Gesundheit

Was Sie zur Kostenerstattung wissen müssen

Man kann ihr Klopfen bereits hören: Die Telematikinfrastruktur (TI) begehrt Einlass. Denn schon bald müssen alle Apotheken an sie angeschlossen sein. Das kostet natürlich. Was bekommen Sie von der gesetzlichen Krankenversicherung erstattet – und was müssen Sie dafür tun? 

Laut „Digitale-Versorgung-Gesetz müssen Apotheken bis zum 30. September 2020 an die TI angeschlossen sein. Anders aber als für Ärzte, die sich nicht an die ihnen vorgegebenen Termine halten, sieht § 291 Sozialgesetzbuch (SGB) V keine Sanktionen für Apotheken vor, die bis dahin noch nicht startklar sind.

Welche Kosten werden erstattet?

Was genau sich hinter der TI verbirgt, und welche Komponenten Sie dafür benötigen, können Sie im AWA 21/2018 (Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker) nachlesen. Da die Finanzierung bis vor Kurzem noch nicht geregelt war, hieß es zunächst, Apotheken sollten sich damit gedulden, die Hardware zu bestellen. Nun aber hat der Deutsche Apothekerverband (DAV) grünes Licht gegeben. Denn mit dem GKV-Spitzenverband hat man eine TI-Finanzierungs- und -Erstattungsvereinbarung getroffen. Diese gilt laut Landesapothekerkammer (LAK) Baden-Württemberg (BW) zunächst für die Fachanwendung „elektronischer Medikationsplan/Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS)“. Für weitere Anwendungen, wie das E-Rezept, seien erneute Verhandlungen nötig.

Tabelle 1: Welche Beträge den Apotheken erstattet werden

Erstaus-stattungsbündel:

  • ein Konnektor inklusive darin verbauter, gerätespezifischer Security Module Card, Typ Konnektor (gSMC-K) 1
  • zwei stationäre Kartenterminals 
  • zwei Smartcards, Typ Kartenterminal (gSMC-KT) 2
  • Aufwandspauschale (u. a. für Installation, Schulung, installa- tionsbedingte Ausfallzeiten, sonstige Abwicklungsaufwände)
  • TI-Zugang mittels Virtual Private Network (VPN)
  • Betrieb des Konnektors (Wartung, Updates etc.)
  • Betrieb der Kartenterminals (Wartung, Updates etc.)

Welche Beträge Sie erstattet bekommen, sehen Sie in Tabelle 1. Dazu noch ein paar weitergehende Anmerkungen: 

  • Zum Ersten: Von der Vereinbarung sind bislang nur stationäre Terminals erfasst. DAV und GKV-Spitzenverband halten deren mobile Äquivalente allerdings auch für „grundsätzlich notwendige Komponenten“ und wollen weitere Verhandlungen aufnehmen, sobald mobile Terminals „für die gesetzlich geforderten Anwendungen auf dem Markt verfügbar sind“.
  • Zum Zweiten: Es wird nur ein elektronischer Heilberufsausweis (eHBA) pro Apothekeninhaber erstattet. Das gilt laut Nacht- und Notdienstfonds (NNF) des DAV auch dann, wenn dieser Inhaber mehrere Apotheken besitzt. Bei entsprechenden Verbünden werde die eHBA-Pauschale „für die jeweilige Hauptapotheke“ ausgezahlt.
  • Zum Dritten: Apotheken, die an Feldtests für Konnektoren mit dem Modul für die Fachanwendung „elektronischer Medikationsplan/AMTS“ teilnehmen, erhalten außerdem einmalig eine Herstellerförderpauschale von 10.000,00 € und eine Apothekenförderpauschale von 3.927,00 €.
  • Zum Vierten: Außer dieser Apothekenförderpauschale sind die Pauschalen „nach momentaner Einschätzung“ umsatzsteuerbefreit, so der NNF.

Am Rande: Die monatlichen Entgelte für die Karten, die mittlerweile bei einigen Kammern beantragt werden können, beziffert die LAK BW auf 

  • 7,48 € netto/8,90 € brutto (eHBA) und
  • 6,30 € netto/7,50 € brutto (Institutionsausweis).

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