Gesundheit

Weniger Rezepte im Pandemiejahr 2020

Die Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung für Arzneimittel sind im vergangenen Jahr um 6,6 Prozent auf 40,9 Milliarden Euro gestiegen. Gleichzeitig sind die Rezeptzahlen zurückgegangen. Auch wenn für 2020 noch keine Gesamtzahlen vorliegen, sind die Einsparungen der Krankenkassen bei den Rabattverträgen bereits rekordverdächtig, wie die ABDA heute mitteilte. Nach Berechnungen des Deutschen Apothekerverbandes lagen diese in den ersten neun Monaten bei 3,6 Milliarden Euro.  

Nach einer am heutigen Mittwoch veröffentlichen Presseinformation der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), sind die Arzneimittelausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) im Pandemiejahr um 6,6 Prozent auf 40,9 Milliarden Euro (inklusive Mehrwertsteuer) gestiegen. Dabei sind die Einsparungen der Krankenkassen durch Rabattverträge noch nicht berücksichtigt, da noch Zahlen für das Gesamtjahr fehlen. Dennoch zeigt sich eine Tendenz, denn die Einsparungen durch die vertraglich zwischen Kassen und Pharmaunternehmen vereinbarten Rabatte in den ersten neun Monaten 2020 seien „rekordverdächtig“, so die ABDA – sie lagen bei 3,6 Milliarden Euro. Das ergeben erste Berechnungen des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) auf der Grundlage der Abrechnungsergebnisse von Apothekenrechenzentren.

Mehr zum Thema

GKV-Ausgabenentwicklung im November 2020

Steigende Arzneimittelausgaben bei fallender Rezeptzahl

Während die GKV-Arzneimittelausgaben stiegen, sank im Jahr 2020 gleichzeitig die Zahl der eingelösten Rezepte um 3,3 Prozent auf 445 Millionen. Auch die Zahl der verordneten Medikamente nahm um 0,9 Prozent auf 712 Millionen Packungen ab. Die Rahmenvorgaben von Krankenkassen und Ärzten sahen für 2020 ein GKV-Ausgabenwachstum von 3,7 Prozent vor.

„Die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung war für die Apotheken im Corona-Jahr 2020 mit den Lieferengpässen und Lockdowns eine echte Herausforderung. Aber sie haben das sehr gut gemeistert“, sagt der DAV-Vorsitzende Thomas Dittrich. Das Jahr sei für Apotheken ausgesprochen unruhig gewesen. Auf Phasen mit stark erhöhtem Patientenaufkommen und zusätzlichen Belastungen durch Infektionsschutzmaßnahmen und Botendienste folgten Monate mit enormen Einbrüchen bei Verordnungen und Absatz. Das habe zu schwankenden, aber insgesamt hohen Belastungen geführt.

Dittrich begründete die gestiegenen Arzneimittelausgaben trotz rückläufiger Rezeptzahlen auch mit der Verschreibung größerer Arzneimittelpackungen zur Reduktion von Arzt- und Apothekenbesuchen. Aber auch jenseits der Corona-Pandemie sorgten demografische Entwicklung und medizinischer Fortschritt für höheren Aufwand und steigende Kosten im Gesundheitswesen. Die Apotheken seien hier aber keine Kostentreiber, so Dittrich. Ihr Anteil an den GKV-Gesamtausgaben sei seit Jahren rückläufig und liegt nur noch bei etwa 2,2 Prozent. Ohnehin dürfe es aber vor dem Hintergrund der Pandemie-Erfahrung in der gesundheitspolitischen Diskussion der nächsten Zukunft nicht nur um Kostenfragen gehen, sondern man müsse mehr denn je auch die Versorgungssicherheit im Blick haben.

Quelle: Den ganzen Artikel lesen