen Schweizer Apotheker für Beratungs- und Sonderleistungen?

Inder Schweiz gelten die bestehenden Tarifverträge über die Abgeltung derApotheker im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) bis zum31. Dezember 2021 fort. Die Tarifpartner hatten keine Änderungen gewünscht. DasHonorar für den Polymedikations-Check wird allerdings gestrichen. DAZ.onlinehat dies zum Anlass genommen, sich die Vergütungen der Schweizer Apotheker fürBeratungs- und Sonderleistungen genauer anzuschauen.

Inder Schweiz werden die Leistungserbringer im Rahmen der obligatorischenKrankenversicherung auf der Grundlage von Tarifverträgen bezahlt. Seit dem Jahr2001 regelt der Tarifvertrag Leistungsorientierte Abgeltung (LOA) zwischendem Apothekerverband pharmaSuisse und dem Verband der Krankenversicherer santésuisse die Vergütung derLeistungen des Apothekers im Zusammenhang mit der Abgabe erstattungsfähigerMedikamente. Die LOA soll bewirken, dass die Apotheker hierfür weitgehend unabhängigvon dem Preis eines Arzneimittels honoriert werden.  

Tarifpartnersahen keinen Änderungsbedarf

ImSeptember 2015 wurde die Abgeltung der Apotheker in zwei verschiedenenVerträgen (LOA IV/1) neu geregelt. Sie sind seit dem 1. Januar 2016 in Kraft undgalten bis Ende Juni 2019. Der Bundesrat hat die Verlängerung der beidenVerträge Ende Juni bis zum 31. Dezember 2021 genehmigt, nachdem die Tarifpartnerdiese in unveränderter Form zur Verlängerung vorgelegt hatten.

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Wassteht drin zur Vergütung von Beratungs- und Sonderleistungen?

DerTarifvertrag LOA IV/1 regeltdie Vergütung der Apothekerleistungen durch die Versicherer im Bereich desKrankenversicherungsgesetzes (KVG), inklusive der Tarif-, Abrechnungs- undMonitoringmodalitäten. In einem Anhang enthält der Tarifvertrag außerdem den „Tarifstrukturvertrag“.

Diesergibt Aufschluss darüber, welche Beratungs-, Betreuungs- und Sonderleistungenmit wie vielen Taxpunkten bzw. Pauschalen abgegolten werden. Außerdem wird dortbeschrieben, wie die jeweiligen Leistungen erbracht werden müssen. DerTaxpunktwert selbst wird im Tarifvertrag festgelegt. Er liegt derzeit und auchfür die anstehende Laufzeit des Vertrags bei 1.05 Schweizer Franken zuzüglichMehrwertsteuer.

Beispielefür die Honorierung von Apotheker-Leistungen gemäß LOA IV/1:

Bezugscheck

(Eröffnung und Führung eines Patientendossiers)

nur einmal pro Patient, pro Tag und proLeistungserbringer

Medikamenten-Check

(Rezeptüberprüfung, Zulässigkeitsüberprüfung beiWiederholung, Überprüfung der Dosierung, Interaktionskontrolle innerhalb desRezeptes, Kontrolle von Risikofaktoren und Kontraindikationen, ggf.Kontaktnahme zum verordnenden Arzt, Missbrauchskontrolle, Beratung desPatienten),

pro verordnetem Arzneimittel

Polymedikationscheck

mindestens vier unterschiedliche Arzneimittel mitsystemischer Wirkung gleichzeitig über mindestens 3 Monate, maximal zweimaljährlich (seit 1. Juli 2019 nicht mehr vergütet)

Einnahmekontrolle

Einnahme in der Apotheke, muss auf Rezept verordnetsein

Wochen-Dosiersystem

Sofern ärztlich verordnet, mindestens dreiunterschiedliche Arzneimittel gleichzeitig in einer Woche, maximal ein Malpro Woche

Substitution (Generika)

bei Preisunterschieden, die kleiner als 50 Taxpunktesind, keine Pauschale, sondern „Einsparungsanteil“ in Höhe von 40 Prozent derPreisdifferenz

Notfalldienst

(Belieferung eines Rezepts im Notdienst)

Polymedikationscheckwird nicht mehr vergütet

DerPolymedikationscheck ist in den Schweizer Apotheken offensichtlich keinErfolgsmodell. Jedenfalls hat der Schweizer Bundesrat bei der Genehmigung derVertragsverlängerung die Tarifposition „Polymedikations-Check“ (PMC) aus dem Tarifstrukturvertragausgeschlossen. Die Leistung war im Jahr 2010 eingeführt worden. Bis heute habenicht nachgewiesen werden können, dass sie den Kriterien der Wirksamkeit, Zweckmäßigkeitund Wirtschaftlichkeit entspreche, die für eine Vergütung im Rahmen des KVGerfüllt sein müsse, meint der Bundesrat.

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