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Coronakrise: Bundesärztepräsident gegen weitere Einschränkung der Bewegungsfreiheit

Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer

Wolfgang Kumm/ dpa

Der Chef der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hält die aktuellen Kontaktbeschränkungen für sinnvoll, warnt aber vor Panikmache. „Ganz so ernst kann ich die Lage aktuell nicht nachvollziehen“, sagte er im „Deutschlandfunk“. Mit steigenden Infektionszahlen haben man im Rahmen der Pandemie rechnen müssen.

„Diese Vorstellung, dass man dieses Virus ganz vertreiben kann, ist eine irrige. Wir müssen lernen, auch mit einer Durchseuchung der Bevölkerung, mit einer Zunahme der Infektionszahlen umzugehen und zu leben.“ Derzeit gebe es nach wie vor einen großen Überhang an Intensivkapazitäten mit rund 8800 freien Intensivbetten, zudem sei die Zahl der schweren Verläufe nach wie vor nicht so zahlreich wie im Frühjahr.

„Ich will auch keine Entwarnung oder fälschlich übertrieben Gelassenheit verbreiten, aber ich finde, man kann den Menschen nicht in einer Tour Angst machen“, sagte Reinhardt. Ein Teil der Bevölkerung fange dann an, diese Warnungen nicht mehr ernst zu nehmen. Für mehr Akzeptanz seien vor allem einheitlichere Regeln erforderlich.

„Weitere Maßnahmen, die darauf hinauslaufen sollten, die Bewegungsfreiheit der Menschen noch weiter einzuschränken, halte ich zu diesem Zeitpunkt definitiv für nicht für angebracht.“ Vielmehr müsse zur Unterbrechung der Infektionsketten dafür geworben werden, die Corona-Warn-App noch mehr zu nutzen. Deren Vorteile müssten besser vermittelt werden. Warum 40 Prozent der Nutzer ihr positives Testergebnis dort nicht eintrügen, „das sollte uns beschäftigen“.

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